Historiker im tz-Interview

75 Jahre 2. Weltkrieg: Wie gefährdet sind wir heute?

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Schlacht von El Alamein (Ägypten): Deutsche Panzerbesatzung ergibt sich einem britischen Soldaten.

München - Vor 75 Jahren begann das Grauen: Mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus. Wie gefährdet sind wir heute? Die tz sprach mit einem Historiker.

Militärhistoriker Hartmann: Dr. Christian Hartmann, Militärhistoriker am Münchner Institut für Zeitgeschichte und Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr (Hamburg), hat u. a. das Buch „Der Deutsche Krieg im Osten“ (C.H.Beck) verfasst.

Vor 75 Jahren beganndas Grauen: Mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus. Ein Krieg, der Europa in Schutt und Asche legte, alle Kontinente erfasste und der rund 60 Millionen Menschenleben forderte. Ein Gemetzel, das so grausam war, dass sich die Welt danach einig schien: „Nie wieder Krieg!“ Doch der Schwur hielt nicht lange – und gerade jetzt, im Jahr des Gedenkens an 100 Jahre Erster und 75 Jahre Zweiter Weltkrieg, ist die Welt in einer Unordnung, die viele fürchten lässt: Geht es wieder los? Ein Militärhistoriker ordnet ein, wo Vergleichspunkte zwischen Hitlers Weltmacht­streben und Putins Strategie in der Ukraine oder dem Islamisten-Vormarsch im Nahen Osten sind.

Der ehemalige tschechische Außen­minister Karel Schwarzenberg hat Putins Vorgehen auf der Krim mit Hitlers Vorgehen in Österreich, in der Tschechoslowakei und Polen verglichen: Sehen Sie auch Parallelen? 

Dr. Christian Hartmann, Militärhistoriker: Man sollte mit historischen Analogien vorsichtig sein. Dass Putin versucht, seine Nachbarn politisch und militärisch zu erpressen, um langfristig wieder an die Grenzen der ehemaligen Sowjetunion anzuknüpfen, erinnert in der Tat an Hitlers Politik der Jahre 1938/39. Putin rechtfertigt das damit, dass in den Nachbarstaaten, derzeit die Ukraine, russische Landsleute leben, die geschützt werden müssten. Ähnlich hat auch Hitler argumentiert. Doch dürfte Putin wohl kaum an weiterreichenden Eroberungen, etwa in Europa, Interesse haben. Bei Hitler war das anders. Die Einverleibung der Nachbarn war für ihn nur eine erste Etappe, seine wirklichen Ziele reichten aber viel weiter.

Wie weit könnte Putin gehen, zumindest die Staaten der ehemaligen Sowjetunion wieder mehr an Russland zu binden?

Hartmann: Die Wiederherstellung der alten Grenzen ist zweifellos ein langfristiges Ziel Putins. Aber: Seine Politik ist eine aggressive Machtpolitik traditionellen Stils; hier geht es nicht mehr um die Verwirklichung einer Ideologie – wie zu Zeiten Stalins oder des Kalten Krieges. Das, immerhin, macht das russische Verhalten etwas berechenbarer.

Es fehlt also glücklicherweise an der ideologischen Begeisterung im Volk?

Hartmann: Die alten sowjetischen Eliten sind über den Zerfall der Sowjetunion zum großen Teil nie hinweggekommen. Aber die Bereitschaft der Bevölkerung, sich für eine Wiederherstellung der alten sowjetischen Großmacht einzusetzen, und im Übrigen auch ihre Leidensfähigkeit dürften sich in Grenzen halten.

Die internationale Gemeinschaft hat Hitler in den Dreißigerjahren zu lange gewähren lassen, Stichwort Appeasement: Müssen sich das friedliebende Staaten heute auch vorwerfen – sowohl im Zusammenhang mit Russland, aber auch gegenüber den IS-Terroristen? 

