Ärztetag: Bedauern über NS-Medizin

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Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery

Nürnberg - Der Deutsche Ärztetag hat offiziell sein Bedauern über Menschenrechtsverletzungen von Medizinern in der NS-Zeit geäußert und der Opfer gedacht.

In der in einer „Nürnberger Erklärung“ heißt es: „Wir bekunden unser tiefstes Bedauern darüber, dass Ärzte sich entgegen ihrem Heilauftrag durch vielfache Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht haben, gedenken der noch lebenden und der bereits verstorbenen Opfer sowie ihrer Nachkommen und bitten sie um Verzeihung“ heißt es in der am Mittwoch verabschiedeten Erklärung. In Nürnberg fanden regelmäßige Reichsparteitage statt. Nach dem Krieg wurde das NS-Unrecht in den Nürnberger Prozesse aufgearbeitet.

Die Delegierten seien sich bewusst, dass die Initiativen gerade für die gravierendsten Menschenrechtsverletzungen nicht von politischen Instanzen ausgegangen seien, sondern von den Ärzten selbst, hieß es weiter: „Diese Verbrechen waren auch nicht die Taten einzelner Ärzte, sondern sie geschahen unter Mitbeteiligung führender Repräsentanten der verfassten Ärzteschaft“, bekannte der Ärztetag. Daher erkenne die Ärzteschaft die wesentliche Mitverantwortung von Ärzten an den Unrechts-Taten der NS-Medizin an.

Zugleich verpflichtete sich der Deutsche Ärztetag, die weitere historische Forschung dazu zu fördern und „sowohl in Form finanzieller als auch institutioneller Unterstützung“ zu begleiten.

dpa

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