Acht Zivilisten bei Nato-Luftschlag in Afghanistan getötet

Kandahar - Bei einem Angriff von Nato-Kampfflugzeugen auf ein Haus im Süden Afghanistans sind acht Zivilisten getötet worden. Im Osten des Landes hat die Nato einen Hubschrauber verloren.

Die Opfer gehörten alle zu einer Familie, teilte die afghanische Polizei am Samstag mit. Unter ihnen seien Frauen und Kinder. Im ersten Halbjahr 2011 wurden nach Angaben der Vereinten Nationen in Afghanistan 79 Zivilisten bei Einsätzen von Nato- und US-Truppen getötet. Die internationale Afghanistantruppe Isaf reagierte mit dem Bombenangriff am Freitag auf eine Attacke der radikalislamischen Taliban auf eine Patrouille im Bezirk Nad Ali in der Südprovinz Helmand. “Einer der Bündnissoldaten wurde bei dem Angriff verwundet. Er starb später und die Streitkräfte forderten am Ende einen Luftangriff an“, sagte der Polizeisprecher von Nad Ali.

Der Isaf-Sprecher Justin M. Brockhoff räumte die Möglichkeit ziviler Opfer ein. Die Taliban hätten mit Granatwerfern und Feuerwaffen angegriffen. “Kurz nach dem Einsatz (der Luftwaffe) erhielten die Bündnistruppen Berichte, dass Zivilisten von den Aufständischen gefangen gehalten wurden und bei dem Luftangriff dabei gewesen sein könnten“, sagte Brockhoff. Der Vorfall werde untersucht.

Unterdessen haben die radikalislamischen Taliban haben nach eigenen Angaben am Samstag im Osten Afghanistans einen Hubschrauber der internationalen Afghanistantruppe Isaf abgeschossen und zahlreiche Soldaten getötet. Die Nato-geführte Isaf gab den Verlust eines Hubschraubers zu und erklärte, ein Rettungseinsatz laufe. In dem Gebiet seien Aufständische aktiv.

“Der Hubschrauber wurde mit einer Granate abgeschossen“, erklärten die Taliban im Internet. Bei den Gefechten in der Provinz Maidan Wardak seien 38 ausländische Soldaten und acht Taliban getötet worden. Angaben der Taliban über Getötete sind meist stark übertrieben.

Der Sprecher der Provinzregierung, Schahidullah Schahid, räumte ein, dass bei dem Absturz ausländische Soldaten getötet worden sein könnten. “Wir kennen aber die genaue Zahl der Toten und Verwundeten nicht.“ In der Region laufe gerade ein Einsatz afghanischer und verbündeter Truppen gegen die Taliban.

dpa

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