Hartmann: Auf alle Fälle. Wir leben ja im sogenannten postheroischen Zeitalter. Europa und in zunehmendem Maße auch die USA sind nur noch im äußersten Notfall bereit, für ihre Interessen und Werte wirklich einzustehen. Freiheit, Frieden, Sicherheit und Wohlstand – das alles ist für uns selbstverständlich. Aber die Bereitschaft, sich dafür zu engagieren, ist beschämend gering. Ich halte den Aufruf des Bundespräsidenten, dass wir uns sehr viel stärker in der Welt engagieren müssten, für sehr wichtig.

Wäre die Bundeswehr überhaupt einsatzbereit?

Hartmann: Die Bundeswehr ist nur noch begrenzt einsatzfähig. Mit ihren derzeitigen Auslands­einsätzen ist sie fast schon am Limit. Das schließt nicht nur die klassische Landesverteidigung aus, sondern im Grunde schon die Möglichkeit einer Drohgebärde.

Wo hätte man eingreifen müssen? 

Hartmann: Das schnelle und couragierte Eingreifen des Westens – ohne die Mitwirkung Deutschlands – hat in Libyen zumindest dafür gesorgt, dass das alte Regime kein Blutbad mehr anrichten konnte wie jetzt Assad in Syrien. Auch in Mali wurden die islamistischen Kämpfer relativ schnell gestoppt. Der zweite Irak-Krieg war zweifellos ein großer Fehler; jetzt aber brauchen der Irak und auch die Kurden die Unterstützung des Westens.

Droht uns Gefahr aus näherer Umgebung?

Hartmann: Wir bewegen uns derzeit auf eine Situation zu wie in der Frühen Neuzeit, auf eine Teilung des Mittelmeers. Im Norden die christlichen, im Süden die islamischen Staaten, deren Zukunft noch offen ist. Es ist eine Welt im Umbruch. Der Westen wäre gut beraten, wenn er sich auf möglichst viele Szenarien einstellt. Wie wir gesehen haben, können sehr plötzlich Phänomene wie die Organisation Islamischer Staat auftauchen, die gekonnt Ideologie, Kampferfahrung und auch Waffen kombinieren. Das ist brandgefährlich.

Russland ist kein möglicher Gegner?

Hartmann: Polen hat seit der Ukraine-Krise jedenfalls wieder die klassische Landesverteidigungsarmee eingeführt. Sollten eines Tages Russland und Weißrussland fusionieren, unter welchen Bedingungen auch immer, ist plötzlich eine Großmacht sehr viel näher an uns herangerückt. In den baltischen Staaten, die Nato-Mitglieder sind, leben auch sehr viele Russen. Bei Gefahr wäre die Nato gefordert. Da läge der Vergleich mit der Situation am Vorabend des Zweiten Weltkriegs nahe. Stichwort Appeasement: Wäre dann der Westen bereit, für seine Verbündeten und auch für seine Glaubwürdigkeit einzustehen?

Wie gefährlich ist das Aufflammen nationalistischer Strömungen in anderen Ländern, sogar innerhalb der EU?

Hartmann: In Deutschland hatten rechte Ideologien bislang zum Glück keine echten Chancen. Im übrigen Europa, in Österreich, Frankreich, Ungarn und Italien, ist das schon anders. Immerhin: Diese Kräfte scheinen nicht mehr die Stoßkraft wie im 20. Jahrhundert zu besitzen; hoffen wir, dass das so bleibt. Drei Fragen sind hier entscheidend: Gelingt die europäische Einigung? Gelingt es, Europas wirtschaftliche Probleme in den Griff zu bekommen? Und: Gelingt es, die Frage der Migration angemessen zu lösen?

Kann die grausame Hatz auf religiöse oder Stammesminderheiten in der Gegenwart bis zu einem gewissen Grad mit der Judenverfolgung verglichen werden? 

