Sie legt Schwerpunkte fest

Das ist Merkels Agenda für nächsten Jahre

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Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sucht noch nach einem Koalitionspartner für die nächste Regierung. In ihrem wöchentlichen Video-Podcast nennt sie die vorrangigen Aufgaben für die nächsten Jahre.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Abbau der Schuldenberge sowie Investitionen in Bildung und Forschung als vorrangige Aufgaben der nächsten Jahre genannt.Wirtschaftswachstum sicherzustellen sei eine Daueraufgabe, sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Video-Podcast. "Man kann das im Grunde nur durch Innovation sicherstellen - indem wir an den wesentlichen Trends der Weltwirtschaft mit teilhaben." Hierbei sei es ganz besonders wichtig, die sogenannte Industrie 4.0-Entwicklung zu gestalten: die Verschmelzung von Internet- und Informationstechnologien mit der klassischen Industrie.

Das werde sich im Automobilbau, in der chemischen Industrie und im Maschinenbau zeigen, sagte Merkel. "Hier muss Deutschland Weltspitze sein, und darauf müssen wir besonders achten." Die Kanzlerin bekannte sich zu dem Ziel, drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung auszugeben. Sie riet Schul- und Hochschulabgängern, sogenannte Start-ups zu gründen. Man solle sich allerdings gut informieren und Fachberatung in Anspruch nehmen. Wer beim ersten Anlauf scheitere, müsse eine zweite Chance bekommen. Diese Kultur gelte es in Deutschland zu fördern, sagte Merkel.

Angesichts des demografischen Wandels sei es zudem wichtig, mehr Menschen über 60 in Arbeit zu bringen, betonte die Bundeskanzlerin. Die zweite Herausforderung laute, dass Migranten durch eine gute Integrationspolitik im Durchschnitt die gleichen Bildungsabschlüsse schafften wie Menschen mit deutschen Hintergrund. "Hier haben wir auch noch sehr viel zu tun, denn wir brauchen die Migrantinnen und Migranten in unserem Erwerbsleben mit guter Bildung."

Ausländische Fachkräfte spielten eine "zunehmend wichtige Rolle", sagte die Bundeskanzlerin weiter. Sie setze vor allem auf den europäischen Arbeitsmarkt: "Europa muss sich nicht nur zu einem Raum eines Binnenmarktes entwickeln, sondern auch zu einem Raum eines gemeinsamen Arbeitsmarktes. Das wird viele Jahre dauern. Aber Deutschland kann ja auch Vorreiter sein."

Nach der Bundestagswahl hatten CDU und CSU am Freitag ein erstes Sondierungsgespräch mit der SPD geführt. Dabei wurden die großen Themenblöcke für eine mögliche große Koalition besprochen. Am 10. Oktober spricht die Union mit den Grünen, am 14. Oktober gibt es dann eine zweite Sondierungsrunde mit der SPD.

Die Union war bei der Bundestagswahl am 22. September zwar mit 41,5 Prozent der Stimmen klar stärkste Partei geworden, benötigt zur Regierungsmehrheit aber einen Koalitionspartner. Die SPD hatte 25,7 Prozent erzielt, die Grünen erhielten 8,4 Prozent.

AFP

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