Wie kommt seine Tochter da raus?

Appell des Vaters: Mesale Tolu „nicht hinter Gittern vergessen“

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Ein Mann (nicht im Bild) hält am 15.05.2017 in Neu-Ulm ein Schild in den Händen, auf dem die Freilassung der in der Türkei inhaftierten Mesale Tolu Corlu gefordert wird. Die seit mehr als fünf Monaten in der Türkei inhaftierte deutsche Journalistin Mesale Tolu muss in Untersuchungshaft bleiben.

Nach der Entscheidung über eine Fortsetzung der Untersuchungshaft für Mesale Tolu hat der Vater der Deutschen mehr Einsatz der Bundesregierung für seine Tochter gefordert.

Istanbul (dpa) - Nach der Entscheidung über eine Fortsetzung der Untersuchungshaft für Mesale Tolu hat der Vater der Deutschen mehr Einsatz der Bundesregierung für seine Tochter gefordert. „Mich als Vater interessiert nur, wie meine Tochter da rauskommt“, sagte Ali Riza Tolu am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Istanbul. Wie die Bundesregierung das erreiche, sei ihre Sache. Wichtig sei: „Mesale Tolu darf nicht hinter Gittern vergessen werden.“

Mit Blick auf den Sohn Tolus - der bis zum Prozess bei der Mutter im Frauengefängnis in Bakirköy war - sagte Ali Riza Tolu, es sei noch nicht entschieden, ob der zweijährige Junge nach Deutschland gebracht werde. Dazu müsse zunächst Mesale Tolu ihre Zustimmung geben. Das werde er bei einem Besuch bei seiner Tochter Anfang nächster Woche klären. Der ebenfalls inhaftierte Vater des Jungen habe dazu bei einem Gefängnisbesuch am Donnerstag seine Einwilligung erklärt.

Prozess hat am Mittwoch begonnen

Der Prozess gegen Tolu und 17 weitere Angeklagte hatte am Mittwoch begonnen. Ali Riza Tolu hatte vor Verfahrensbeginn gesagt, er habe den Jungen am Montag aus dem Gefängnis geholt. Bereits zuvor hatte er gesagt, sollte Mesale Tolu länger in Untersuchungshaft bleiben müssen, „dann nehme ich ihn wahrscheinlich mit nach Deutschland“.

Das Gericht in Silivri bei Istanbul hatte es am Mittwochabend abgelehnt, die deutsche Journalistin und Übersetzerin bis zu einem Urteil auf freien Fuß zu setzen. Die U-Haft dauert damit an. Der 32-Jährigen und den weiteren 17 Angeklagten wird Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation vorgeworfen. Dabei soll es sich um die linksextreme MLKP handeln. Der Deutschen drohen nach Angaben ihrer Anwältin Kader Tonc bis zu 20 Jahre Haft.

Die Bundesregierung dementierte, dass die Türkei mit der Inhaftierung deutscher Staatsbürger die Auslieferung mutmaßlicher türkischer Putschisten aus Deutschland erzwingen wolle.

dpa

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