"Frage, ob man ihm damit nicht einen Gefallen tut"

Grüne: Salafisten-Abschiebung hat Nachspiel

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Grünen-Chefin Margarete Bause kritisiert die Abschiebung des Salfisten Erhan A. aus Bayern in die Türkei

Die Abschiebung des Kemptener Salafisten Erhan A. in die Türkei wird ein Nachspiel im Landtag haben. Die Grünen bezweifeln, dass die Abschiebung rechtmäßig war, da Erhan A. nach Angaben seines Anwalts keine Straftat begangen hat.

„Wir werden auf jeden Fall nachhaken“, sagte Fraktionschefin Margarete Bause am Montag in München.

Die Grünen argumentieren weiter, dass mit der Abschiebung möglicherweise der Terror sogar befördert werden könnte: „Die Frage ist, ob man damit dem Salafisten nicht einen Gefallen tut. Er hatte schon mal versucht, in den Irak zu gelangen und war nicht erfolgreich.“

Ministerpräsident Horst Seehofer dagegen stellt sich hinter die Entscheidung von Innenminister Joachim Herrmann (CSU), den 22-Jährigen abzuschieben. „Da ist mir sehr wohl“, sagte Seehofer nach der CSU-Vorstandssitzung. „Wenn ein Salafist erklärt, er würde unter bestimmten Umständen seine Eltern enthaupten, ist das in Ordnung.“

Erhan A. hatte in einem Interview des Magazins der „Süddeutschen Zeitung“ erklärt, dass er sogar seine Eltern töten würde, sofern diese sich gegen die Terrorarmee IS stellen. Daraufhin hatte Herrmann den Salafisten zuerst in Abschiebehaft nehmen und am vergangenen Freitag in die Türkei fliegen lassen.

dpa

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