Nach sieben Jahren verhaftet

Assange: Vertrauter des Wikileaks-Gründers aus Gefängnis entlassen

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Julian Assange wurde zu 50 Wochen Haft verurteilt.

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange wurde zu einer Gefängnisstrafe in England verurteilt. Das Verfahren über eine Auslieferung an die USA wird erst nächstes Jahr stattfinden. Ein Vertrauter von ihm kam unterdessen frei. 

  • Seit Jahren lebt Julian Assange in der Ecuadorianischen Botschaft in London. 
  • Ecuador hat dem Wikileaks-Gründer aber nun das diplomatische Asyl entzogen.
  • Am Donnerstag wurde er nun von Polizisten der Scotland Yard festgenommen.
  • Es liegt ein Auslieferungsgesuch der USA vor.
  • Der Gesundheitszustand des Wikileaks-Gründers scheint katastrophal zu sein.

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Update vom 20. Juni 2019: 

Zweieinhalb Monate nach seiner Festnahme in Ecuador ist ein Vertrauter von Wikileaks-Gründer Julian Assange aus dem Gefängnis freigekommen. Ein Gericht des südamerikanischen Landes stufte die Untersuchungshaft am Donnerstag als "illegal und willkürlich" ein und ordnete die Freilassung des Schweden an, der sich wegen mutmaßlicher Angriffe auf Computersysteme vor Gericht verantworten soll. Er darf das Land aber nicht verlassen und muss sich regelmäßig bei den Behörden melden.

Der Schwede war am 11. April in Ecuador festgenommen worden, als er gerade nach Japan ausreisen wollte - nach sieben Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in Großbritannien. Quito hatte zuvor das politische Asyl für den 47-jährigen Australier aufgehoben.

Update vom 14. Juni 2019: Verfahren über US-Auslieferungsantrag für Assange im nächsten Jahr

Ein Gericht in London hat das Verfahren über den US-Auslieferungsantrag für den Wikileaks-Gründer Julian Assange auf Februar nächsten Jahres angesetzt. Die fünftägige Anhörung solle am 25. Februar beginnen, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Freitag aus dem Gerichtssaal.

Assange, der per Videostream aus dem Gefängnis zugeschaltet war, will sich gegen die Auslieferung wehren. Innenminister Sajid Javid hatte das US-Auslieferungsersuchen in dieser Woche förmlich zugelassen. Die Entscheidung liegt aber bei der Justiz.

Schwedisches Gericht lehnt Antrag auf Haftbefehl gegen Assange ab

Update vom 3. Juni 2019: Ein schwedisches Gericht hat die Ausstellung eines Haftbefehls gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange im Zusammenhang mit einem Vergewaltigungsvorwurf aus dem Jahr 2010 abgelehnt. Das Bezirksgericht in Uppsala wies am Montag einen entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft zurück, die damit ein Auslieferungsverfahren gegen den Australier in Gang setzen wollte. Assange sitzt derzeit in Großbritannien in Haft.

Assange zu Gefängnisstrafe verurteilt - US-Justiz verschärft Anklage erheblich

Update vom 23. Mai 2019: Die US-Justiz hat ihre Anklage gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange erheblich verschärft. Assange ist nun auch angeklagt, durch die Veröffentlichung von vertraulichen diplomatischen und militärischen Dokumenten der USA gegen Anti-Spionage-Gesetze verstoßen zu haben, wie das Justizministerium in Washington am Donnerstag mitteilte.

