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Merkel erfüllt sich großen Renten-Wunsch: Ex-Kanzlerin in Italien

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Von: Cindy Boden

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Angela Merkel (CDU) im Dezember 2021 nach einer Ministerpräsidentenkonferenz
Angela Merkel (CDU) im Dezember 2021 nach einer Ministerpräsidentenkonferenz © John Macdougall/dpa

Angela Merkel liebt das Reisen - nach Ende ihrer Karriere an Deutschlands Regierungsspitze verbringt sie nun Zeit in Italien. Das kritisiert der Ukraine-Botschafter Melnyk scharf.

Florenz/Berlin - Nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft wollte Angela Merkel gerne wieder nach Italien reisen - darauf freue sie sich, kündigte sie schon im vergangenen Jahr an. Nun erfüllte sie sich diesen Wunsch: Altkanzlerin Merkel besuchte am Wochenende Italien. Die Zeitung La Nazione veröffentlichte Fotos, die die 67-jährige CDU-Politikerin in den Straßen von Florenz in der Toskana zeigten.

Merkel zu Besuch in Italien: „Danke, dass Sie sich für Florenz entschieden haben“

Darauf zu sehen ist auch ihre Parteifreundin Annette Schavan, die frühere Botschafterin am Heiligen Stuhl und Ex-Bildungsministerin. „Willkommen Angela Merkel und danke, dass Sie sich für Florenz entschieden haben“, schrieb Bürgermeister Dario Nardella am Dienstag auf Twitter. La Nazione zufolge besuchte Merkel die Galleria dell‘Accademia, wo die berühmte Skulptur „David“ von Michelangelo steht.

„Meine Liebe zu Italien werde ich in ganz anderer Form noch leben können, wenn ich nicht mehr Bundeskanzlerin bin“, sagte Merkel bei ihrem Abschiedsbesuch im Oktober in Rom.

Merkel während Ukraine-Krieg in Italien: „Stellungnahmen haben unverändert Gültigkeit“

Ihre Reise geschieht in einer Zeit, in der die Welt wegen des Ukraine-Kriegs den Atem anhält. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lud Merkel gar nach Butscha ein. Merkel stellte sich am Montag (4. April) trotz massiver Kritik hinter die Entscheidung, die Ukraine 2008 nicht in die Nato aufzunehmen. „Bundeskanzlerin a.D. Dr. Angela Merkel steht zu ihren Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Nato-Gipfel 2008 in Bukarest“, teilte eine Sprecherin Merkels auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit.

Die ehemalige Bundeskanzlerin plane nun derzeit trotz wiederholter Aufforderungen keine weiteren öffentlichen Äußerungen zu ihrer Russland-Politik. Die bisherigen schriftlichen Stellungnahmen Merkels in diesem Zusammenhang „haben unverändert Gültigkeit. Deshalb ist eine darüber hinausgehende öffentliche Äußerung der Bundeskanzlerin a.D. derzeit nicht geplant“, teilte eine Sprecherin Merkels der Deutschen Presse-Agentur wiederum am Mittwoch auf Anfrage mit. Auch um den Italien-Besuch ging es kurz: Die Sprecherin erklärte, die Rückkehr Merkels von einem privaten Italienaufenthalt sei für diesen Montag geplant. Weitere Informationen gab es nicht.

Scharfe Kritik an Merkels Italien-Reise kam vom ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk. „Klar, in Florenz liegen ja keine ermordeten Frauen und Kinder auf den Straßen. Dafür gibt es aber so viel Kultur und Kunst. Herrlich“, twitterte der.

Merkel verurteilt russischen Angriff auf die Ukraine scharf und stellt sich hinter Kanzler Scholz

Merkel hatte den russischen Angriff auf die Ukraine schon am 25. Februar in einer schriftlichen Erklärung scharf verurteilt und sich hinter die Bemühungen ihres SPD-Nachfolgers Olaf Scholz gestellt, Präsident Wladimir Putin zu stoppen. „Dieser Angriffskrieg Russlands markiert eine tiefgreifende Zäsur in der Geschichte Europas nach dem Ende des Kalten Krieges“, erklärte Merkel damals auf dpa-Anfrage. „Für diesen eklatanten Bruch des Völkerrechts gibt es keinerlei Rechtfertigung, ich verurteile ihn auf das Schärfste.“ Sie betonte: „Meine Gedanken und meine Solidarität sind in diesen furchtbaren Stunden und Tagen beim ukrainischen Volk und bei der Regierung unter Führung von Präsident Selenskyj“. (dpa/cibo)

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