Tipps zur Tour

Zugspitze: So gehts ganz nach oben

+
Wandern und Bergsteigen ist so beliebt wie nie und immer mehr Bergsportler wollen immer höher hinaus.

Wandern und Bergsteigen ist so beliebt wie nie und immer mehr Bergsportler wollen immer höher hinaus. Ein Trend, den auch Andi Biberger bestätigt. Der Werdenfelser Bergführer führt schon seit vielen Jahren Gäste hinauf auf die Zugspitze (2962 m)...

...meist über die schöne Route durch das Höllental und dessen Klamm. „An Spitzentagen haben wir bis zu 120 Übernachtungsgäste, von denen fast alle am nächsten Tag frühmorgens auf den Gipfel wollen“, erzählt Thomas Auer, Hüttenwirt der Höllentalangerhütte (1381m), die nur noch in dieser Saison geöffnet ist, dann abgerissen, neu gebaut und 2015 wieder eröffnet wird.

Begehrtes Ziel: der Zugspitzgipfel auf 2962 Metern Höhe.

Die Gäste werden, sofern sie einen Bergführer gebucht haben, dann hier von Andi und seinen Kollegen abgeholt und auf Deutschlands höchsten Gipfel geführt. Viele gehen aber auch ohne Führer und stoßen oft schnell an ihre Grenzen. Schon am berühmten ‚Brett‘, einer steilen, mit Eisenstiften und Drahtseil gesicherten Felstraverse am Einstieg, zeigt sich, ob die Leute genügend Schwindelfreiheit und Trittsicherheit mitbringen, um den weiteren Aufstieg zu schaffen. Oben am Gletscher kommen vor allem im Sommer, wenn der Schnee schmilzt und es sehr glatt wird, die nächsten Schwierigkeiten.

„Hier machen die Leute die größten Fehler, versuchen es oft ohne Steigeisen und rutschen dann aus“, erzählt Andi. „Der Berg wird von zahlreichen Bergsteigern unterschätzt, ihr eigenes Können dabei oft überschätzt“, sagt auch Willi Kraus von der Bergwacht Grainau, die dann, wenn es zu Unfällen kommt, ausrücken muss. Und das müssen sie in der Hochsaison manchmal täglich. Viele Einsätze sind oben am Jubiläumsgrat, von dem jeder ambitionierte Bergsteiger träumt, der aber nur für wirklich geübte, klettererfahrene und konditionsstarke Bergsteiger zu empfehlen ist und nur bei Schneefreiheit und guter Wetterprognose begangen werden sollte. Weiter unten im Zugspitzgebirge haben aber oft auch ganz normale Wanderer vor allem an heißen Tagen mit Herzund Kreislaufproblemen zu kämpfen.

„Meist sind es Leichtsinn, Selbstüberschätzung, falsche Zeitplanung oder schlechte Ausrüstung, die zu Problemen führen und einen Bergwachteinsatz erfordern. Der ist übrigens nicht billig und kostet bis zu 1000 Euro. Ist eine Bergung per Hubschrauber notwendig, kommen noch mal ca. 1500 Euro dazu“, so Willi Kraus.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, haben der Deutsche Alpenverein, die Bergwacht Bayern und der Verband Deutscher Berg- und Skiführer gemeinsam die wichtigsten Informationen zu den Aufstiegen, Tipps zur Tourenplanung und Risikomanagement und zu den Hütten, Sektionen, Bergführung und Bergrettung in der neuen Broschüre Sicher auf die Zugspitze zusammengefasst, die ab sofort unter www.alpenverein.de abrufbar ist.

Sieben Wege auf die Zugspitze

  • Die mühelosen Wege
    1. Die Tiroler Zugspitzbahn von Ehrwald- Obermoos über das Österreichische Schneekar
    2. Die Zahnradbahn von Garmisch-Partenkirchen über Grainau
    3. Die Eibsee-Seilbahn über das Bayerische Schneekar
  • Der Wanderweg
    4. Durch das Reintal in zwei Tagen zum Gipfel
  • Die Klettersteige
    5. Über die Wiener-Neustädter-Hütte auf gesichertem Steig
    6. Über das Höllental – die Route für die guten Bergsteiger
    7. Vom Osterfelderkopf über den Jubiläumsgrat – nur für geübte, konditionsstarke Bergsteiger

Quelle: Alpenvereins Sektion München

Tipps der alpinen Vereine zum Wandern

1. Gesund in die Berge
Bergwandern ist Ausdauersport. Die Belastung für Herz und Kreislauf setzt Gesundheit und eine realistische Selbsteinschätzung voraus. Vermeide Zeitdruck und wähle das Tempo so, dass niemand außer Atem kommt.

2. Sorgfältige Planung
Touren immer gut planen und auf die Gruppe abstimmen! Achte besonders auf den Wetterbericht, da Regen, Wind und Kälte das Unfallrisiko erhöhen.

3. Vollständige Ausrüstung
Passe deine Ausrüstung deiner Unternehmung an und achte auf ein geringes Rucksackgewicht. Regen-, Kälte- und Sonnenschutz gehören immer in den Rucksack, ebenso Erste- Hilfe-Paket und Mobiltelefon (Euro-Notruf 112). Karte oder GPS unterstützen die Orientierung.

4. Passendes Schuhwerk
Gute Wanderschuhe schützen und entlasten den Fuß und verbessern die Trittsicherheit! Achte bei deiner Wahl auf perfekte Passform, rutschfeste Profilsohle, Wasserdichtigkeit und geringes Gewicht.

5. Trittsicherheit ist der Schlüssel
Stürze sind die häufigste Unfallursache! Beachte, dass zu hohes Tempo oder Müdigkeit deine Trittsicherheit und Konzentration stark beeinträchtigen. Durch achtsames Gehen vermeidest du das Lostreten von Steinen.

6. Auf markierten Wegen bleiben
Im weglosen Gelände steigt das Risiko für Orientierungsverlust, Absturz und Steinschlag. Vermeide Abkürzungen und kehre zum letzten bekannten Punkt zurück, wenn du einmal vom Weg abgekommen bist.

7. Regelmäßige Pausen
Rechtzeitige Rast dient der Erholung, dem Genuss der Landschaft und der Geselligkeit. Essen und Trinken sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten.

8. Verantwortung für Kinder
Beachte, dass Abwechslung und spielerisches Entdecken für Kinder im Vordergrund stehen! Touren, die lang anhaltende Konzentration erfordern, sind für Kinder nicht geeignet.

9. Kleine GruppenKleine Gruppen gewährleisten Flexibilität und ermöglichen gegenseitige Hilfe. Vertraute Personen im Vorfeld über Ziel und Route, im Anschluss über die Rückkehr informieren. In der Gruppe zusammenbleiben. Achtung Alleingänger: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen.

10. Respekt für Natur und Umwelt
Zum Schutz der Bergnatur: Keine Abfälle zurücklassen, Lärm vermeiden, auf den Wegen bleiben, Wildund Weidetiere nicht beunruhigen, Pflanzen unberührt lassen und Schutzgebiete respektieren. Zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel verwenden oder Fahrgemeinschaften bilden.

Petra Rapp

Auch interessant

Kommentare