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Ukraine-Krieg: Putin wettert im TV und will Truppen an Nato-Grenzen schicken

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Von: Patrick Mayer, Michelle Brey, Jennifer Lanzinger, Franziska Schwarz, Stephanie Munk

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In der Ukraine tobt der Krieg mit Russland. In Mariupol ist die Lage weiter dramatisch. Auch andere Städte stehen jetzt offenbar unter Beschuss. Der News-Ticker.

Update vom 11. März, 12.05 Uhr: Die Verhandlungen über einen Frieden in der Ukraine zwischen den Außenministern von Russland und der Ukraine sind am Donnerstag (10. März) gescheitert - nun stehen im Kreml die Zeichen offenbar erneut auf Eskalation. Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich am Freitag in einem weiteren inszenierten Minister-Gespräch im Staatsfernsehen alles andere als einlenkend geäußert.

Putin forderte seinen Verteidigungsminister Sergej Schoigu in der TV-Übertragung einer Sicherheitsrat-Sitzung auf, einen Plan zur Verstärkung der russischen Truppen an der Grenze zum Westen zu erarbeiten. Grund seien die Maßnahmen der Nato-Staaten gegen Russland. Putin will außerdem die Entsendung von „freiwilligen Kämpfern“ in das Kriegsgebiet erleichtern. Auch dies sei eine Reaktion auf den Westen.

Wladimir Putin im Kreml.
Wladimir Putin im Kreml. © MIKHAIL KLIMENTYEV/AFP

Update vom 11. März, 11.40 Uhr: Im Ukraine-Krieg war tagelang auf Satellitenbildern ein gigantischer russischer Militärkonvoi vor der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu sehen. Die Kolonne aus russischen Panzern kam jedoch nicht voran. Gründe waren offenbar Probleme bei der Versorgung und durch ukrainische Luftangriffe zerstörte Fahrzeuge.

Jetzt gibt es News dazu: Neue Satellitenbilder zeigen offenbar, dass der Konvoi vor Kiew sich aufgelöst und neu formiert hat. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP und beruft sich dabei auf Informationen des Unternehmens Maxar Technologies, von dem die Satellitenaufnahmen stammen. Demnach seien die Panzer teilweise in benachbarte Wälder gefahren und in der Nähe seien Haubitzen in Stellung gegangen, um das Feuer zu eröffnen. Auch in Orten rund um den Antonow-Flughafen nördlich von Kiew seien mehrere gepanzerte Fahrzeuge zu sehen, habe Maxar Technologie mitgeteilt. Ob dies Neuformation der Fahrzeuge auf einen baldigen Sturm auf Kiew hindeuten, sei jedoch nicht gesichert.

Ein etwa 60 Kilometer langer russischer Militärkonvoi stand tagelang vor der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Jetzt scheint er sich aufzulösen.
Ein etwa 60 Kilometer langer russischer Militärkonvoi stand tagelang vor der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Jetzt scheint er sich aufzulösen. © picture alliance/dpa/Maxar Technologies/AP | Uncredited

Update vom 11. März, 11.27 Uhr: Putin erwägt nach aktuellen News die Verstärkung seiner Truppen an den Grenzen zum Westen. Bei einer am Freitag im Fernsehen übertragenen Sitzung des Sicherheitsrats in Moskau forderte Putin Verteidigungsminister Sergej Schoigu auf, einen entsprechenden Plan zu erarbeiten. Als Grund nannte Putin die „von den Nato-Ländern beschlossenen Maßnahmen“.

Die Nato-Staaten haben als Reaktion auf Russlands Militäreinsatz in der Ukraine tausende Soldaten nach Mittel- und Osteuropa entsandt. Moskau hat einen Rückzug der Allianz gefordert. Die Nato-Mitglieder Polen und die drei baltischen Staaten haben eine gemeinsame Grenze mit Russland. Die Ukraine grenzt an mehrere andere Nato-Staaten: Ungarn, Rumänien und die Slowakei.

News im Ukraine-Krieg: Neue Fluchtrouten aus umkämpften Städten

Update vom 11. März, 11.12 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk neue Fluchtrouten zur Evakuierung von Zivilisten aus den umkämpften Gebieten angekündigt. Zur seit Tagen belagerten Hafenstadt Mariupol im Gebiet Donezk sagte sie am Freitag: „Wir warten und hoffen, dass heute diese Route funktioniert.“

Lastkraftwagen mit Hilfsgütern und leeren Bussen seien aktuell aus Saporischschja Richtung Mariupol unterwegs. Im Donezker Gebiet soll ebenfalls ein Versuch unternommen werden, Menschen aus Wolnowacha nach Pokrowsk zu bringen. Im Gebiet Charkiw werde es erneut einen Korridor zwischen der umkämpften Kleinstadt Isjum und Losowa geben.

Im Gebiet Saporischschja soll es zwei Routen aus Polohy und Enerhodar in die Gebietshauptstadt geben. Nördlich von Kiew sei geplant, Menschen aus vier Orten Richtung Kiew zu bringen. Aus drei Ortschaften im nordwestlichen Kiewer Gebiet sollen Busse Flüchtlinge nach Westen in die Großstadt Schytomyr bringen.

Update vom 11. März, 11.05 Uhr: Der Ukraine-Krieg soll nach Angaben aus Kiew bereits Schäden von umgerechnet mehr als 100 Milliarden Euro verursacht haben. „Heute ist diese Ziffer konkretisiert worden - es sind 119 Milliarden US-Dollar“, sagte Vize-Wirtschaftsminister Denys Kudin am Freitag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform. Unabhängig überprüfen ließ sich diese Zahl zunächst nicht.

Die Summe steige mit jedem Kriegstag, sagte Kudin. Das Ministerium berücksichtige in seine Berechnungen sowohl direkte Schäden durch Angriffe Russlands als auch indirekte Verluste durch den Rückgang der Wirtschaftsleistung. Zuvor hatte das Präsidentenbüro die Zerstörungen allein in der ersten Kriegswoche auf umgerechnet rund 92 Milliarden Euro beziffert.

