Der erste Skitag

Fit für den Winter: Tipps von Ski-Profis

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Der erste Skitag ist für Wintersportler immer etwas besonderes. Sind Sie schon fit für die Skisaison?

Der erste Schnee in den Bergen ist gefallen. Die, die es nach dem kargen letzten Winter gar nicht erwarten konnten, haben ihn schon genutzt. Höchste Zeit für die anderen, sich für die Saison vorzubereiten.

Vorbereitung? Ja, aber richtig!

Lisa Horst vom Ausbilderteam DSLV Ski-Alpin.

 „Um möglichen Verletzungen vorzubeugen ist es wichtig, sich im Sommer und Herbst für die Wintersaison fit zu halten. Hierzu eignen sich Sportarten, die dem Skifahren in den körperlichen Anforderungen ähneln. Mountainbiken sowie Rennradfahren trainieren beispielsweise Grundlagenausdauer und Beinmuskulatur, Klettern die Rumpfstabilität. Das Gleichgewicht und die Koordination kann durch Slacklinen und Übungen wie einbeiniges Zähneputzen oder Stehen auf einer zusammengerollten Isomatte gefördert werden. Bei speziellen Kräftigungsübungen wie Kniebeugen ist die richtige Ausführung sehr wichtig, da es sonst schnell zu Fehlbelastungen des Bewegungsapparates kommen kann. Grundsätzlich trainiert es sich am besten unter der Aufsicht eines Experten, zum Beispiel im Fitnessstudio“, weiß Lisa Horst vom Ausbilderteam DSLV Ski-Alpin.

Die Ausrüstungs-Trends

Andreas Mann, Mitglied im DSLV Ausbilderteam Ski Alpin, dazu: „Ein großer Trend ist Bootfitting. Allerdings sollte dies weniger Trend, sondern wichtiges Thema sein. Denn die individuelle Anpassung der Skischuhe ist für beste Passform und somit hohen Tragekomfort extrem wichtig. Weitere Vorteile sind die direkte Impulsübertragung auf den Ski, bessere Steuerung sowie Krafteinsparung.

Die Tendenz bei den Alpinski geht zu immer leichter werdenden Skimodellen. Die aktuellen Modelle büßen dabei im Gegensatz zu früher nichts an Torsionssteifigkeit ein. Der Ski gewinnt an Wendigkeit und Agilität.

Noch ein Thema: Die Kategorien Freeride und Touring verschmelzen immer mehr, sowohl bei den Ski als auch den Bindungen. Es werden vermehrt PIN-Bindungen hergestellt, die vom reinen Tourensegment abweichen und mehr in Richtung Freeride gehen. Der Anwendungsbereich wird somit deutlich vergrößert. Die Abstriche, welche früher im Bereich der Fahrperformance und Sicherheitsfunktion hingenommen werden mussten, werden durch stabilere Bauweisen, einfachere Bedienbarkeit und Auslösefunktionen, wie man sie von Pistenskibindungen gewöhnt ist, reduziert. So werden ein sportlicheres Fahren sowie mehr Sicherheit bei der Abfahrt ermöglicht.“

Der richtige Ski: Länge und Passform

Regelmäßiges Koordinations- und Balancetraining ist für Skifahrer ein Muss.

„Bei der Suche nach dem richtigen Ski orientiert man sich am besten an der eigenen Körpergröße und dem eigenen Können. Wir vom Deutschen Skilehrerverband empfehlen deshalb folgende Leitlinie: Erwachsene Einsteiger sollten einen Ski wählen, der zehn Zentimeter kleiner ist als sie selbst. Bei fortgeschrittenen Fahrern reicht eine Differenz von fünf Zentimeter. Für ambitionierte Hobbyfahrer und Profis eignet sich ein All Mountain Ski in der eigenen Körpergröße oder sogar bis zu fünf Zentimeter länger.
In Bezug auf die Skibreite würden wir dem Durchschnittsfahrer bis zu einer Mittelbreite von ungefähr 90 mm raten. Slalom- und Riesenslalommodelle eignen sich nach unserem Empfinden nur für sehr sportliche Fahrer. Doch damit dem Vergnügen im Schnee nichts im Wege steht, braucht es nicht nur den passenden Ski, sondern auch einen perfekt sitzenden Skischuh. Nach unserer Einschätzung passen nur wenige Füße in die vorgefertigten, im Handel erhältlichen Skischuhleisten. Wer allerdings Spaß am Skifahren haben möchte, sollte bereit sein, auch in eine professionelle Skischuh-Anpassung zu investieren“, sagt Alexander Dillig, Produktmanager beim DSLV.

Auf was man bei Leihequipment achten sollte

Alexander Dillig.

Alexander Dillig: „Beim Ausleihen ist die Beratung durch einen Fachmann besonders wichtig. Nur dieser sollte das Material einstellen. Heutzutage werden die Ski nach einer neuen Messmethode vergeben: ausschlaggebend sind Alter, Gewicht, Sohlenlänge und Fahrkönnen – völlig ohne Messgerät. Zudem erhält man beim Verleiher in der Regel gut gepflegtes Equipment – dies erhöht vor allem auch die Sicherheit. Abschließend noch ein Timing-Tipp am besten man holt sein Equipment am Abend vor dem geplanten Skitag ab. So vermeidet man lange Wartezeiten und kann entspannt in den Pistenspaß starten.“

Wie geht man den ersten Skitag an?

Christiane Bauer, Mitglied im DSLV-Ausbilderteam Ski alpin.

„Um am ersten Skitag nicht in brenzlige Situationen zu geraten, ist eine gute Vorbereitung ein Muss. Hierzu zählt neben präpariertem sowie perfekt eingestelltem Material auch die körperliche Fitness. Doch bitte dann im Schnee nicht gleich Vollgas geben! Unsere Grundregel: Tempo als auch Schwierigkeitsgrad der Piste so wählen, dass man sich wohl und vor allem sicher fühlt. Ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit hilft ebenfalls, mögliche Gefahrenstellen, wie Engstellen oder steile Abschnitte auf den Pisten, zu erkennen und diese unfallfrei zu passieren. Da unser Körper die neue Belastung am ersten Tag noch nicht gewohnt ist, bitte auch rechtzeitig Pausen einlegen oder aufhören“, empfiehlt Christiane Bauer, Mitglied im DSLV-Ausbilderteam Ski alpin.

Petra Rapp

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