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Adenauer-Enkel schimpft: „CDU ist ein Sanierungsfall, sie ist konzeptions- und haltungslos“

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Von: Michael Hirz

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Paul Bauwens Adenauer am 01 07 2019 in Köln
Paul Bauwens-Adenauer © Horst Galuschka / Imago

Nach dem Desaster bei der Bundestagswahl geht Paul Bauwens-Adenauer mit der Führung der Union hart ins Gericht. Er hat Schneid, sich öffentlich und durchaus selbstkritisch in öffentliche Debatten einzubringen, meint unser Gastautor Michael Hirz.

Köln – Paul Bauwens-Adenauer ist erfolgreicher Architekt und Unternehmer in Köln* – und er ist der Enkel von Konrad Adenauer, der als erster deutscher Bundeskanzler das Land von 1949 bis 1963 regierte. Bei seiner Partei sieht Paul Bauwens-Adenauer, in Köln wie im Bund, einen fatalen Mangel an Gestaltungswillen und Gestaltungskraft: „Die CDU ist ein Sanierungsfall, sie ist konzeptions- und haltungslos“. Nach dem Wahldesaster vom 26. September sieht er den Platz für die CDU in der Opposition: „So bitter das wäre, es ist vielleicht der einzige Weg zur inhaltlichen und personellen Erneuerung.“ Armin Laschet nun zum alleinige Sündenbock zu machen, sei der falsche Schluss: „Das ist billig.“ Auch Bayerns Markus Söder* zum Beispiel sei „haltungslos“, das Versagen laste auf vielen Schultern.

Paul Bauwens-Adenauer geht mit Führung der Union hart ins Gericht

Mit Noch-Kanzlerin Angela Merkel („Sie hat die Union da reingesteuert“) und der Unions-Führungsspitze geht Bauwens-Adenauer hart ins Gericht. In den Kernfragen, für die sie einst gestanden habe, also Europa, äußere und innere Sicherheit, Eigentumsbildung etc., bleibe sie orientierende Antworten schuldig. Die Frage, wovon wir künftig leben wollen, sei nicht thematisiert worden. „Wir zehren von der Substanz. Dabei sollte gerade die CDU, die immer auch die Partei der kleinen Leute war, das vermitteln, dass wir erwirtschaften müssen, was wir verteilen wollen.“

Der Unterschied zu seinem Großvater Konrad Adenauer sei, dass der „wusste, was er wollte, und dafür auch gestanden hat“. Damit habe der erste Nachkriegs-Kanzler Orientierung geben können.

Unser Gastautor Michael Hirz

Der Publizist Michael Hirz war bis vor kurzem Programm-Geschäftsführer des Politik-Senders „Phoenix“ und hat u. a. den „Internationalen Frühschoppen“ moderiert. Jetzt ist Michael Hirz freier Journalist, Kommunikationsberater und sitzt im Vorstand des Kölner Presseclub. Dieser Beitrag stammt aus dem Newsletter des Kölner Presseclub.

Talk mit Paul Bauwens-Adenauer und Architekt Paul Böhm: „Die neue Mitte Kölns – warum der Hauptbahnhof auf die andere Rheinseite umziehen muss“ am 28. Oktober 2021, 19:30 Uhr, im Kölner Presseclub. Anmeldung und weitere Informationen hier.

Natürlich muss man Paul Bauwens-Adenauer nicht in allen Analysen und Einschätzungen folgen. Aber der Mann hat klare Vorstellungen von einer lebenswerten Stadt Köln, ein fundiertes Urteil über die politischen Verhältnisse, ökonomischen Sachverstand und den Schneid, sich öffentlich und durchaus selbstkritisch in öffentliche Debatten einzubringen. In Abwandlung eines alten Werbespruchs kann man über Menschen wie ihn sagen: „Nie war er so wertvoll wie heute.“

Das ist Paul Bauwens-Adenauer

(IDZRW) *24RHEIN und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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