News im Ukraine-Krieg: Videos zeigen offenbar Feuerball über Stadt Lutsk

Update vom 11. März, 10.10 Uhr: Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf ukrainische Medien berichtet, sollen sich in der westukrainischen Stadt Lutsk mehrere Explosionen ereignet haben. Fotos auf Twitter sollen einen Feuerball am Himmel über der Stadt zeigen. Zunächst wurden weder die Fotos, Videos und auch ein Angriff auf die Stadt im Nordwesten des Landes bestätigt. Die Stadt liegt rund 100 Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt. 

Das Parlament der Ukraine teilt dieses Bild auf Twitter. Dazu heißt es, Explosionen wurden in Lutsk und Dnipro gemeldet.
Das Parlament der Ukraine teilt dieses Bild auf Twitter. Dazu heißt es, Explosionen wurden in Lutsk und Dnipro gemeldet. © Screenshot Twitter/Ukrainisches Parlament

Update vom 11. März, 8.42 Uhr: Prorussische Separatisten haben im Osten der Ukraine nach Militärangaben aus Moskau die Stadt Wolnowacha unter ihre Kontrolle gebracht. Die Stadt war nach russischen Angaben seit dem 28. Februar eingekesselt. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht. Die Truppen der „Volksrepublik Donezk“ hätten zudem vier weitere Ortschaften eingenommen und seien insgesamt sechs Kilometer weit in ukrainisches Gebiet vorgedrungen, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, in Moskau. Die russische Armee habe ihre Angriffe ebenfalls fortgesetzt - und sei um weitere 17 Kilometer vorgedrungen.

Zudem seien die Luftwaffenstützpunkte in der westukrainischen Gebietshauptstadt Iwano-Frankiwsk und in Lutsk im Nordwesten des Landes mit Hochpräzisionswaffen außer Gefecht gesetzt worden, sagte der Sprecher. Insgesamt seien bisher mehr als 3000 Objekte der militärischen Infrastruktur in der Ukraine vernichtet worden, hieß es. Auch diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Update vom 11. März, 7.40 Uhr: Bei Luftangriffen auf zivile Ziele in der Stadt Dnipro in der Zentralukraine ist am Freitag nach Angaben der Rettungsdienste mindestens ein Mensch getötet worden. Am frühen Morgen „gab es drei Luftangriffe in der Stadt, die einen Kindergarten, ein Apartmenthaus und eine zweistöckige Schuhfabrik trafen“, erklärten die Rettungskräfte. „Eine Person kam ums Leben.“ Es handelte sich mutmaßlich um die ersten direkten Angriffe auf Dnipro. Die Stadt mit etwa einer Million Einwohnern war bislang von größeren russischen Militärangriffen verschont geblieben.

Ukraine-Krieg: Städte zunehmend umzingelt? Auch Kiew laut Pentagon betroffen

Update vom 11. März, 5.35 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben Angriffe russischer Einheiten an mehreren Orten zurückgehalten. Im Norden des Landes seien russische Truppen dabei gestoppt worden, in die Stadt Tschernihiw vorzudringen, hieß es in einem in der Nacht zu Freitag auf Facebook veröffentlichten Bericht des ukrainischen Generalstabs. Bei Charkiw im Osten des Landes setze Russland seine Versuche fort, die Stadt von Norden her zu blockieren - diese seien weiter erfolglos. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

Ukraine-Krieg
Ein Panzer der ukrainischen Armee am Dienstag, 8. März, nahe Kiew. © Aris Messinis/AFP

Update vom 11. März, 5.30 Uhr: Das russische Militär versucht nach Einschätzung des Pentagons ukrainische Städte zu umzingeln - darunter auch die Hauptstadt Kiew. „Charkiw und Tschernihiw, Mariupol - wir sehen diese Bemühungen, einzukreisen und zu umzingeln“, sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Donnerstag. Man beobachte dies auch rund um die Hauptstadt Kiew. Die russischen Soldaten kämen von mehreren Seiten, so der Beamte. „Was wir also sehen, sind diese verschiedenen Vorstoßlinien in Richtung Kiew.“ Kiew sei aber viel größer als die anderen Städte und werde stark verteidigt.

Die russischen Streitkräfte seien in den vergangenen 24 Stunden weiter vorgerückt und hätten schätzungsweise fünf Kilometer gut machen können, hieß es weiter. Das sei aber im Verhältnis gar nicht so viel. „Wie gesagt, Kiew wird gut verteidigt, und die Ukrainer setzen eine Menge Energie ein (...), um ihre Hauptstadt zu schützen“, so der Beamte. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man keine Aussage dazu treffen, wie lange es dauere, bis die Russen möglicherweise richtig in Kiew eindringen. Stellenweise seien die russischen Soldaten um die 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

Ukraine-Krieg: Spricht Alt-Kanzler Schröder mit Putin? Seine Ehefrau postet jetzt Foto aus Moskau

Update vom 10. März, 21.40 Uhr: Schröders Ehefrau Soyeon Schröder-Kim postete auf ihrer Instagram-Seite am Donnerstagabend ein Foto von sich mit gefalteten Händen und geschlossenen Augen, auf dem im Hintergrund die Basilius-Kathedrale am Roten Platz in Moskau zu sehen ist. Einen Kommentar schrieb sie zu diesem Bild nicht.

Nach dem Bericht von Politico hat Schröder-Kim ihren Ehemann nach Moskau begleitet - auf einem Umweg über Istanbul. Die Reise sei von einem Kiewer Politiker eingefädelt worden. Er soll den Kontakt zu Schröder über den Vorstandschef des Schweizer Verlagshauses Ringier, Marc Walder, gesucht haben um ihn darüber zu informieren, dass die ukrainische Regierung ihn gerne als Vermittler sehen würde.