Hartmann: Was die ideologische Verblendung der Täter angeht: Ja. Der entscheidende Unterschied liegt in der Dimension: Der Holocaust war ein quasi industrieller, systematischer Genozid, der sechs Millionen Menschen das Leben kostete. Bei der Vertreibung der Jesiden im Nordirak scheint es sich ebenfalls um einen Genozid, vielleicht aber auch um eine ethnische Säuberung zu handeln, die deutlich kleinere Dimensionen besitzt. Auch das ist furchtbar und erfordert ein entschiedenes politisches, notfalls auch militärisches Entgegensteuern.

Ist ein Dritter Weltkrieg mit vielen beteiligten Staaten denkbar? 

Hartmann: Wir leben in einer Zeit der neuen Weltunordnung. In der aktuellen Situation sind Kriege nicht nur möglich, sie sind wahrscheinlich. Dafür spricht ein historisches Gesetz: Wenn es im Inneren zu politischen oder gesellschaftlichen Umbrüchen kommt, dann werden so viele Kräfte frei, dass militärische Auseinandersetzungen unausweichlich werden. Das haben wir in letzter Zeit in Jugoslawien nach dem Tod von Tito erlebt, das erleben wir nach dem Arabischen Frühling, und das erleben wir jetzt auch mit einer bemerkenswerten Verspätung im Falle der ehemaligen Sowjetunion. Und diese Erfahrung kann uns auch noch woanders blühen. Die positive Nachricht: Ein Weltkrieg ist immer eine Auseinandersetzung zwischen Großmächten, und diese Gefahr scheint derzeit noch nicht wirklich akut. Damit das so bleibt, brauchen wir funktionierende und auch wehrhafte Demokratien.

