Ehefrau bricht ihr Schweigen

Altkanzler Kohl über CDU: "Es war blanke Rache"

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Maike Kohl-Richter mit ihrem Mann, Altkanzler Helmut Kohl, beim Urlaub am Tegernsee (Archivbild aus dem Jahr 2013).

Berlin - Die Ehefrau von Helmut Kohl, Maike Kohl-Richter, hat der CDU schwere Vorwürfe wegen ihres Umgangs mit dem Altkanzler in der Spendenaffäre  gemacht. Erstmals sprach sie auch über Privates.

Die Ehefrau von Altkanzler Helmut Kohl, Maike Kohl-Richter, hat ihr jahrelanges Schweigen gebrochen. In einem Interview der „Welt am Sonntag“ sagte sie: „Der Umgang mit meinem Mann war gemessen an dem Fehler, den er gemacht hat, unverhältnismäßig und falsch. (...) Die Geschichte der Parteifinanzen war stets eine Geschichte der Rechtsunklarheit, und hier war wohl keine Partei besser als die andere.“

Kohl - der im Zuge der Affäre und nach seiner Weigerung, Spendernamen zu nennen, als CDU-Ehrenvorsitzender zurücktrat - habe ihr einmal unter vier Augen gesagt: "'Die war sehr deutsch, sehr deutsch in dem, wie einer verfolgt wird. Es war blanke Rache. Es kommt gar nicht darauf an, was einer gemacht hat, sondern wie es dargestellt wird.'"

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Die CDU habe „aus ihrem Verhalten selbst am meisten Schaden genommen, weil jeder, der die Fakten wägt, weiß, dass es Unrecht war. Man hätte Helmut Kohl besser in der Mitte der Partei gelassen, aber es ist nun einmal passiert. Das muss jeder mit sich selber ausmachen.“

Kohl-Richter: "Ich stand unter Groupie-Verdacht"

Erstmals machte Kohl-Richter auch private Details aus der Beziehung zu ihrem Mann öffentlich: „Ich stand unter Groupie-Verdacht, aber ich hatte eine politische Agenda", betonte die Frau, die 35 Jahre jünger als ihr Ehemann ist. "Bevor es die menschliche Annäherung gab, gab es die Sympathie für die Politik und natürlich vor allem für seine Politik.“

Über ihr heutiges Leben mit dem inzwischen 84-jährigen, der sich 2008 bei einem Sturz auf der Kellertreppe ein Schädel-Hirn-Trauma zuzog, sagte sie, das gemeinsame Leben mit ihm sei "jeden Tag eine Herausforderung". „Ich hatte an der Seite meines Mannes gelernt, mit der ständigen Sorge um ihn zu leben. Das hat sich bis heute nicht geändert. Sie gewöhnen sich nie daran, aber Sie dramatisieren nicht gleich alles, Sie bewahren einen klaren Kopf.“ 

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Dass die beiden drei Monate später dennoch heirateten, sei "eine bewusste Entscheidung" gewesen: "Es war bei allem Unglück eine wirklich schöne, glückliche Hochzeit." Seine Genesung habe sie nicht erwarten können: "Dass mein Mann noch da ist, dass er auch geistig voll da ist, dass wir das Leben teilen können", all das halte sie heute für "ein Wunder".  

dpa/afp

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