Am Montag sei das Ehepaar Schröder-Kim zunächst nach Istanbul gereist, wo der Altkanzler eine ukrainische Delegation getroffen habe. Seine anschließende Bitte bei Putin um ein Treffen soll innerhalb von zehn Minuten positiv beantwortet worden sein. Am Mittwoch seien Schröder und Schröder-Kim dann mit einer russischen Maschine nach Moskau gebracht worden .Schröder-Kim hatte schon Samstag auf Instagram geschrieben: „Ihr könnt sicher sein, was auch immer mein Mann tun kann, um zur Beendigung des Krieges beizutragen, wird er tun und zwar unabhängig von Ultimaten der SPD oder anderen Organisationen wie etwa dem DFB.“

Ukraine-News: Russland dementiert Luftangriff auf Geburtsklinik in Mariupol

Update vom 10. März, 20.40 Uhr: Entgegen einer UN-Einschätzung hat das russische Verteidigungsministerium die ukrainische Darstellung über den Angriff auf das Gebäude einer Geburtsklinik in Mariupol als „informelle Provokation des Kiewer Regimes“ bezeichnet. „Der Luftangriff, der angeblich stattgefunden hat, ist eine vollständig orchestrierte Provokation, um die antirussische Aufregung beim westlichen Publikum aufrechtzuerhalten“, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Donnerstag. Wie auch Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte Konaschenkow, das am Mittwoch attackierten Gebäude sei zuletzt als Lager ultraradikaler Kämpfer des ukrainischen Bataillons Asow genutzt worden.

UN-Sprecher Stephane Dujarric hingegen sagte in New York: „Das dortige Menschenrechtsteam hat bestätigt und dokumentiert, was sie als wahllosen Luftangriff auf das Krankenhaus bezeichneten, und dass das Krankenhaus zu dieser Zeit Frauen und Kinder versorgte.“ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von drei getöteten Zivilisten und 17 Verletzten bei dem Angriff. Ob sich zum Zeitpunkt des russischen Angriffs auch ukrainische Kämpfer in der Klinik aufhielten, ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Ein Mann geht mit einem Fahrrad auf einer Straße, die durch einen Beschuss beschädigt wurde.
Ein Mann geht mit einem Fahrrad auf einer Straße, die durch einen Beschuss beschädigt wurde. © Evgeniy Maloletka/dpa

Das russische Verteidigungsministerium beschuldigte die Ukraine am Donnerstag zudem erneut, mit US-Hilfe Laboratorien für biologisch-militärische Experimente aufgebaut zu haben. Konaschenkow verwies einmal mehr auf entsprechende Dokumente. „Den Dokumenten zufolge plante die amerikanische Seite, im Jahr 2022 in der Ukraine Arbeiten zu Krankheitserregern von Vögeln, Fledermäusen und Reptilien durchzuführen“, behauptete er .Geplant gewesen seien auch Experimente zu „Übertragungsmöglichkeiten der afrikanischen Schweinepest und von Milzbrand“. Es habe auch Untersuchungen mit Fledermäusen und Corona-Proben gegeben.

Ukraine-Krieg: Mariupol unter „totalem Beschuss“ – Vizeregierungschefin mit dramatischem Appell

Update vom 10. März, 18.45 Uhr: Die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk hat sich in einem dramatischen Appell an die internationale Gemeinschaft gewandt, um die seit Tagen von russischen Truppen eingeschlossene Hafenstadt Mariupol zu unterstützen. „Helft Mariupol! Dort ist eine reale humanitäre Katastrophe“, sagte die 42-Jährige am Donnerstag per Videobotschaft. Es sei zum wiederholten Male kein Hilfstransport in die Hafenstadt am Asowschen Meer zustande gekommen. „Weder Wasser, noch Medikamente oder Lebensmittel gelangten zu den Menschen, die sich unter totalem Beschuss mehrere Tage hintereinander befinden“, betonte die Ministerin. Im Gebiet Donezk sei der Fluchtkorridor von Wolnowacha nach Pokrowsk ebenso nicht zustande gekommen.

Ein Mann geht mit einem Fahrrad auf einer Straße, die durch einen Beschuss beschädigt wurde.
Ein Mann geht mit einem Fahrrad auf einer Straße, die durch einen Beschuss beschädigt wurde. © Evgeniy Maloletka/dpa

Parallel dazu seien zu anderen Städten erfolgreich humanitäre Korridore eingerichtet worden. „Aus den Städten Sumy, Trostjanez, Krasnopillja haben wir in Richtung Poltawa innerhalb der vergangenen zwei Tage mehr als 60.000 Menschen herausgebracht“, sagte Wereschtschuk. Das habe Frauen, Kinder, Behinderte und Alte betroffen. Ihr zufolge ist es zudem im Gebiet Charkiw gelungen, etwa 3000 Menschen aus der Stadt Isjum zu retten. Mehr als 100 Tonnen Hilfsgüter seien zudem in die umkämpfte Kleinstadt gebracht worden.

„Aus den Städten Butscha, Irpin, Hostomel, Worsel und anderen im Gebiet Kiew wurden allein am gestrigen Tag etwa 20.000 Menschen evakuiert“, sagte die Vizeregierungschefin. Die Aktion werde fortgesetzt. Darüber hinaus seien in die Atomkraftwerksstadt Enerhodar mehr als 100 Tonnen Hilfsgüter gebracht worden.

Ukraine-Krieg: Alt-Kanzler Schröder soll Putin noch heute treffen – Scholz will das „nicht kommentieren“

Update vom 10. März, 18.20 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz will sich zu einem Bericht über ein angebliches Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Altkanzler Gerhard Schröder in Moskau nicht äußern. „Ich möchte das nicht kommentieren“, antwortete der SPD-Politiker am Donnerstag am Rande eines EU-Gipfels im französischen Versailles auf eine entsprechende Frage.

Update vom 10. März: Offenbar versuchen aktuell reiche russische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger Russland zu verlassen. Das berichtet ntv. Diese würden mit Privatjets ausreisen, so ein ntv-Reporter. Seit Anfang März dürfen Russinnen und Russen jedoch nicht mehr als 10.000 Dollar mit sich führen.

Enge Freunde: Russlands Präsident Wladimir Putin (li.) und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (re.), hier bei einem Termin im Oktober 2019 in Moskau.
Enge Freunde: Russlands Präsident Wladimir Putin (li.) und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (re.), hier bei einem Termin im Oktober 2019 in Moskau. © IMAGO / ITAR-TASS

Update vom 10. März, 17.15 Uhr: Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat in der Ukraine seit dem Einmarsch Russlands am 24. Februar und bis Mittwoch, 00.00 Uhr, den Tod von 549 Zivilisten dokumentiert. Am Vortag waren es 516. Darunter waren 41 Minderjährige, wie das Büro in Genf berichtete. Dem Büro lagen zudem verifizierte Informationen über 957 Verletzte vor. Am Vortag waren es 908.

