Runter vom Asphalt

Trail Running: Über Stock und Stein  

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Runter vom Asphalt, rein ins Gelände: das Motto der Trail Runner.

Michael Raab läuft den wilden, unebenen Pfad unterhalb der Münchner Max-Josephs-Brücke an der rechten Isarseite entlang. Mit ihm zwei weitere Guides und eine Gruppe von rund 30 begeisterten Trail Runnern.

Michael Raab, begeisterter Trail Runner

Sie springen über Baumstämme, die im Weg liegen, über Wasserlöcher, laufen konzentriert über Wurzeln und suchen sich den besten Weg durchs Gelände, bis sie vor dem Isarwehr in Oberföhring wieder herauskommen. Sie alle haben nicht nur den Spaß am Laufsport gemeinsam, sondern auch das öde Kilometergebolze auf Asphalt satt. „Trail Running ist die ursprünglichste Form des Laufens. Abseits fester Wege und Straßen. Dafür brauche ich weder Trainingsplan noch Pulsuhr. Ich bin frei und komme in traumhaft schöne Gegenden. Dazu zählt für mich auch schon das Isargelände. Und es gibt keine Definition, was Trail Running ist, wie zum Beispiel beim Marathon. Entsprechend offen und gesellig ist auch die Szene. Auch bei Wettkämpfen“, sagt Raab.

Trail-Running-Schuhe

Der 43-jährige Obergiesinger hat das Trail Running, das in den USA, Frankreich und Spanien schon seit Längeren boomt und jetzt auch bei uns immer mehr Fans findet, vor rund fünf Jahren für sich entdeckt. Er hat an so verrückten Wettbewerben wie dem Ultra Trail du Mont Blanc (170 km, 9.700 Höhenmeter), am Marathon des Salbes durch die Sahara in Marokko oder zuletzt beim Vertical Up Ende Februar in Kitzbühel teilgenommen, wo die Teilnehmer die berühmte „Streif“ hinaufgelaufen sind.

Ja, irgendwie ist er schon ein „Trail Maniak“, ein bisschen verrückt nach diesem Sport, läuft im Schnitt 60 Kilometer, manchmal auch 100 in der Woche. Gerne auch mitten in München, wo er immer wieder neue Trails entdeckt. Und er will diese Leidenschaft teilen und weitergeben.

Funktionelle Laufbekleidung

Anfang Februar gründete er deshalb den ersten Trail-Lauftreff in München. Seither treffen sich samstags alle zwei Wochen hier am Tierpark interessierte Trail Runner am Gasthaus Siebenbrunn und laufen einfach mal los ins Gelände. „Das Konzept ist einfach: Kommen, dabei sein, sich austauschen, zusammen laufen. Deshalb haben wir auch Gruppen mit unterschiedlichem Tempo am Start. Dieses bestimmen nicht die Guides, sondern die Teilnehmer. Es soll eben niemand über- noch unterfordert sein“, sagt Raab über den

Lauftreff, bei dem die Teilnahme kostenlos ist und bei dem der Spaß und das verbindende gemeinsame Erlebnis im Vordergrund stehen sollen. Zu jedem Treffen kommen mehr. Die Trail Maniak-Idee wurde inzwischen auch auf andere Städte und umfassendere Events und Laufcamps ausgeweitet. „Im Sommer wollen wir raus nach Wolfratshausen laufen und mit dem Floß zurück. Darüber hinaus rocken wir nicht nur die Isar Trails, sondern fahren zusammen auch in die Berge, an den Tegernsee, Schliersee oder Richtung Garmisch. Und wer will, dem bieten wir natürlich auch die Teilnahme an großen Trail-Laufevents an“, sagt Raab über sein Trail Maniak-Konzept (www.trail-maniak.com). Es läuft.

P.R.

Trail-Running Ausrüstung

Bekleidung: Funktionelle Laufbekleidung, je nach Temperatur und Wetter auch in mehreren Lagen.

Schuhe: Es gibt inzwischen vielerlei spezielle Trail-Running-Schuhe auf dem Markt. Sie sollten leicht sein, aber trotzdem robust, sehr rutschfest und im Gelände und am Berg guten Schutz und Stabilität bieten. Auch eine wasserdichte, atmungsaktive Ausstattung empfiehlt sich.

Sonstiges: Trinksystem bei längeren Distanzen, Sonnenschutz, bei langen Trails oder Bergläufen eventuell Sportuhren mit GPS-Funktion

Trail-Lauftreff München:

Nächster Termin Samstag, 20. April, 10 Uhr, Gasthaus Siebenbrunn, München, am Tierpark, dann vierzehntägig

Ausgewählte Wettkämpfe:

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