Mutmaßliche NSU-Terroristin

Zschäpe wird wegen Mordes angeklagt

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Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe erhoben. Der Fall soll in München vor dem Staatsschutzsenat verhandelt werden.

München - Die Bundesanwaltschaft hat die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe als Mittäterin wegen Mordes angeklagt. Der Fall soll in München vor dem Staatsschutzsenat verhandelt werden.

Zschäpe sei nicht nur Mitglied der terroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) gewesen, sondern selbst als Mittäterin für die Morde verantwortlich, sagte Generalbundesanwalt Harald Range am Donnerstag in Karlsruhe.

Neben Zschäpe sind auch vier mutmaßliche Unterstützer und Helfer der sogenannten Zwickauer Terrorzelle vor dem Oberlandesgericht München angeklagt. Die 37-jährige Zschäpe ist die einzige Überlebende der Terrorzelle. Ihre mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt töteten sich selbst.

Die rechtsradikale Gruppe hatte sich den Namen „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) gegeben. Ihr werden insgesamt neun Morde gegen Bürger ausländischer Herkunft zugerechnet, außerdem der Mordanschlag auf zwei Polizisten in Heilbronn und zwei Bombenattentate in Köln, bei denen 2001 und 2004 insgesamt mehr als 20 Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt wurden.

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Wegen welcher Taten Zschäpe im einzelnen angeklagt wird, wurde zunächst nicht bekannt. Im Haftbefehl waren ihr lediglich die Gründung einer terroristischen Vereinigung und besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen worden. Auch wurde zunächst nicht mitgeteilt, welche mutmaßlichen Unterstützer der Gruppe zusammen mit Zschäpe angeklagt sind. Insgesamt ermittelte die Bundesanwaltschaft gegen 12 Beschuldigte aus dem Umfeld der Gruppe. In Untersuchungshaft sitzt von ihnen derzeit nur noch der ehemalige NPD-Funktionär Ralf Wohlleben.

Wie das Oberlandesgericht München mitteilte, werde die Anklageschrift den Verteidigern in den nächsten Tagen zugestellt. Zugleich werde ihnen Gelegenheit gegeben, sich zu erklären.

Zschäpe war 1998 gemeinsam mit Mundlos und Böhnhardt untergetaucht, nachdem die Polizei eine Bombenwerkstatt der Neonazis entdeckt hatte. Fast 14 Jahre lang konnte sich die Gruppe im Untergrund halten. Ihren Lebensunterhalt finanzierten die drei unter anderem mit zahlreichen Banküberfällen. Zuletzt lebten sie in einer gemeinsamen Wohnung in Zwickau. Als Mundlos und Böhnhardt sich töteten, um nach einem Banküberfall der Festnahme zu entgehen, zündete Zschäpe die Wohnung an. Am 8. November 2011 stellte sie sich der Polizei.

dpa

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