Brunnenkopf

Zauberhafte Stille: Winterliche Bergwanderung bei Linderhof

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Vorsicht: Der Anstieg von den Brunnenkopfhäusern zum Gipfel ist ausgesetzt und sollte nur bei einwandfreien Bedingungen gemacht werden. Im Hintergrund die Große Klammspitze.

Wer im Sommerhalbjahr regelmäßig wandert, hat bald alle Hausberge abgehakt und sehnt sich nach Abwechslung. Nun, überraschend anders, ja neu, zeigt sich da eine Sommertour im Winterkleid!

Durch das meist schneereiche Graswangtal geht’s nach Linderhof, dem einzigen der Märchenschlösser von Ludwig II, dessen Vollendung 1878 der König noch erlebte. Die wenigsten Bergtouren haben so einen pompösen Ausgangspunkt. Hinterm Schloss beginnt der frühere Reitweg, über den der Kini mit speziell für Bergfahrten konstruierten Kutschen unterwegs war. Man wandert zunächst am Bach entlang bergauf. Unsichtbare Strudel gurgeln unter glasklarem Spiegeleis. Wasserfälle haben sich in bizarre Eisgardinen verwandelt. Aber die Magie eines winterlichen Waldes hat auch seine Tücken: beim Überqueren eines seichten Baches sind die Trittsteine manchmal mit einer feinen Eisschicht überzogen, was für nasse Füße sorgen könnte. Ansonsten ist der Aufstieg reinstes Vergnügen, vor allem weil der Wald nach oben hin immer lichter wird und damit die Sicht auf die gegenüberliegenden Berge immer großartiger. 

Es zeigt sich die markante Kreuzspitze, schräg gegenüber die Dreitorspitze und sogar die Gipfel des Karwendels geben sich ein Stelldichein. Auf einer herrlichen Hochfläche passiert man eine Diensthütte. Dann, Minuten später, steht man auf der breiten Terrasse der Brunnenkopfhütte und genießt bei einer Verschnaufpause das Panorama. Glücklich ist, wer jetzt dampfend heißen Tee aus dem Rucksack zaubert und dazu eine gute Brotzeit. Im Winter spielen die Sonne und der Nebel oft „Armdrücken“. Vielleicht liegt die sonnenverwöhnte Hütte wieder einmal hoch genug, um inselgleich über der Wolkendecke zu schweben: „Fern der profanen Alltagswelt, der heillosen Politik, die jede Poesie gänzlich ersticken möchte“, so schrieb König Ludwig II. in einem Brief 1871 am Brunnenkopf. König Maximillian II., der Vater des Märchenkönigs, ließ die Brunnenkopfhäuser 1856 am nördlichsten Kamm der Ammergauer Alpen als Jagdsitz erbauen. Sohn Ludwig hatte mit der Jagd nicht viel am Hut und nutzte die Gebäude lieber als romantischen Zufluchtsort. 

Die Lakaien, von denen höchstens drei anwesend sein durften, wenn Ludwig II. hier nächtigte, schliefen in der jetzigen DAV-Hütte. Der Kini selbst logierte in dem kleinen, unteren Haus. Im Sommer kommen Scharen von Wanderern und Mountainbikern auf die Hütte – da hätte der menschenscheue König sicher das Weite gesucht. Aber an Wintertagen, wenn nach Neuschnee nur wenige Wanderer heraufstapfen, da erahnt man den Zauber der Stille, die den Monarchen so in den Bann gezogen hat. Falls es die Schnee- und Eisverhältnisse erlauben, kann man sich zur Krönung des Tages noch den Brunnenkopf vornehmen. Der felsige Gipfel ist schnell erreicht. Schmal und etwas ausgesetzt zieht der Steig um die Felsen herum hinauf zum Drahtseil. Nun kraxelt man mit allergrößter Vorsicht am schmalen Kamm entlang zum Gipfelplateau. Gegenüber zeigt sich die majestätische Große Klammspitze fremd im winterlichen Kleid.

