Loblied auf Bayern und seine Großartigkeit

Angela Merkel im Bierzelt: Eitel Sonnenschein in Trudering

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Samma wieder gut: CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer verstehen sich auch jenseits des Biertisches wieder prächtig.
Merkel-Besuch Bierzelt Trudering
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Angela Merkel war am Sonntag im Truderinger Bierzelt zu Gast.
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Angela Merkel war am Sonntag im Truderinger Bierzelt zu Gast.
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Angela Merkel war am Sonntag im Truderinger Bierzelt zu Gast.
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Angela Merkel war am Sonntag im Truderinger Bierzelt zu Gast.
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Angela Merkel war am Sonntag im Truderinger Bierzelt zu Gast.
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Angela Merkel war am Sonntag im Truderinger Bierzelt zu Gast.
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Angela Merkel war am Sonntag im Truderinger Bierzelt zu Gast.

Angela Merkel und die CSU versichern sich im Truderinger Bierzelt ihre gegenseitige Zuneigung. Heikle Themen werden ausgespart. Stattdessen wird im Wahlkampf Einigkeit beschworen.

Trudering – Alles klar im Bierzelt. Die Sonne scheint, das Bier fließt und die Kanzlerin ist zu Gast. Beim CSU-Wahlkampf-Auftritt auf der Truderinger Festwoche herrscht gestern beste Laune und breite Harmonie. Um das den 2500 Besuchern und mehr als hundert akkreditierten Pressevertretern aus aller Welt auch richtig deutlich zu zeigen, hat die Partei Schilder verteilt, die ihre Anhänger hochhalten. „Klar für Seehofer“, „Klar für Bayern“ oder „Klar für Deutschland“ steht darauf geschrieben. Und: „Klar für Merkel“.

Weil das ja klar ist, könnte man nun frei nach Edmund Stoiber sagen. Schließlich ist Angela Merkel die gemeinsame Kanzlerkandidatin der Unionsparteien und steht in den Umfragen derzeit Woche für Woche besser da. Es ist aber noch nicht allzu lange her, da zeigte man Merkel bei der CSU lieber klare Kante als nette Schildchen.

Der Wind hat sich gedreht, das lässt sich selbst im stickigen Truderinger Festzelt deutlich spüren. „Wir sind stolz auf unsere Bundeskanzlerin“, jubelt der stellvertretende CSU-Generalsekretär Markus Blume, übertroffen nur von seinem Chef: „Nach zwölf Jahren Merkel an der Spitze geht es Deutschland so gut wie nie zuvor in seiner Geschichte“, frohlockt Horst Seehofer. Die CSU-Spitze als Einheizer für Angela Merkel – wer hätte das vor ein paar Monaten gedacht.

Wohl nicht einmal die Kanzlerin. Merkel gefällt der warme Empfang im noch wärmeren Zelt jedenfalls sichtlich. Die Kanzlerin schüttelt Hände, signiert „Klar für Merkel“-Schildchen und greift beherzt zum Masskrug. Nachdem sie sich gerade beim G7-Gipfel mit dem störrischen US-Präsidenten herumärgern musste, scheint sie den Auftritt zu genießen. Trudering statt Trump – sogar die Bayernhymne singt Merkel mit Inbrunst mit.

Auch die Rede der Kanzlerin ist dann ein Loblied auf den Freistaat und seine Großartigkeit. „Schaut nach Bayern“, diesen Ratschlag gebe sie gerne anderen Bundesländern, wenn die Probleme mit der inneren Sicherheit haben. Und in der Flüchtlingskrise seien es gerade die Bayern gewesen, die „eine unglaubliche Hilfsbereitschaft“ an den Tag gelegt hätten. „Dankeschön“, richtet sich Merkel an die Menschen im Zelt.

Und natürlich sei völlig klar, dass Bayern im Länderfinanzausgleich künftig zurecht weniger zahlen soll, „weil es nicht angeht, dass ein Bundesland alleine alle anderen ausgleicht“. Als Merkel noch den bayerischen CSU-Übervater zitiert und angibt, sie hole sich gerne Rat bei Franz Josef Strauß – „da bin ich auf der richtigen Seite“ – erntet sie tosenden Applaus. Mission Annäherung ist geglückt.

Auch Seehofer sorgt für gut Wetter. Beim Zündstoff-Thema Flüchtlingskrise oder gar Obergrenze hält er sich vornehm zurück. Die persönliche Zusammenarbeit zwischen ihm und Merkel „läuft sehr gut“, sagt der CSU-Chef. Die Bayern seien prinzipiell ja „ein friedfertiges Volk“, erklärt Seehofer – betont aber auch, dass der bayerische Löwe „viel gutes Futter brauche“. Dann, so Seehofer, „ist er sehr pflegeleicht“. An Brotzeit und Bier dürfte Bayerns Ministerpräsident dabei weniger denken, eher schon an CSU-Forderungen wie die Mütterrente.

Trotz all der Harmonie sind nicht alle in Trudering so glücklich über den Besuch der Kanzlerin wie das CSU-Publikum. Die AfD hat vor dem Zelt einen kleinen Stand aufgebaut, einige Demonstranten begrüßen die Kanzlerin mit Trillerpfeifen und einem „Merkel muss weg“-Transparent. Immer wieder hallen die „Lüge“-Rufe und das in gewissen Kreisen mittlerweile obligatorische „Hau ab“ von draußen ins Zelt. Es ist keine große, aber eine laute Gruppe, die da ihren Unmut ausdrückt. Zwei junge Männer in Tracht werden sogar von Sicherheitsleuten aus dem Zelt gebracht, nachdem sie Merkels Rede mit Zwischenrufen und aggressiven Gesten stören.

Die Kanzlerin lässt sich davon augenscheinlich nicht beeindrucken. Da hat sie in München schon mal mehr Gegenwind erlebt.

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