Die Erweiterung der Anklage bedeutet, dass dem in Großbritannien inhaftierten Assange in den USA eine deutlich längere Haftstrafe droht als bislang. Die neuen Anklagepunkte kommen zu der bereits zuvor von der US-Bundesanwaltschaft erhobenen Anschuldigung gegen den Wikileaks-Gründer wegen Verschwörung zum Angriff auf Regierungscomputer hinzu. Für diesen bisherigen Anklagepunkt allein drohten Assange bereits bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Die USA haben in Großbritannien die Auslieferung von Assange beantragt. Er hat angekündigt, sich dagegen mit allen juristischen Mitteln zu wehren. Die jetzt neu gegen ihn erhobenen Anklagepunkte nach dem Anti-Spionage-Gesetz bedeuten, dass die US-Ermittler den Wikileaks-Gründer nicht als Journalisten betrachten. Assanges Verteidigungslinie ist, dass Wikileaks eine journalistische Publikation sei und die dortigen Veröffentlichungen folglich durch die Pressefreiheit geschützt seien

Assange zu Gefängnisstrafe verurteilt: Manning will weiterhin nicht zu Wikileaks aussagen

Update vom 13. Mai 2019: Die ehemalige Wikileaks-Informantin Chelsea Manning will auch weiterhin nicht im Fall von Julian Assange aussagen. Auch die Gefahr, erneut in Beugehaft genommen zu werden, ändere daran nichts, sagte die Whistleblowerin am Sonntag. Manning war erst vor wenigen Tagen aus der Haft entlassen worden.

Die Whistleblowerin war Anfang März in Beugehaft genommen worden, weil sie sich weigerte, vor der Grand Jury eines Gerichts im US-Bundesstaat Virginia auszusagen. Die Grand Jury - ein mit weitreichenden Ermittlungsvollmachten ausgestattetes Geschworenengremium - war mit dem Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange befasst.

Freigekommen war sie lediglich aus formellen Gründen, weil der Zeitraum, für den diese Grand Jury eingesetzt worden war, ablief. Die als Ersatz einberufenen neue Jury hat Manning nun erneut vorgeladen.

"Sie haben schon angekündigt, dass sie dieselben Fragen stellen wollen", sagte Manning in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN. Auch diesmal werde sie die Aussage verweigern. "Ich habe nichts Neues anzubieten", fügte sie hinzu.

Zwar wüssten sie und ihre Anwälte nicht, ob sie erneut in Haft genommen werde. Sie sei aber überzeugt, für diesen Fall sehr viel stärkere rechtliche Einwände als zuvor anbringen zu können. Schon Anfang März hatte Manning sich gegen den geheimen Charakter von Grand Jurys ausgesprochen, die Zeugen in Abwesenheit ihrer Anwälte befragen dürfen.

Assange zu Gefängnisstrafe verurteilt - UN-Menschenrechtler kritisieren Umgang mit Wikileaks-Gründer

Update vom 3. Mai 2019: UN-Menschenrechtsexperten haben die Verurteilung des Wikileaks-Gründers Julien Assange zu 50 Wochen Haft in Großbritannien kritisiert. Assange war wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen verurteilt worden. Das sei eine unverhältnismäßige Strafe für ein unbedeutendes Vergehen, befand die Arbeitsgruppe zu willkürlichen Inhaftierungen. Sie verlangte am Freitag in Genf die Freilassung von Assange.

Der Australier (47) werde in einem Hochsicherheitsgefängnis festgehalten, als habe er ein Verbrechen begangen. „Diese Behandlung scheint dem Prinzip der Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit zu widersprechen, die in Menschenrechtsstandards vorgesehen sind“, teilte die Arbeitsgruppe mit. Sie hatte sich schon 2015 für Assange eingesetzt.

Wikileaks-Gründer Assange zu Gefängnisstrafe verurteilt

Update vom 20. April 2019,17.36 Uhr: Wikileaks-Gründer Julian Assange ist am Mittwoch wegen Verstoßes gegen seine Kautionsauflagen zu 50 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Das Strafmaß verkündete ein Gericht in London. Dem Anfang April festgenommenen 47-Jährigen wurde von der britischen Justiz vorgeworfen, mit seiner Flucht 2012 in die Botschaft Ecuadors gegen die Auflagen verstoßen zu haben.