Interview: Barbara Wimmer

So begann der Zweite Weltkrieg

So begann der Zweite Weltkrieg
Vor 70 Jahren begann der Zweite Weltkrieg: Am 1. September 1939 marschierte die deutsche Wehrmacht in Polen ein. Ein Rückblick zeigt, wie Nazi-Diktator Adolf Hitler den Weltenbrand entfesselte.  © AP
So begann der Zweite Weltkrieg
Hitlers aggressive Außenpolitik verfolgte seit seiner „Machtergreifung“ 1933 drei Ziele: Der Diktator wollte die nach dem Ersten Weltkrieg verlorenen deutschen Gebiete zurückholen. Außerdem wollte er Frankreich niederwerfen, damit das Deutsche Reich Europa unangefochten beherrschen konnte.  © dpa
So begann der Zweite Weltkrieg
Seit Beginn seiner Herrschaft rüstete Hitler das Reich massiv auf und ging auf Konfrontation mit den europäischen Mächten. Im März 1936 ließ er die Wehrmacht ins entmilitarisierte Rheinland einmarschieren. Zwei Jahre später gliederte er Österreich dem Deutschen Reich an. Das Foto zeigt Hitlers Einzug in Wien.  © dpa
So begann der Zweite Weltkrieg
Als sein größtes und vom Schicksal bestimmtes Ziel sah Hitler den Kampf um „Lebensraum“ im Osten – gegen den kommunistischen Erzfeind, die Sowjetunion Stalins (Foto). Diese Wahnidee hatte Hitler bereits 1924 in seinem Buch „Mein Kampf“ ausführlich beschrieben.  © dpa
So begann der Zweite Weltkrieg
Im September 1938 gaben Großbritannien und Frankreich Hitlers Forderungen abermals nach und schlossen mit ihm das Münchner Abkommen. Dieses sprach dem Deutschen Reich das Sudetenland zu, das bislang zur Tschechoslowakei gehörte.  © dpa
So begann der Zweite Weltkrieg
Politiker wie Großbritanniens Premierminister Neville Chamberlain (Foto) hofften: Solche Zugeständnisse würden einen Krieg mit dem Deutschen Reich verhindern. Zumal Hitler öffentlich erklärte, er fordere keine weiteren Gebiete mehr. Doch nach der Besetzung des Sudetengebiets setzte er seine Eroberungspläne unbeirrt fort.  © dpa
So begann der Zweite Weltkrieg
Mit dem Einmarsch der Wehrmacht in Prag am 15. März 1939 (Foto) erfolgte die "Zerschlagung der Rest-Tschechei". Die Welt erkannte nun: Hitlers Versprechungen war nicht zu trauen.  © dpa
So begann der Zweite Weltkrieg
Auch gegen Polen richtete Hitler erpresserische Forderungen: Die „freie“ Stadt Danzig sollte dem Deutschen Reich zurückgegeben werden. Zudem wollte er eine Autobahn durch Polen bauen, um die vom polnischen Staatsgebiet getrennten deutschen Gebiete zu verbinden. Zudem wollte er Polen zwingen, dem gegen die Sowjetunion gerichteten „Antikominternpakt“ beizutreten.  © AP
So begann der Zweite Weltkrieg
Doch Polen widersetze sich. Deshalb beschloss Hitler, das Nachbarland militärisch niederzuwerfen. Er hielt die Wehrmacht für stark genug, einen Krieg schnell zu gewinnen.  © AP
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Im Mai 1939 erklärte Hitler vor seinen wichtigsten Generälen: „Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten ... Es entfällt also die Frage, Polen zu schonen, und es bleibt der Entschluß, bei erster passender Gelegenheit Polen anzugreifen.“  © dpa
So begann der Zweite Weltkrieg
Großbritannien und Frankreich hatten bereits am 31. März 1939 eine Garantieerklärung für die Unabhängigkeit Polens gegeben. Ein klares Signal an Hitler: Würde er sich Polen einverleiben, dann würde es zum Krieg mit England und Frankreich kommen. Dieses Risiko nahm der Diktator in Kauf.  © AP
So begann der Zweite Weltkrieg
Am 23. August 1939 wurde die Welt geschockt: Die Erzfeinde Nazi-Deutschland und die kommunistische Sowjetunion unterzeichneten unerwartet einen Nichtangriffspakt. Links: Joachim von Ribbentrop, Außenminister des Deutschen Reiches. Mitte: Stalin. Vorne unterschreibt der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow.  © dpa
So begann der Zweite Weltkrieg
In einem geheimen Zusatzprotokoll zu dem Vertrag wurde Polen zwischen Deutschland und der UdSSR aufgeteilt. Außerdem erhielt Stalin Gebiete in Osteuropa. Die Gegenleistung des kommunistischen Diktators: „Wohlwollende“ Neutralität bei Hitlers Krieg gegen Polen und Rohstoffe für Deutschland. Polens Schicksal war besiegelt, bevor der erste Schuss des Krieges gefallen war.  © AP
So begann der Zweite Weltkrieg
Hitler wollte noch eine Vorwand für den Angriff auf Polen haben. Dazu wies er den SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich (Foto) an, einen Übergriff der Polen auf deutsches Gebiet vorzutäuschen.  © dpa