Von Doris Neumayr

BRUNNENKOPF (1718 METER)

ANFAHRT – Auto: A 95 München – GAP bis Autobahnende Eschenlohe. Weiter nach Oberau, von dort nach Ettal. Kurz nach Ettal links ins Graswangtal (Linderhof), weiter bis Schloss Linderhof (gebührenpflichtiger Parkplatz). 

Bahn/ Bus: Mit der Bahn bis Oberammergau, Weiterfahrt bis Linderhof mit Bus 9622.

TOUR – Gehzeiten: 2 Std. Aufstieg, ca. 1,5 Std. Abstieg, Hm: 780 m, Kilometer insgesamt (hin und zurück): 10 km, gut ausgeschildert; leichte Tour – nur im Gipfelbereich Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig. Falls die Drahtseilsicherungen eingeschneit sind, auf den Gipfel verzichten. Die Brunnenkopfhütte (1602 Meter) ist im Winter zu.

Aufstieg: Vom hintersten (westlichen) Teil des Parkplatzes führt ein Weg nach rechts zu einer Brücke hin. Hinter dieser Brücke beginnt der durchgehend gut beschilderte Weg („Brunnenkopfhäuser-Brunnenkopf“). Auf einem breiten Weg führt der Anstieg durch lichten Wald neben einem Bach empor. Eine Abzweigung ignoriert man. Dann steigt man vorsichtig auf großen Steinen über einen Bach. Wenig später überquert man eine Forststraße, um den Karrenweg in nördlicher Richtung zu folgen. Nach wenigen Metern kommt man an einer Holzhütte (Lagerplatz des Hüttenwirts) vorbei. Es geht auf gleichbleibend gutem Weg in etlichen Serpentinen bergauf. Nach einer Weile gibt der Wald den Blick frei auf gegenüberliegende Gipfel und ins Tal. Auf einer kleinen Hochfläche angekommen, zieht man an einer Diensthütte vorbei und sieht auf einem Vorsprung schon greifbar nahe die Brunnenkopfhäuser. Nach einem letzten Aufschwung steht man vor der nur im Sommer bewirtschafteten Brunnenkopfhütte (1602 Meter) und genießt die schöne Aussicht.

Direkt vor dem Hütteneingang leitet ein Pfad nach rechts steil bergauf über einen Grashang. Kurze Zeit später steht man vor dem felsigen Gipfelaufschwung und folgt dem schmalen etwas ausgesetzten Pfad nach links um die Felsen herum zum Drahtseil. Nach wenigen Metern „Kraxeln“ an einem schrofigen Kamm entlang ist das kleine Gipfelplateau erreicht.

Abstieg

: Der Abstieg erfolgt über dieselbe Route.

TIPPS – 1. Schloss Linderhof; 2. Langlaufen Ammergauer Alpen, 160 Kilometer Loipen; 3. König-Ludwig-Lauf 2017 am 4./5. Februar.