War doch alles ganz anders? Ex-Botschaftsmitarbeiter packt über Assange aus

10.23 Uhr:  Wikileaks-Gründer Julian Assange hat sich nach Angaben eines ehemaligen Diplomaten während seines Exils in der ecuadorianischen Botschaft in London nicht - wie mehrfach behauptet - daneben benommen. Es stimme einfach nicht, dass Assange nicht reinlich gewesen sei, sich nicht um seine Katze gekümmert oder gar Exkremente an die Wände geschmiert habe, sagte der frühere Konsul der Landesvertretung, Fidel Narvaez, am Samstag dem britischen Nachrichtensender Sky News.

Assanges Verhältnis zu allen Angestellten der Botschaft sei respektvoll gewesen, sagte der Ex-Diplomat weiter. Der gebürtige Australier habe auch nicht in Schmutz gelebt. Narvaez: „Hat er das Geschirr in den Geschirrspüler gestellt? Wahrscheinlich nicht an den Wochenenden. Ist das ein Verbrechen?“ Zuletzt sei der Aufenthalt in der Botschaft aber „die Hölle“ für Assange gewesen, der Internet- und Besuchsverbote bekam. „Die Strategie war klar: ihn zu brechen.“

Narvaez hatte zwischen 2010 und 2018 dort gearbeitet. Assange flüchtete 2012 in die Botschaft. Ecuador entzog ihm kürzlich den diplomatischen Schutz, woraufhin er von der britischen Polizei festgenommen wurde. Ihm droht die Auslieferung in die USA.

Assange fährt in Unterwäsche Skateboard: Überwachungs-Videos zeigen sein Leben in Botschaft

Update vom 17. April 2019: Die spanische Zeitung El Pais veröffentlichte verschiedene Videos, die Julian Assanges Leben in der Ecuadorianischen Botschaft in London zeigen. Das Material stammt offensichtlich von Überwachungskameras, die im Gebäude und offenbar auch in den Zimmern, die Assange sieben Jahre lang bewohnte, angebracht waren. Zu sehen ist Assange unter anderem dabei, wie er in Unterwäsche versucht, in einem Büro Skateboard zu fahren. In anderen veröffentlichten Clips ist zu sehen, wie Assange Besuch von verschiedenen Personen erhält. 

Die Videos sollen offenbar zeigen, wie Assange in der Botschaft gelebt hatte. Dass man Details darüber verkünden wolle, hatte Ecuador zuvor angekündigt. El Pais berichtete zudem, dass Assange während seiner Zeit in der Botschaft auch Besuch von Prominenten wie Lady Gaga, Yoko Ono und ihrem gemeinsamen Sohn mit John Lennon, Sean, bekommen hatte.

Video: Überwachungskamera zeigt Assange auf Skateboard

Auslieferung von Julian Assange: Anklage-Taktik der USA kann Todesstrafe ermöglichen

Update vom 16. April 2019, 14.55 Uhr: Führen die USA geheime Ermittlungen gegen Julian Assange durch, um eine Auslieferung des in Großbritannien Inhaftierten zu ermöglichen? Das legt ein aktueller Artikel der Zeit nahe. Das Blatt berichtet unter Bezug auf ein Schreiben des US-Justizministeriums vom 7. März 2018, dass gegen Assange wegen „unerlaubten Erhalts und der Verbreitung geheimer Informationen“ ermittelt werde.

In der vergangenen Woche veröffentlichten Anklageschrift der USA gegen Assange wird dem Inhaftierten dagegen lediglich „Verschwörung zum Eindringen in Computer“ vorgeworfen. Während darauf eine vergleichsweise geringe Strafe steht, würde der Vorwurf der „Verbreitung geheimer Informationen“ ein deutlich höheres Strafmaß bis hin zur Todesstrafe erlauben.

Die Zeit-Journalisten mutmaßen, dass die US-Behörden Großbritannien mit der Anklage aus der vergangenen Woche zu einer Auslieferung bewegen wollten und dann erst später härtere Vorwürfe erheben könnten.

Großbritannien würde eine Auslieferung wahrscheinlich weniger in Betracht ziehen, wenn Assange die Todesstrafe drohen würde.

