Aschtiani Sadschdschads Sohn hält Mutter für schuldig

Sakineh Mohammadi Aschtiani

Täbris - Der Sohn der im Iran zum Tod durch Steinigung verurteilten Sakineh Mohammadi Aschtiani hat eine Umwandlung des Urteils gefordert, hält seine Mutter aber für schuldig.

Sadschdschad Kadersadeh war nach eigenen Angaben am Samstag nach Zahlung einer Kaution in Höhe von 40.000 Dollar (rund 29.900 Euro) aus der Haft entlassen worden. Er wolle sein Leben jetzt der Rettung seiner Mutter widmen, sagte er bei seinem ersten Auftritt vor der internationalen Presse in der Stadt Täbris.

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Kadersadeh war im Oktober festgenommen worden, nachdem er mit zwei deutschen Journalisten über den Fall seiner Mutter gesprochen hatte. Die beiden Reporter der “Bild am Sonntag“ sind nach wie vor im Iran inhaftiert. Ihnen wird vorgeworfen, lediglich mit einem Touristenvisum in das Land eingereist zu sein.

Ursprünglich sollte nach Auskunft lokaler Behörden am Samstag auch Sakineh Mohammadi Aschtiani vor Journalisten sprechen. Allerdings sei nicht das ordnungsgemäße Verfahren eingehalten worden, damit sie das Gefängnis verlassen könne, begründeten Behördenvertreter ihr Nicht-Erscheinen.

Während des Auftritts ihres Sohnes waren verschiedene Personen anwesend, offenbar lokale Behördenvertreter und in Zivil gekleidete Sicherheitsbeamte. Es war Kadersadehs erster Auftritt vor der internationalen Presse. Es ist unklar, ob jemals formell Anklage gegen ihn erhoben wurde. Kadersadeh sagte, er sei festgenommen worden, weil die Journalisten keine Genehmigung gehabt hätten.

Aschtiani war 2006 des Ehebruchs für schuldig befunden und zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Ihr Fall löste weltweites Entsetzen aus. Infolge der Kritik legte der Iran das Urteil gegen die Frau auf Eis. Es wird derzeit vom Obersten Gerichtshof im Iran geprüft.

Seine Mutter sei später als Mittäterin für den Mord an ihrem Ehemann zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden, sagte ihr Sohn. Es sei nicht fair, dass seine Mutter in Haft sei, während der Mann, der seinen Vater umgebracht habe, in Freiheit sei.

dapd

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