Das sind die Trends bei der Wintersport-Mode

Viele dünne Funktionslagen statt einer dicken Jacke: Das Zwiebel-Prinzip ist aus der Wintersportmode nicht mehr wegzudenken - wie auch Völkl in seiner Produktlinie zeigt (Frau: Jacke ca. 100 Euro, Weste ca. 120 Euro, Hose ca. 170 Euro, Mann: Jacke ca. 100 Euro, Hose 170 Euro). Foto: Völkl/www.georgios-photography.com
Viele dünne Funktionslagen statt einer dicken Jacke: Das Zwiebel-Prinzip ist aus der Wintersportmode nicht mehr wegzudenken - wie auch Völkl in seiner Produktlinie zeigt (Frau: Jacke ca. 100 Euro, Weste ca. 120 Euro, Hose ca. 170 Euro, Mann: Jacke ca. 100 Euro, Hose 170 Euro). © www.georgios-photography.com
Die Vorteile von Natur- und Synthetik-Fasern kombiniert Vaude bei der Fleecejacke Lory Jacket. Die Merinowolle transportiert Feuchtigkeit nach aussen, die äußeren Polyamidfasern sind widerstandsfähig und trocknen schnell (200 Euro). Foto: Vaude/Moritz Attenberger
Die Vorteile von Natur- und Synthetik-Fasern kombiniert Vaude bei der Fleecejacke Lory Jacket. Die Merinowolle transportiert Feuchtigkeit nach aussen, die äußeren Polyamidfasern sind widerstandsfähig und trocknen schnell (200 Euro). © Moritz Attenberger
Schöffel bringt das Zip-in-Prinzip auf die Piste: Die Innenjacke lässt sich je nach Temperatur herausnehmen (Ski Jacke ab ca. 400 Euro, ZipIn-Jacke ab ca. 250 Euro, Firstlayer innen ab ca. 71 Euro). Foto: Schöffel
Schöffel bringt das Zip-in-Prinzip auf die Piste: Die Innenjacke lässt sich je nach Temperatur herausnehmen (Ski Jacke ab ca. 400 Euro, ZipIn-Jacke ab ca. 250 Euro, Firstlayer innen ab ca. 71 Euro). © Schöffel
Slim fit am Berg: Körperbetont zeigt der Hersteller Sportalm die Skimode für Damen - denn die Kleidung soll auch in der Freizeit gut tragbar sein. Foto: Sportalm
Slim fit am Berg: Körperbetont zeigt der Hersteller Sportalm die Skimode für Damen - denn die Kleidung soll auch in der Freizeit gut tragbar sein. © Sportalm
Bergauf schwitzen, bergab kalter Wind: Das Skitourengehen beeinflusst die Wintersportmode, sie orientiert sich immer mehr am funktionalen Zwiebel-System (Vorne: Jacke 170 Euro, Hose 280 Euro, Beanie 30 Euro, Hinten: Jacke 200 Euro, Hose 200 Euro, Beanie 35 Euro). Foto: Salewa
Bergauf schwitzen, bergab kalter Wind: Das Skitourengehen beeinflusst die Wintersportmode, sie orientiert sich immer mehr am funktionalen Zwiebel-System (Vorne: Jacke 170 Euro, Hose 280 Euro, Beanie 30 Euro, Hinten: Jacke 200 Euro, Hose 200 Euro, Beanie 35 Euro). © Salewa
Auch abseits der Piste modisch: Hersteller Haglöfs zeigt zum Beispiel die gefütterte Jacke Essens Mimic Jacket in Schwarz (200 Euro, mit Kapuze 240 Euro, Beanie 30 Euro). Foto: Haglöfs
Auch abseits der Piste modisch: Hersteller Haglöfs zeigt zum Beispiel die gefütterte Jacke Essens Mimic Jacket in Schwarz (200 Euro, mit Kapuze 240 Euro, Beanie 30 Euro). © Haglöfs
Skimode in dezenten Farben, die auch abseits der Piste alltagstauglich ist, zeigt auch Hersteller Burton in seiner aktuellen Kollektion (Jacke 280 Euro, Hose 260 Euro, Handschuhe 70 Euro, Beanie 45 Euro). Foto: Burton/Dean Blotto Gray
Skimode in dezenten Farben, die auch abseits der Piste alltagstauglich ist, zeigt auch Hersteller Burton in seiner aktuellen Kollektion (Jacke 280 Euro, Hose 260 Euro, Handschuhe 70 Euro, Beanie 45 Euro). © Dean Blotto Gray
Knallige Farben wird man natürlich auch weiter auf den Pisten sehen - wie hier bei Atomic (Jacke ca. 400 Euro, Hose ca. 220 Euro). Foto: Atomic/Mirja Geh
Knallige Farben wird man natürlich auch weiter auf den Pisten sehen - wie hier bei Atomic (Jacke ca. 400 Euro, Hose ca. 220 Euro). © Mirja Geh

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