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Am Abend des 31. August 1939 überfielen SS-Männer (Bild) den Rundfunksender Gleiwitz an der Grenze zu Polen. Die Männer unterbrachen das Programm und sendeten einen Aufruf zum Kampf gegen die Deutschen. Das Kommando hatte einen KZ-Häftling mitgenommen. Der Mann wurde erschossen und als „deutsches Opfer“ zurückgelassen.  © dpa
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Die vorgebliche deutsche „Vergeltungsaktion“ begann am Morgen des 1. September 1939: Das Linienschiff Schleswig-Holstein eröffnete das Feuer auf die polnische Stellung „Westerplatte“ in Danzig.  © AP
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Gleichzeitig stießen zwei deutsche Heeresgruppen von Norden und Süden, unterstützt von massiven Luftangriffen, auf polnisches Territorium vor.  © dpa
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Auf dem (inszenierten) Bild reißen deutsche Soldaten am 1. September 1939 einen polnischen Schlagbaum nieder.  © dpa
So begann der Zweite Weltkrieg
Hitler betrat gegen 10 Uhr das Rednerpult der Krolloper in Berlin und erklärte: „Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen! Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten!“  © AP
So begann der Zweite Weltkrieg
Im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg herrschte 1939 in Deutschland keine Kriegsbegeisterung. Der renommierte Historiker Golo Mann (Bild) schreibt: „So tief unwillkommen war der deutschen Nation der Krieg, dass die regierenden Oberpsychologen in den ersten Tagen das Wort selber vermieden und von einer Polizeiaktion oder bloßen ,Vergeltungsmaßnahmen‘ gegen Polen sprachen.“  © dpa
So begann der Zweite Weltkrieg
Die Angriffsstärke der Wehrmacht bei Kriegsbeginn: 1,5 Millionen Mann, 1.929 Flugzeuge, 3.600 gepanzerte Fahrzeuge und 10.000 Geschütze. Die polnische Armee hatte ähnlich viele Mann unter Waffen, war der Wehrmacht in technischer Hinsicht aber klar unterlegen.  © dpa
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Zum ersten Mal kam nun die revolutionäre deutsche Blitzkrieg-Taktik zum Einsatz.  © AP
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Angeführt von geschlossenen Panzerverbänden und Sturzkampfbombern (Foto) drangen die deutschen Truppen rasch vor.  © AP
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In großangelegten Umfassungsmanövern wurden die polnischen Truppen eingekesselt und zerschlagen.  © AP
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Am 3. September erklärten Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg. Helfen konnten sie Polen aber nicht. Auf dem Foto liest eine Frau in London eine Zeitung, die den deutschen Überfall vermeldet.  © AP
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Ebenfalls am 3. September zogen sich polnische Truppen in die Stadt Bromberg zurück. Als Schüsse fielen, vermuteten die Polen einen heimtückischen Angriff der in der Stadt lebenden Deutschen. Es kam zu brutalen Übergriffen gegen die deutschen Zivilisten.  © AP
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Die Nazi-Propaganda bezeichnete die Massaker später als "Bromberger Blutsonntag" und verbreitete die weit übertriebene Opferzahl von 58.000 Toten. Bis heute ist umstritten, wie viele Deutsche in Bromberg ermordet wurden. Die Zahlen schwanken zwischen mehreren Hundert und mehr als 5.000 Toten.  © AP
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Die Wehrmacht setzte ihren Vormarsch unaufhaltsam fort. Am 7. September stand die Wehrmacht 60 Kilometer vor Polens Hauptstadt Warschau. Zwei Tage später war die Stadt eingeschlossen.  © AP
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Deutsche Panzer stießen erstmals am 10. September auf Warschauer Stadtgebiet vor. Doch der polnische Widerstand war unerwartet stark, die Panzertruppen zogen sich nach Verlusten wieder zurück.  © AP
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Nun flog die Luftwaffe massiven Angriffe auf Warschau.  © AP
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1.200 Flugzeuge warfen wochenlang ihre Bomben über der polnischen Hauptstadt ab.  © AP
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Auf dem Foto sitzt ein polnischer Junge inmitten der Trümmer eines zerbombten Hauses.  © AP
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Schwer zu treffende Ziele zerstörte die Luftwaffe mit Brandbomben. Das Bild zeigt eine brennende Fabrikanlage in Warschau.  © AP
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Am 9. September zog die Wehrmacht in der Stadt Lodz ein. Angehörige der deutschen Minderheit in Polen (Bild) empfingen die Truppen mit dem Hitlergruß.   © AP
