Abstimmung in Rom: Berlusconi vor dem Ende?

+
Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi

Rom - Rom hält den Atem an: Der umstrittene italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi muss sich am Dienstagnachmittag einer Abstimmung im Parlament stellen, die für ihn die letzte in seinem Amt sein könnte.

Ab 15.30 Uhr soll das Abgeordnetenhaus zum zweiten Mal über den Rechenschaftsbericht 2010 abstimmen. Der Report gilt als Abbild der Regierungsarbeit, das Votum als reine Formsache. Sollte Berlusconi jedoch keine Mehrheit erreichen, gilt sein Rücktritt als wahrscheinlich. Bislang lehnte dies der 75-jährige Medienmogul beharrlich ab.

Lesen Sie dazu:

Berlusconi will im Amt bleiben

Wie italienische Medien berichteten, traf sich Berlusconi nach einer Atempause in Mailand in der Nacht auf Dienstag erneut mit seinen Vertrauten Gianni Letta und dem Chef seiner Regierungspartei PdL (Volk der Freiheit), Angelino Alfano. Ergebnis dieser Krisensitzung sei, dass Berlusconi nach der Abstimmung am Nachmittag zunächst die Vertreter seines Koalitionspartners Lega Nord treffen wolle und danach die Spitzen der PdL. Gemeinsam werde man über die Strategie entscheiden.

Fotos: Nackt-Protest gegen Silvio Berlusconi

Fotos: Nackt-Protest gegen Silvio Berlusconi

Unterdessen überschlagen sich seit Montag die Gerüchte. Stimmen, ein Rücktritt Berlusconis stehe unmittelbar bevor, führten zu Schwankungen auf den Finanzmärkten. In Rom berichteten Medien zeitweise, dass Berlusconi direkt nach dem Rechenschaftsbericht auch über die in Brüssel versprochenen Reformen abstimmen lassen wolle, um danach seinen Hut zu nehmen. Offiziell ist bisher nur das Votum über den Rechenschaftsbericht am Nachmittag.

Italien weist nach Griechenland den höchsten Schuldenstand der Eurozone gemessen an der Wirtschaftsleistung auf. Angesichts seiner schwindenden Regierungsmehrheit gelang es Berlusconi trotz der Verabschiedung von zwei drastischen Sparpakten und allen Versprechungen gegenüber Brüssel bislang nicht, die Märkte zu beruhigen.

dpa

auch interessant

Meistgelesen

Trump radiert an "Day One" bereits Obamas Erbe aus
Trump radiert an "Day One" bereits Obamas Erbe aus
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
USA ziehen sich aus Handelsabkommen TPP zurück
USA ziehen sich aus Handelsabkommen TPP zurück
Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an
Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an

Kommentare