Wegen Rohingya-Vertreibung

Amnesty entzieht Aung San Suu Kyi wichtigsten Preis

Aung San Suu Kyi, Regierungschefin von Myanmar, ist nicht mehr "Botschafterin des Gewissens". Foto: Bullit Marquez/AP
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Aung San Suu Kyi, Regierungschefin von Myanmar, ist nicht mehr "Botschafterin des Gewissens". Foto: Bullit Marquez/AP
Ein Rohingya-Flüchtlingslager in Indien. Foto: Rajat Gupta/EPA
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Ein Rohingya-Flüchtlingslager in Indien. Foto: Rajat Gupta/EPA
Flüchtlinge der Rohingya tragen eine alte Frau über einen schlammigen Weg, nachdem sie die Grenze zwischen Bangladesch und Myanmar überquert haben. Foto: Md. Mehedi Hasan/Pacific Press via ZUMA Wire
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Flüchtlinge der Rohingya tragen eine alte Frau über einen schlammigen Weg, nachdem sie die Grenze zwischen Bangladesch und Myanmar überquert haben. Foto: Md. Mehedi Hasan/Pacific Press via ZUMA Wire
Kinder der muslimischen Rohingya-Minderheit warten auf Essensrationen. Foto: Dar Yasin/AP
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Kinder der muslimischen Rohingya-Minderheit warten auf Essensrationen. Foto: Dar Yasin/AP
Großstadt aus Elendshütten: Cox&#39s Bazar ist das größte Flüchtlingslager für Rohingya in Bangladesch. Foto: Nick Kaiser
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Großstadt aus Elendshütten: Cox's Bazar ist das größte Flüchtlingslager für Rohingya in Bangladesch. Foto: Nick Kaiser
Ein Grenzsoldat aus Myanmar bewacht ein Flüchtlingscamp der Rohingya, das sich in einem Niemandsland ziwschen Bangladesch und Myanmar befindet. Foto: Min Kyi Thein/AP
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Ein Grenzsoldat aus Myanmar bewacht ein Flüchtlingscamp der Rohingya, das sich in einem Niemandsland ziwschen Bangladesch und Myanmar befindet. Foto: Min Kyi Thein/AP
Er soll vertrauliche Unterlagen zum Vorgehen des Militärs gegen die Rohingya besessen haben: Kyaw Soe Oo, Journalist der Nachtrichtenagentur Reuters, in Handschellen. Foto: Thein Zaw/AP
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Er soll vertrauliche Unterlagen zum Vorgehen des Militärs gegen die Rohingya besessen haben: Kyaw Soe Oo, Journalist der Nachtrichtenagentur Reuters, in Handschellen. Foto: Thein Zaw/AP

Rangun (dpa) - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Myanmars Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ihre wichtigste Auszeichnung wieder entzogen. Die 73-Jährige verlor damit das Recht, sich weiterhin als "Botschafterin des Gewissens" zu bezeichnen.

Die Menschenrechtler begründeten dies damit, dass Suu Kyi als Regierungschefin ihres südostasiatischen Heimatlands die eigenen Werte von früher "in beschämender Weise verraten" habe.

Die einstige Oppositionsführerin steht wegen der brutalen Vertreibung von mehreren Hunderttausend Muslimen der Volksgruppe der Rohingya seit mehr als einem Jahr massiv in der Kritik. Die Vereinten Nationen sprechen von "Völkermord". Immer wieder gibt es auch Forderungen, Suu Kyi den Friedensnobelpreis wieder abzuerkennen. Dies ist nach Angaben des Nobelpreis-Komitees aber unmöglich.

Amnesty-Generalsekretär Kumi Naidoo teilte der einst hochgeschätzten "Lady" nun jedoch in einem Brief mit, dass ihr die Auszeichnung als "Ambassador of Conscience" ("Botschafterin des Gewissens") entzogen wurde. Suu Kyi hatte den Preis 2009 bekommen, als sie noch unter Hausarrest stand. Inzwischen führt sie in Myanmar (ehemals: Birma) mit dem Titel einer "Staatsrätin" die Regierung. Darin ist auch das Militär, das sie einst verfolgen ließ, mit mehreren Ministern beteiligt. Mehrfach verteidigte sie das Vorgehen gegen die Rohingya.

Der Amnesty-Generalsekretär warf ihr vor, gegenüber Gräueltaten des Militärs gleichgültig zu sein und auch die Meinungsfreiheit nicht ausreichend zu schützen. Amnesty habe eigentlich erwartet, dass Suu Kyi ihre "moralische Autorität" nutze, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: "Heute sind wir zutiefst bestürzt, dass Sie nicht länger ein Symbol der Hoffnung, des Mutes und der unermüdlichen Verteidigung der Menschenrechte sind."

Offener Brief von Amnesty-Generalsekretär Naidoo

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