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Viele der so genannten „Volksdeutschen“ in Polen hießen die Besatzer als Befreier willkommen. Das Bild zeigt den Jubel bei der Ankunft des neuen deutschen Militärgouverneurs in Posen.  © AP
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Die größte Schlacht des Polenfeldzugs fand Mitte September am Fluss Bzura statt: Drei Korps der 10. deutschen Armee kesselten die polnischen Truppen ein.  © AP
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Unterstützt von 820 Flugzeugen begannen die deutschen Truppen am 16. September einen konzentrischen Angriff. Bei mehreren Versuchen, aus dem Kessel an der Bzura auszubrechen erlitten die Polen hohe Verluste.  © AP
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Am 19. September ergaben sich die eingeschlossenen Truppen dem deutschen Heer. An einem Tag gerieten 170.000 polnische Soldaten in Kriegsgefangenschaft.  © AP
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Besiegelt wurde war die polnische Niederlage am 17. September: Eine halbe Million Sowjetsoldaten überschritt um 5.40 Uhr Polens Ostgrenze. Doch weder England noch Frankreich, die beiden „Schutzmächte“ Polens, erklärten Stalin für seinen Überfall den Krieg. Gegen die beiden übermächtigen Gegner hatte Polen keine Chance mehr.   © dpa
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Am 27. September kapitulierte die Hauptstadt Warschau. Durch die schweren Atrillerie- und Luftwaffenangriffe waren bis zu 28.000 Zivilisten getötet worden.  © AP
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Mit Warschau und der am 28. September kapitulierenden Festung Modlin waren die letzen großen polnischen Widerstandszentren ausgeschaltet.  © dpa
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Die letzten polnischen Einheiten ergaben sich am 6. Oktober bei Kock.  © AP
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Während des Polenfeldzugs waren 10.000 deutsche und 120.000 polnische Soldaten gefallen. 694.000 polnische Soldaten (Foto) kamen in deutsche Kriegsgefangenschaft. Stalins Rote Armee internierte bis zu 300.000 polnische Soldaten.  © AP
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Im deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag vom 28. September 1939 wurde der Fluss Bug als neue Grenze zwischen beiden Staaten festgelegt. Das Foto zeigt Soldaten der Wehrmacht und der Roten Armee bei einer gemeinsamen Parade.   © AP
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Ost- und Südpolen wurden zum sogenannten deutschen „Generalgouvernement“. Der polnische Staat hatte aufgehört zu existieren.  © AP
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Auf dem Bild marschieren SS-Truppen in Krakau am neuen Machthaber in Polen, dem „Generalgouverneur“ Hans Frank vorbei. Frank salutiert mit dem Hitlergruß.  © AP
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Hitlers Krieg gegen Polen war nicht nur ein Eroberungs-, sondern von Anfang an auch ein Weltanschauungskrieg. Hinter der Wehrmacht marschierten so genannte „Einsatzgruppen“ des Sicherheitsdienstes der SS ins Land. Sie sollten die polnische Intelligenz ermorden.  © dpa
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Bis Ende 1939 brachten sie etwa 60.000 Polen um: Lehrer, Ärzte, Juristen, Professoren, katholische Priester und Bischöfe sowie Vertreter von Parteien und Gewerkschaften. Auch trieben die Einsatzgruppen erstmals Juden zu Massenerschießungen zusammen.  © AP
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Adolf Hitler ließ sich Anfang Oktober 1939 nach Warschau fliegen, um dort eine Parade der siegreichen Truppen abzunehmen.  © dpa
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Der Diktator grüßte am 5. Oktober 1939 in Warschau die vorbeimarschierenden Wehrmachts-Einheiten.  © AP
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Unter der deutschen Besatzungsherrschaft wurden während des Zweiten Weltkriegs fast sechs Millionen polnische Staatsbürger ermordet - darunter mindestens 2,7 Millionen Juden.  © AP
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Der Weltenbrand, den Hitler im September 1939 entfesselt hatte, sollte sechs Jahre später in das Deutsche Reich zurückkehren und das verbrecherische Nazi-Regime samt seines Diktators vernichten.  © AP

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