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, betont stets, dass die tatsächlichen Zahlen mit Sicherheit deutlich höher lägen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bräuchten oft Tage, um Opferzahlen zu überprüfen. Das Hochkommissariat gibt nur Todes- und Verletztenzahlen bekannt, die es selbst unabhängig überprüft hat .„Die meisten Opfer unter der Zivilbevölkerung wurden durch den Einsatz von Explosivwaffen mit großer Reichweite verursacht, darunter durch den Beschuss mit schwerer Artillerie und mit Raketenwerfern sowie durch Raketen- und Luftangriffe“, teilte Bachelets Büro mit.

Ukraine Aktuell: Evakuierung von Zivilisten fortgesetzt – Mariupol weiterhin blockiert

Update vom 10. März, 17 Uhr: In der Ukraine ist die Evakuierung von Zivilisten aus umlagerten Städten am Donnerstag fortgesetzt worden. Aus der Stadt Isjum im Osten des Landes seien etwa 2000 Menschen gerettet worden, sagte der Leiter des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, auf Facebook. 44 Busse seien im Einsatz gewesen, um Bewohner in sichere Regionen zu fahren. In einem Video war zu sehen, wie Flaschen mit Trinkwasser und andere Lebensmittel in Lastwagen verladen wurden. Im Fokus der Evakuierungen sollte einmal mehr die Stadt Sumy im Nordosten liegen. Bewohner seien bereits in bereitgestellte Kleinbusse gestiegen, teilten Regierungsvertreter mit. Zahlen wurden zunächst nicht genannt.

Abermals gescheitert sind dagegen Rettungsaktionen in der Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer. „Mariupol bleibt sowohl für die Evakuierung von Menschen als auch für humanitäre Hilfe vollständig blockiert“, sagte die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk der Agentur Ukrinform zufolge. Wegen Kämpfen direkt auf der Fluchtroute seien Lastwagen mit humanitärer Fracht nach Saporischschja zurückgekehrt. „Es ist der vierte Tag, an dem wir kein Wasser, keine Medikamente und keine Lebensmittel liefern können. “Nach Angaben von Wereschtschuk war mit der russischen Seite die Öffnung eines Fluchtkorridors ab dem Morgen vereinbart worden. Schon mehrere Anläufe zur Rettung der Bewohner mussten abgebrochen werden. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld.

Ukraine-Krieg: Hoffnungsträger? Alt-Kanzler Schröder soll Putin noch heute treffen – doch Scholz weiß von nichts

Update vom 10. März, 15.50 Uhr: Die deutsche Bundesregierung hat keine Kenntnis von einem angeblichen Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Altkanzler Gerhard Schröder in Moskau. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Donnerstag in Berlin aus Regierungskreisen erfuhr, wurden Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und seine Ampel-Regierung nicht über einen solchen Besuch informiert.

Das US-amerikanische Nachrichtenportal Politico hatte zuvor berichtet, Schröder sei im Zuge eines Vermittlungsversuchs in Moskau, um Putin zu treffen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

News zum Ukraine-Krieg: Bericht - Altkanzler Schröder soll zu Putin nach Moskau gereist sein

Update vom 10. März, 15.10 Uhr: Aufsehen erregende Entwicklung im Russland-Ukraine-Krieg: Wie das Nachrichtenportal Politico berichtet, ist der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nach Moskau gereist, um sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen und zu vermitteln.

Vermittlungsmission aus eigener Initiative? Wie die Bild schreibt, sind weder die Ampel-Bundesregierung von Olaf Scholz (SPD) noch die Sozialdemokratische Partei Deutschlands über die Reise des Alt-Kanzlers zum russischen Staatsoberhaupt informiert. Der Niedersachse Schröder, der von 1998 bis 2005 Bundeskanzler war, gilt seit vielen Jahren als enger Freund Putins.

So war der 77-Jährige zuletzt für die Nord Stream AG tätig, deren Gas-Pipeline über die Ostsee in die Bundesrepublik als Sanktion von Seiten Deutschlands eingestellt wurde. Putin hatte am 24. Februar Zehntausende russische Soldaten unter Vorwänden und Bruch des Völkerrechts in der Ukraine einmarschieren lassen.

Kennen sich schon lange: Wladimir Putin (li.) und Gerhard Schröder, hier bei einem Treffen im September 2005.
Kennen sich schon lange: Wladimir Putin (li.) und Gerhard Schröder, hier bei einem Treffen im September 2005. © IMAGO / ZUMA Wire

News zum Ukraine-Krieg: Präsident Wolodymyr Selenskyj dankt dem Militär

Update vom 10. März, 14.55 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich erneut in einer pathetischen Ansprache an seine Landsleute gewandt und den Verteidigungswillen beschworen.

Laut eines Tweets von The Kyiv Independent erklärte der Regierungschef: „Die ukrainische Armee bekämpft den Feind in allen wichtigen Richtungen. Dank unseres Militärs, unserer Nationalgarde, unserer Grenzschutzbeamten, unserer Polizei, unserer territorialen Verteidigungskräfte sind wir keine Sklaven. Und wir werden es nie sein. Weil es weder in unserem Geist noch in unserem Schicksal liegt.“

Jede Straße, jedes Gebäude, jeder Kontrollpunkt sind verstärkt worden.

Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew

News zum Ukraine-Krieg: Vitali Klitschko - Halb Kiew ist auf der Flucht

Update vom 10. März, 14.45 Uhr: Laut Bürgermeister Vitali Klitschko hat seit dem russischen Angriff auf die Ukraine rund die Hälfte der Einwohner Kiew verlassen. In der Hauptstadt leben in der Regel rund 2,8 Millionen Menschen.

„Nach unseren Informationen hat einer von zwei Bewohnern von Kiew die Stadt verlassen“, sagte Klitschko im ukrainischen TV. „Jede Straße, jedes Gebäude, jeder Kontrollpunkt sind verstärkt worden“, erzählte der einstige Box-Profi. Kiew gleiche damit einer „Festung“, meinte er weiter.

