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Merkel äußert „große Sorge“ zur aktuellen Corona-Entwicklung - und hat klare Meinung im Fall Kimmich

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Von: Kathrin Reikowski

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Angela Merkel, Blazer, Maske
Angela Merkel hat Sorgen vor dem weiteren Verlauf der Pandemie geäußert. © Fabian Sommer/dpa/dpa-Bildfunk

Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgt sich wegen der Hospitalisierungswerte und Todeszahlen. Sie denkt dabei vor allem an Ungeimpfte über 60 Jahren.

Berlin/Frankfurt - Angela Merkel warnt vor Leichtfertigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie. Man habe in der Pandemie vor allem von Kindern viel abverlangt, sagte sie. „Deshalb bin ich jetzt auch froh, dass wir so viele Erwachsene geimpft haben, dass es möglich sein kann, für die Kinder Schulen und Kindergärten offenhalten zu können.“ Doch das solle eben nicht zu Leichtfertigkeit führen.

„Die aktuelle Entwicklung der Hospitalisierungswerte und der Todeszahlen bereiten mir große Sorgen“, sagte die frühere CDU-Chefin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Sie sollte uns allen Sorgen bereiten.“

„Dass zum Beispiel noch zwei, drei Millionen Deutsche über 60 ungeimpft sind, stimmt mich sehr traurig“, sagte Merkel, „weil das einen Unterschied machen könnte für sie persönlich wie für die ganze Gesellschaft.“ Dennoch stehe sie nach wie vor dazu, dass es keine Impfpflicht geben solle.

Angela Merkel über Impfaussagen von FCB-Star Joshua Kimmich: „Er ist ja als reflektierter Fußballer bekannt“

Auch Joshua Kimmich - der Sorgen vor Langzeitfolgen von Impfungen hat - habe das Recht sich nicht impfen zu lassen. „Zunächst einmal ist ein Profifußballer auch ein Bürger, der in einem Land ohne Impfpflicht das Recht hat, sich nicht impfen zu lassen.“

Sie sprach dann allerdings die Argumente an, mit denen Kimmich seine Entscheidung begründet. Die seien interessant: „Denn es gibt auf seine Fragen und Zweifel sehr gute Sachargumente, die allgemein verfügbar sind.“ Und sie fügte hinzu: „Vielleicht macht sich Joshua Kimmich darüber ja auch noch Gedanken. Er ist ja als sehr reflektierter Fußballer bekannt.“

Angela Merkel (CDU) zu Corona: „Natürlich lässt sich trefflich über diese oder jene Entscheidung streiten“

Dass einige Kritiker von Corona-Maßnahmen Parallelen zum DDR-Staat gezogen haben, bezeichnete Merkel im Interview sehr knapp als „abwegig“. Die einschneidenden Beschränkungen der Freiheitsrechte während der Pandemie seien getroffen worden, weil sie es „als Aufgabe des Staates“ gesehen habe, „die Gesundheit möglichst vieler Menschen zu schützen und zu
verhindern, dass die Krankenhäuser überlastet werden.“

„Natürlich lässt sich trefflich über diese oder jene Maßnahme streiten“, fügte sie hinzu. Kontrovers diskutiert werden könnten vor allem die Ausgangsbeschränkungen. Verglichen etwa mit Frankreich seien die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit aber noch zurückhaltend gewesen. „Dort gab es Einschränkungen im Radius, in der Stundenzahl, mit Formularen und vielem mehr.“ Angela Merkel nimmt am Samstag am G20-Gipfel teil - gemeinsam mit ihrem wahrscheinlichen Nachfolger Olaf Scholz (SPD). (dpa/kat)

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