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Laschet-Lapsus im Wahllokal: User bemerkt Foto-Detail, das ihn noch mehr stört - Stadt Aachen reagiert

Die Aufnahmen von Armin Laschet im Wahllokal zur Bundestagswahl schlagen wegen seiner Falt-Panne Wellen. Doch ein Nutzer weist auf etwas hin, was ihn noch mehr stört.

Aachen - Die Armin-Laschet-Panne im Wahllokal schlägt deutschlandweit Wellen: Der CDU-Kanzlerkandidat hat bei der Stimmabgabe zur Bundestagswahl seinen Stimmzettel falsch gefaltet. Als Laschet den Zettel in einem Wahllokal in Aachen in die Urne warf, konnten Umstehende sehen, was er angekreuzt hatte. Fotografen hielten den Moment auf Bildern fest.

Wegen des Wahlgeheimnisses ist es nicht erlaubt, seinen Stimmzettel offen einzuwerfen. Der Wähler müsse ihn "in der Weise falten, dass seine Stimmabgabe nicht erkennbar ist", heißt es auf der Website des Bundeswahlleiters. Sollte die Stimmabgabe erkennbar sein, müsste der Wahlvorstand den Wähler zurückweisen. Dies diene dazu, andere Wählende nicht zu beeinflussen. Normalerweise wird im Wahllokal darauf hingewiesen, wie der Zettel gefaltet werden muss.

Die sichtbaren Kreuzchen (von unserer Redaktion unkenntlich gemacht) sind nicht das Einzige, was auf diesem Foto auffällt.


Bundeswahlleiter Georg Thiel erklärte kurz darauf auf Twitter: "Ein bundesweit bekannter Politiker hat wie erwartet seine eigene Partei gewählt. Eine Wählerbeeinflussung kann darin nicht gesehen werden." Bei einer "Fehlfaltung" teilt der Wahlvorstand demnach einen neuen Stimmzettel aus - gelangt der offen eingeworfene Zettel dennoch in die Wahlurne, "kann er nicht mehr aussortiert werden und ist gültig".

Laschet-Panne im Wahllokal - „Weit ärgerlicher, dass die Wahlurne nicht korrekt abgeschlossen ist“

Bei Twitter kassiert Laschet nicht nur eine Menge Kritik - ein Nutzer hat auch GANZ genau hingeschaut. Und etwas gefunden, was ihn persönlich noch mehr stört. „Während sich alle Welt an Laschets sichtbaren Kreuzchen stört, finde ich es weit ärgerlicher, dass die Wahlurne nicht korrekt abgeschlossen ist“, schreibt er. Rund 350 Retweets und mehr als 2.100 Likes in den ersten etwa vier Stunden waren die Folge.

Der Tweet des Nutzers - auch hier hat unsere Redaktion die Kreuzchen unkenntlich gemacht.

Dazu postet er ein Zoom-Foto. Tatsächlich wirkt das kleine Vorhängeschlösschen in dem Aachener Wahllokal nicht gerade, als sei es ordnungsgemäß zu. „Das ist wie ein Foto aus einer Schulung. ‚Wie viele Fehler findest Du?‘“, meint ein User.

Laschet-Panne im Wahllokal - „Weit ärgerlicher, dass die Wahlurne nicht korrekt abgeschlossen ist“

Die Regeln für eine Wahlurne sind eigentlich klar - das hat auch der Bundeswahlleiter vor kurzem über Twitter unterstrichen. Die Beobachtung des Nutzers mit dem Vorhängeschloss bekommt jedenfalls unterschiedliche Reaktionen. Während manche das Wahlteam und den Wahlleiter vor Ort kritisieren, gibt es dazu auch Statements wie: „Wieso, der Mann ist Ehrenamtler. Ein dusseliges Wort und er kann sagen: Macht Euren Scheiß alleine.“

Und einer meint: „Oh Mann, Leute, ernsthaft, ‚Calm down‘, wer von Euch hat so ein Schloss? Ich hatte auch so eines, die sehen abgeschlossen einfach so aus!“ Abgeschlossen oder nicht? Gibt es gar noch eine zweite Versiegelung? Das bleibt Spekulation. Und das offene Vorhängeschloss nur eine kleine Randnotiz eines große Wellen schlagenden Vorfalls.

Mittlerweile gibt es auch eine Erklärung der Stadt Aachen, dass das Schloss an der Wahlurne „jederzeit voll funktionstüchtig“ gewesen sei. Die Urne sei damit „ordnungsgemäß geschlossen“ gewesen. Auf Fotos der Stimmabgabe wirkte das kleine Vorhängeschloss nach Ansicht vieler Twitter-Nutzer halb geöffnet. Das hatte für Debatten gesorgt - neben der Tatsache, dass Laschet seinen Wahlzettel so gefaltet hatte, dass man seine beiden Kreuze für die CDU sehen konnte. „Das Schloss ist morgens vor Öffnung des Wahllokals vom gesamten Wahlvorstand geprüft und freigegeben worden“, teilte eine
Stadtsprecherin am Sonntagabend auf dpa-Anfrage mit. Den Wahlabend im Ticker können Sie hier verfolgen. (lin/AFP)

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