Bürgermeister von Kiew: Vitali Klitschko (li.) besucht einen Kontrollpunkt in der ukrainischen Hauptstadt.
Bürgermeister von Kiew: Vitali Klitschko (li.) besucht einen Kontrollpunkt in der ukrainischen Hauptstadt. © Efrem Lukatsky/AP/dpa

News zum Ukraine-Krieg: Russische Truppen beschießen offenbar Fluchtkorridor

Update vom 10. März, 13.50 Uhr: Wie der CNN-Journalist Alex Marquardt bei Twitter schreibt, haben russische Truppen einen Fluchtkorridor raus aus Mariupol beschossen. Er beruft sich auf Offizielle der Stadt. Unabhängig überprüfen lässt sich die Information zur Stunde nicht.

Die südukrainische Hafenstadt Mariupol mit ihren rund 450.000 Einwohnern gilt seit Tagen als schwer umkämpft. Die russischen Invasionstruppen sollen die Stadt unablässig bombardieren. Zuletzt wurde dabei verschiedenen Berichten zufolge auch ein Kinderkrankenhaus getroffen. Das Internationale Rote Kreuz spricht mittlerweile von einer humanitären Katastrophe in Mariupol, weil den Leuten vom Trinkwasser zu den Nahrungsmitteln alles fehle.

News zum Ukraine-Krieg: In Mariupol sollen Leichenhallen voll sein

Update vom 10. März, 12.50 Uhr: Schreckliche Nachrichten aus Mariupol: Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) sind in der südukrainischen Hafenstadt aktuell sämtliche verfügbaren Leichenhallen überfüllt.

Deshalb wurde laut RND am Mittwoch (9. März) in der Großstadt mit ihren rund 450.000 Menschen ausgehoben, um dort angeblich 30 Leichen zu begraben. Unter den Bestatteten seien sowohl getötete Soldaten und Zivilisten als auch Menschen gewesen, die in den vergangenen Tagen eines natürlichen Todes verstarben.

Ukraine-Krieg-News: Selenskyj lässt Waffen an Zivilisten ausgeben

Update vom 10. März, 10.45 Uhr: Seit mehreren Tagen dürfen in der Ukraine auch Zivilisten schießen - zur Abwehr der russischen Soldaten. Das berichten ukrainische Medien laut der Deutschen Presseagentur (dpa) heute. Das Gesetz sei bereits seit Montag (7. März in Kraft).

Auch legal im Land lebende Ausländer und Staatenlose können demnach Waffen erhalten, die Ausgabe werde vom Innenministerium geregelt. Dem Gesetz zufolge sollen diese spätestens zehn Tage danach wieder abgegeben werden, so regelt es das aktuell geltende Kriegsrecht.

Ukraine-Krieg-News: Bewaffnete Zivilisten in Kiew

Vor allem in der Drei-Millionen-Stadt Kiew wurden laut dpa bereits willkürlich Sturmgewehre und Munition ausgegeben, und zwar schon in den ersten Kriegstagen. In den Nächten gab es Straßen-Schießereien, die erst eine strenge Ausgangssperre stoppte.

Beobachter befürchteten, dass Russland zivile Opfer mit der Gefährdung durch bewaffnete Zivilisten begründen könnte. Der Kreml in Moskau kritisierte die nun erteilte Erlaubnis. „Wenn jemand mit einer Waffe in der Hand einen russischen Soldaten angreift, dann wird er auch zu einem Ziel“, hieß es laut dpa.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Videoansprache.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Videoansprache. © dpa

Ukraine-Krieg-News: USA warnen vor Massenvernichtungswaffen-Einsatz

Update vom 10. März, 9.21 Uhr: Die US-Regierung hat vor einem möglichen russischen Einsatz chemischer oder biologischer Waffen in der Ukraine gewarnt. Moskau wolle mit der Verbreitung von Falschinformationen den Weg dafür bereiten, den ungerechtfertigten Angriffskrieg in der Ukraine weiter zu eskalieren, warnte die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, am Mittwoch über Twitter.

Russland folge dabei einem klaren Verhaltensmuster - entweder um selbst Massenvernichtungswaffen einzusetzen, oder um einen Angriff durch die Ukrainer vorzutäuschen, um eine Rechtfertigung für die Fortsetzung des Kriegs zu konstruieren, schrieb Psaki.

Ukraine-Krieg-News: Bio-Waffen-Vorwurf der Putin-Regierung

Psakis Äußerung kam nach Vorwürfen Russlands, denen zufolge die Ukraine nukleare oder biologische Waffen entwickeln soll. Erst am Montag (6. März) behauptete das russische Verteidigungsministerium, in der Ukraine gebe es ein Netzwerk von Bio-Laboren, die im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums arbeiteten. Internationale Faktenchecker haben diese Behauptung allerdings längst entkräftet.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, erklärte am Mittwoch, die „russischen Falschinformationen sind kompletter Unsinn“. Zuvor hatten bereits die Vereinten Nationen erklärt, nichts über angeblich in der Ukraine produzierte Massenvernichtungswaffen zu wissen.

Russlands Machthaber: Kreml-Chef Wladimir Putin.
Russlands Machthaber: Kreml-Chef Wladimir Putin. © IMAGO / Hans Lucas

Ukraine-Krieg: Putin-Truppen sollen Städte unter Beschuss halten

Update vom 10. März, 3.50 Uhr: Ukrainische lokale Behördenvertreter haben in der Nacht zu Donnerstag aus mehreren Städten Beschuss gemeldet. Russische Flugzeuge hätten die Umgebung der nordostukrainischen Großstadt Sumy bombardiert, schrieb der Chef der Gebietsverwaltung von Sumy, Dmytro Schywyzkyj, auf Telegram. In der Stadt Ochtyrka südlich von Sumy seien erneut Wohngebiete beschossen worden. Es gebe zudem Informationen, dass dort auch eine Gasleitung getroffen worden sei.

Der Bürgermeister der südukrainischen Stadt Mykolajiw berichtete ebenso von Beschuss durch Mehrfachraketenwerfer, aus nördlicher Richtung kommend. „Entweder sie testen die Robustheit unserer Kontrollpunkte, oder sie bereiten sich auf eine Offensive vor“, sagte Bürgermeister Olexandr Senkewitsch in einem Live-Video auf Facebook. Er rief die Menschen dazu auf, im Keller zu übernachten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: Russland verteidigt Angriff auf Kinderkrankenhaus

Update vom 9. März, 22.58 Uhr: Russland hat seinen Bombenangriff auf das Kinderkrankenhaus in der Hafenstadt Mariupol verteidigt. Wie eine Sprecherin des Außenministeriums mitteilte, hätte die ukrainische Armee das Krankenhaus räumen lassen und in dem leeren Gebäude Kampfpositionen errichtet. Videos und Bilder in den sozialen Netzwerken hatten vor wenigen Stunden gezeigt, dass sowohl Kämpfer als auch Patienten kurz nach den Bombardements aus dem Gebäude gebracht worden (siehe Update vom 9. März, 17.30 Uhr).

Krieg in der Ukraine: 3.000 Menschen gelingt Flucht aus Vororten

Update vom 9. März, 22.10 Uhr: Wie das ukrainische Innenministerium berichtet, sei rund 3.000 Ukrainern die Flucht aus den umkämpften Kiewer Vororten Irpin und Vorzel gelungen. „Rund einhundert Busse und Krankenwagen waren an der Evakuierung beteiligt“, so das Ministerium weiter.

Schon am Mittag hatten sich Bericht gehäuft, dass das russische Militär viele Menschen an der Flucht gehindert habe, so zum Beispiel durch Blockaden in Bucha und Gostomel. „Menschen, die es aus der Blockade herausgeschafft haben, teilen alle die selben Eindrücke dieser Besatzung: Plünderungen, Hinrichtungen und Einschüchterungsversuche“, lässt sich Andrey Nebitov, Chef der Polizei im Großraum Kiew, bei CNN zitieren. Eigentlich hatten sich die Konfliktparteien auf humanitäre Korridore geeinigt, um Zivilisten die Flucht aus den Vororten zu ermöglichen.

Krieg in der Ukraine: Russen marschieren weiter auf Kiew

Update vom 9. März, 21.30 Uhr: Nach Berichten der AFP setzt die russische Armee ihren Vormarsch auf die ukrainische Hauptstadt Kiew weiter fort. So näherten sich die Kämpfer der Großstadt Browary, nahe Kiew. Binnen weniger Tage hat sich die Frontlinie rund um die ukrainische Hauptstadt deutlich verschoben: Stand die russische Armee vor fünf Tagen noch rund hundert Kilometer nordöstlich von Kiew entfernt, waren es am Mittwoch nur noch rund 15 Kilometer. Bewohner der Hauptstadtregion berichteten AFP von sich intensivierenden Kämpfen.

Krieg in der Ukraine: Todeszahlen in Mariupol steigen weiter

Update vom 9. März, 20.34 Uhr: In der umkämpften Mariupol steigen weiter die Opferzahlen. „1.300 Einwohner Mariupols starben während des Blockade-Völkermords der Russischen Föderation“, wird Petr Andryushchenko, ein Angestellter des Bürgermeisters der Hafenstadt, von der ukrainischen Agentur UNIAN zitiert. „Eigentlich können wir gar nicht genau feststellen, wie viele Tote wir zu verzeichnen haben - vielleicht sogar drei- oder viermal so viel. Wir können nicht einmal genau sagen, wie viele Menschen durch Bomben und Artilleriebeschuss auf den Straßen umgekommen sind“, hatte Vize-Bürgermeister Sergei Orlov noch vor wenigen Stunden gegenüber CNN erklärt.

Krieg in der Ukraine: Russland gibt Einsatz von Rekruten zu

Update vom 9. März, 19.22 Uhr: Russland hat den Einsatz von Wehrpflichtigen im Krieg gegen die Ukraine eingeräumt. Das Verteidigungsministerium in Moskau betonte am Mittwoch allerdings, dass dies nicht von der Führung genehmigt worden sei. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Tass zufolge, auf Befehl von Präsident Wladimir Putin werde die Militärstaatsanwaltschaft diese Fälle untersuchen und die Verantwortlichen bestrafen. Putin hatte wiederholt bestritten, dass Wehrpflichtige in der Ukraine kämpfen.

„Fast alle diese Soldaten wurden bereits nach Russland abgezogen“, teilte das Verteidigungsministerium nun mit. Allerdings seien dabei einige Wehrpflichtige in ukrainische Gefangenschaft geraten. Die Entsendung weiterer Rekruten werde mit allen Mitteln verhindert.

Beim Vormarsch in der Ukraine meldete der Sprecher des Ministeriums, Igor Konaschenkow, weitere Erfolge. „81 ukrainische Radarstationen der ukrainischen Luftabwehr wurden zerstört.“ Damit sei die ukrainische Luftabwehr nicht mehr in der Lage, der russischen Luftwaffe Widerstand zu leisten. Zudem hätten russische Kräfte bisher 137 Luftabwehrsysteme der Typen Buk M-1, S-300 und S-125 zerstört. „Das sind mehr als 90 Prozent der im Einsatz befindlichen Lang- und Mittelstrecken-Flugabwehrsysteme.“

Krieg in der Ukraine: Russland greift Kinderkrankenhaus an

Update vom 9. März, 17.30 Uhr: In Mariupol, im Süden der Ukraine, ist es offenbar zu einem Angriff auf eine Entbindungsstation gekommen. Die Stadtverwaltung Mariupols veröffentlichte entsprechendes Videomaterial und beschuldigte russische Truppen, mehrere Bomben aus der Luft auf das Krankenhaus abgeworfen zu haben.

Der Kyiv Independent berichtet, dass Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj davon ausgeht, dass immer noch Menschen, auch Kinder, unter den Trümmern seien. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Krieg in der Ukraine: Kernkraftwerk Tschernobyl von Stromversorgung abgeschnitten

Update vom 9. März, 16.35 Uhr: Das ehemalige ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl ist rund zwei Wochen nach der Einnahme durch russische Einheiten von der Stromversorgung abgeschnitten. Durch Beschuss seien Stromleitungen beschädigt worden. Das teilte der ukrainische Netzbetreiber Ukrenerho am Mittwoch mit.

Die Elektrizitätsversorgung der Anlage und ihrer Sicherheitssysteme sei infolge „der militärischen Aktivitäten des russischen Besatzers komplett gekappt“. Wegen der fortdauernden russischen Angriffe gebe es auch „keine Möglichkeit“, die Stromversorgung wiederherzustellen. Kuleba schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, dass „die Reserve-Dieselgeneratoren das Kraftwerk 48 Stunden lang mit Strom versorgen können“, fügte jedoch hinzu, dass „danach die Kühlsysteme des Lagers für abgebrannte Brennelemente ausfallen werden“. Derzeit werden 20.000 Brennelemente im Lagerbecken der Anlage aufbewahrt.

Laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) könne das radioaktive Material trotz des Stromausfalls weiterhin sicher gelagert werden. So hieß es auf Twitter, angesichts der Zeit, die seit dem Atom-Unfall von 1986 in Tschernobyl vergangen ist, „reichen die thermische Belastung des Beckens und das Volumen des Kühlwassers jedoch aus, um eine effektive Wärmeabfuhr ohne Elektrizität zu gewährleisten“.

Ukraine-Krieg: Scholz appelliert erneut an Putin - „Stoppen Sie das Blutvergießen!“

Update vom 9. März, 15.20 Uhr: „Stoppen Sie das Blutvergießen, ziehen Sie die russischen Truppen zurück!“, so der Aufruft von Bundeskanzler Scholz (SPD) in Richtung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Es ist eine schlimme Katastrophe für das ukrainische Volk, aber auch das russische Volk leidet an diesem Krieg“, sagte er am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau in Berlin. Der russische Angriff auf die Ukraine sei „ein eklatanter Völkerrechtsbruch und die Welt, in der wir leben, ist jetzt nicht mehr dieselbe“, so Scholz, der von einer „Zeitenwende für Europa“ sprach.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht nach dem Gespräch mit dem kanadischen Premierminister Trudeau bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt in Berlin.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) appellierte am Mittwoch an Wladimir Putin, die russischen Truppen zurückzuziehen. © Odd Andersen/dpa

Für alle sei klar, dass eine militärische Lösung des Konflikts keinen Sinn mache, sagte Scholz. Stattdessen benötige es eine diplomatische Lösung. Hierfür würden Bemühungen in enger Abstimmung mit internationalen Partnern laufen. „Wir hoffen, dass es Lösungen gibt in den Gesprächen zwischen der Ukraine und Russland und dass wir einen Weg finden können, der aus dieser Situation heraushilft”, so Scholz.

„Historische Schuld“: Ukrainischer Außenminister Kuleba warnt Deutschland

Zuvor hatte sich der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba Deutschland gewarnt und dafür dramatische Worte gewählt. In einem am Mittwoch veröffentlichten Gastbeitrag für die Zeitung Die Welt schrieb er, die Bundesregierung habe „zu wenig getan“. „Entweder wird Deutschland eine führende Nation bei der Unterstützung der Ukraine und im Kampf gegen das russische Böse“, betonte Kuleba.

„Oder Deutschland bekommt eine neue historische Schuld für verlorene Leben und zerstörte Städte.“ Der Außenminister bezog sich damit auf die vom NS-Regime verübten Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkriegs in der Ukraine. „Es mag Ihnen so scheinen, als hätten Sie bereits eine Heldentat vollbracht, indem Sie eine Reihe wichtiger Entscheidungen getroffen haben“, schrieb der ukrainische Chefdiplomat an die Adresse der Bundesregierung mit Blick auf die bislang beschlossenen Waffenlieferungen und den Stopp der Pipeline Nord Stream 2 für russisches Gas. Doch Kuleba fügte an: „Gebt uns mehr Waffen, damit wir uns verteidigen können. Helft uns, unseren Himmel zu schützen. Helft dabei, dass man uns Kampfflugzeuge zur Verfügung stellt. Gebt uns stärkere Panzer-, Flug- und Raketenabwehrwaffen.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief unterdessen die westlichen Staaten erneut zu Lieferungen von Kampfflugzeugen des Typs MiG-29 auf. „Treffen Sie so schnell wie möglich eine Entscheidung, schicken Sie uns Flugzeuge!“, sagte Selenskyj in einem im Onlinedienst Telegram veröffentlichten Video. Ein entsprechender Vorschlag der polnischen Regierung müsse „sofort bearbeitet“ werden.

Ukraine-Krieg: Polizist bei Evakuierungsversuch offenbar getötet

Update vom 9. März, 14.37 Uhr: Bei der Evakuierung von Zivilisten aus belagerten Städten in der Ukraine hat es erneut Zwischenfälle gegeben. In dem Dorf Demydiw (rund 25 Kilometer nördlich von Kiew) feuerten russische Truppen nach Darstellung der Sicherheitskräfte auf ukrainische Polizisten. Ein Polizist sei dabei getötet und ein weiterer schwer verletzt worden. Zudem sei ein Zivilist mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, teilten die Beamten mit. Insgesamt seien aus der Ortschaft 100 Zivilisten in Sicherheit gebracht worden, darunter 30 Kinder. Die Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen.

In der Hafenstadt Mariupol funktioniert nach Angaben der Separatisten im Gebiet Donezk der vereinbarte „humanitäre Korridor“ weiterhin nicht. „Die Menschen verlassen Mariupol so schnell wie möglich aus eigener Kraft“, sagte der Sprecher der prorussischen Kräfte, Eduard Bassurin, im russischen Staatsfernsehen. Nach seinen Angaben konnten am Dienstag 42 Menschen die Stadt verlassen. Die Ukraine gab ihrerseits den Angreifern die Schuld. Via Twitter schrieb Außenminister Dmytro Kuleba: „Russland hält weiterhin mehr als 400.000 Menschen in Mariupol als Geiseln, blockiert humanitäre Hilfe und Evakuierung.“ Der wahllose Beschuss gehe weiter.

Ukraine-Krieg: Söldnermiliz „Gruppe Wagner“ offenbar vor Sturm auf Kiew

Update vom 9. März, 14 Uhr: Der ukrainischen Hauptstadt Kiew soll im Ukraine-Krieg offenbar ein Sturm der Söldnermiliz „Gruppe Wagner“ bevorstehen. Das gehe aus einem Dokument des ukrainischen Verteidigungsministeriums hervor, berichtet FOCUS Online. Das entsprechende Dokument liege dem Portal vor. Die „Gruppe Wagner“ soll demnach am 9. März in der Region Kiew ankommen - getarnt als „normale Soldaten“, berichtet FOCUS Online weiter. Gemeinsam mit der Eliteeinheit „Kadyroviten“ soll die Söldnermiliz das Rückgrat der russischen Bodentruppen bei dem Einmarsch Kiews bilden. Der Zeitung zufolge wird in dem Dokument allerdings kein Zeitpunkt des Sturms auf Kiew genannt.

Am Mittwoch berichtete das US-Verteidigungsministerium von einer neuen russischen Militärkolonne, die von Nordosten her auf Kiew vorrückte. Die Hauptkolonne aus dem Norden war vor mehreren Tagen zum Stillstand gekommen. Inwiefern die neue russische Kolonne mit der „Gruppe Wagner“ zusammenhängt, ist unbekannt.

Ukraine-Krieg: Russland laut Bericht offenbar vor Kontrollverlust des Luftraums

Update vom 9. März, 13.10 Uhr: Im Kampf um den ukrainischen Luftraum zeichnet sich offenbar eine Wende ab. Das geht zumindest aus einem Bericht des britischen Verteidigungsministeriums hervor. „Die ukrainische Luftverteidigung scheint erheblichen Erfolg gegen Russlands moderne Kampfflieger zu feiern“, heißt es darin. Russland ist somit wahrscheinlich nicht in der Lage, den Luftraum in irgendeiner Weise zu kontrollieren. Des Weiteren gab das Verteidigungsministerium in den Morgenstunden (7 Uhr) einen Überblick über die Situation auf dem Boden:

Ukraine-Krieg: Während zwölfstündiger Feuerpause - Russland erklärt plötzlich Kurswechsel

Erstmeldung vom 9. März: Kiew - Der Krieg in der Ukraine tobt weiter. Am Dienstagabend veröffentlichte das Präsidialamt in Kiew einen offenen Brief der Frau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Olena Selenska bekräftigte Forderungen an die westlichen Staaten und schilderte dramatische Schicksale getöteter Kinder. Sie warf Russland den „Massenmord an ukrainischen Zivilisten“ vor.

Ukraine-Krieg: Sechs Fluchtrouten für Zivilisten - Zwölfstündige Feuerpause

Indes haben die Ukraine und Russland erneut die Einrichtung mehrerer Fluchtkorridore für Zivilisten aus besonders heftig umkämpften Gebieten vereinbart. Wie die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk mitteilte, soll für diese sechs Evakuierungsrouten am Mittwoch eine zwölfstündige Feuerpause bis 20.00 Uhr (MEZ) gelten. Russland hatte die Öffnung der Fluchtkorridore bereits einige Stunden zuvor angekündigt.

Laut Wereschtschuk sollten die vereinbarten Fluchtrouten am Mittwoch unter anderem von Enerhodar nach Saporischschja im Süden des Landes, von Isjum nach Losowa im Osten und von Sumy nach Poltawa im Nordosten führen. Über drei weitere festgelegte Routen sollten demnach Zivilisten von den Kiewer Vororten Butscha, Irpin und Hostomel in die Hauptstadt gelangen.

Von Sumy nach Poltawa im Nordosten waren am Dienstag mehr als 5000 Zivilisten im Rahmen einer Vereinbarung der Kriegsparteien gelangt. Es war die erste erfolgreiche Evakuierungsaktion. Andere Versuche, sichere Fluchtrouten für Zivilisten aus einer ganzen Reihe belagerter Städte zu schaffen, waren zuvor fehlgeschlagen. Moskau und Kiew machten sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Ukraine-Krieg: Minister beschuldigt Russland: AKW-Mitarbeiter werden „gefoltert“ und „als Geiseln gehalten“

Neuigkeiten gibt es am Mittwoch auch von dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja. Das größte Atomkraftwerk Europas war vergangene Woche von russischen Streitkräften angegriffen und eingenommen worden. Wie der ukrainische Energieminister Herman Haluchtschenko auf Facebook behauptet, habe Russland das AKW-Personal „gefoltert“. Die Mitarbeiter würden „seit vier Tagen als Geiseln gehalten“.

Ukraine-Krieg: Russland strebt eigenen Angaben zufolge nicht nach einem Sturz der ukrainischen Regierung

Indes verkündete Russland einen plötzlichen Kurswechsel. Nach Angaben des Außenministeriums in Moskau strebe Russland nicht den Sturz der ukrainischen Regierung an. Ziel sei „weder die Besatzung der Ukraine noch die Zerstörung ihrer Staatlichkeit noch der Sturz der aktuellen Führung“ unter Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die russischen Truppen hätten nicht den Auftrag, „die aktuelle Regierung zu stürzen“. Das sagte Maria Sacharowa, Sprecherin des Außenministeriums, am Mittwoch der Staatsagentur Tass zufolge in Moskau.

Sacharowa bekräftigte die russischen Forderungen an Kiew für ein Ende der Kämpfe. „Die Ziele der militärischen Spezialoperation sind der Schutz der Volksrepubliken Donezk und Luhansk, die Demilitarisierung und Denazifizierung der Ukraine und die Beseitigung der militärischen Bedrohung Russlands.“ Russland behauptet, die ukrainische Führung um den jüdischstämmigen Selenskyj sei von Nazis unterwandert, die in den ostukrainischen Separatistengebieten einen „Genozid“ an der russischen Minderheit verübten. Belege gibt es dafür keine. Zudem fordert Moskau, Kiew müsse auf das in der ukrainischen Verfassung verankerte Ziel eines Nato-Beitritts verzichten, sich für neutral erklären und abrüsten.

Ukraine-Krieg: Russischer und ukrainischer Außenminister am Donnerstag für Gespräche in der Türkei

Der ukrainische Außenminister Kuleba räumte wie zuvor Selenskyj ein, der Nato-Beitritt sei nicht aufgehoben, aber aufgeschoben. Allerdings benötige die Ukraine sofort starke Sicherheitsgarantien, denen die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats zustimmen müssten, also auch Russland. Am Donnerstag (10. März) wollen der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Kollege Dmytro Kuleba zu Gesprächen in der Türkei zusammenkommen. Die Begegnung, die in Antalya stattfinden soll, wäre zwei Wochen nach dem russischen Angriff auf das Nachbarland das erste Treffen.

Alle bisherigen Entwicklungen im Ukraine-Krieg bis zum 9. März können Sie hier nachlesen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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