Julian Assange: Wirbel um Schlafzimmer-Foto - Linke starten Aufruf für Wikileaks-Gründer

13.28 Uhr: Abgeordnete der Linken haben dazu aufgerufen, eine Auslieferung des in Großbritannien festgenommenen Wikileaks-Gründers Julian Assange an die USA zu verhindern. Es sei die Pflicht "aller anständigen Demokraten der EU-Mitgliedstaaten", eine Auslieferung zu unterbinden, erklärten die Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel und Sevim Dagdelen (beide Linke) und die spanische Europa-Abgeordnete Ana Miranda (Grüne) bei einer Protestaktion am Montag vor Assanges Gefängnis im Osten Londons.

"Wir stehen humanitär in der Pflicht, da sich Assange nun in britischem Gewahrsam befindet und ein Auslieferungsersuchen der USA vorliegt", erklärten die drei Politikerinnen. Hochrangige Vertreter der US-Regierung, unter ihnen Präsident Donald Trump, hätten Assange "mit dem Tode bedroht", hieß es zur Begründung.

Bedrohung durch „weltweite Kriminalisierung des Journalismus“

Das Vorgehen gegen Assange schaffe einen "gefährlichen Präzedenzfall, durch den Journalisten aus aller Welt, einschließlich EU-Bürger, an die USA ausgeliefert werden könnten, wenn die Berichterstattung als ein Risiko für die nationale Sicherheit der USA interpretiert wird". Es drohe eine "weltweite Kriminalisierung des Journalismus".

Die drei Abgeordneten hatten für Montag einen Besuch bei Assange in dessen Gefängnis beantragt, wie Hänsel der Nachrichtenagentur AFP sagte. Zunächst kam es dazu aber nicht, da die Behörden über den Antrag noch nicht entschieden hätten. Die Politikerinnen bemühten sich demnach beim britischen Innenministerium, der Gefängnisleitung und der britischen Botschaft in Berlin um Zugang zu Assange.

Update vom 15. April 2019, 10.20 Uhr: Die New York Post glaubt, den Grund für den Rauswurf von Julian Assange aus der ecuadorianischen Botschaft herausgefunden zu haben. Das Foto zeigt Staatsoberhaupt Ecuardors Lenín Moreno halb zugedeckt in einem Bett, vor ihm ein gedeckter Tisch mit einer großen Schaale Hummer. Laut New York Post sorgte das Foto in Ecuador für viel Ärger. Immerhin hat die Bevölkerung wegen der Finanzkrise mit Sparmaßnahmen der Regierung zu kämpfen.

Lenín Moreno soll nun Assange und dessen Enthüllungsplattform Wikileaks beschuldigt haben, das Foto veröffentlicht zu haben. Assange soll in der ecuadorianischen Botschaft ein exzentrisches Leben geführt haben. Neben nächtlichen Aktivitäten soll er zudem nur halb bekleidet Interviews gegeben haben. Präsident Lenín Moreno verteidigte am Montag erneut die Entscheidung, Assange das Asyl zu entziehen.

21.50 Uhr: Ecuadors Präsident Lenín Moreno hat in einem Interview mit dem britischen Guardian die Hintergründe des Rauswurfs von Julian Assange aus der Botschaft des Landes in London erklärt. Dabei erhob er Vorwürfe gegen den Wikileaks-Gründer - und berichtete von einer Garantie der britischen Behörden, die für das weitere Schicksal Assanges noch von großer Bedeutung sein könnte.

Moreno erklärte, Assange habe ein „Zentrum für Spionage“ aus der Botschaft gemacht. „Diese Aktivitäten verletzen die Vorbedingungen des Asyls.“ „Er war ein Gast, der eine würdevolle Behandlung erhalten hat, aber er erwiderte diese Behandlung dem Land gegenüber, das ihn aufgenommen hat, nicht.“

Julian Assange wurde in London festgenommen.

Assanges Verhalten sei „verwerflich und unerhört“ gewesen, beklagte sich Moreno in dem per E-Mail geführten Interview. Der Wikileaks-Gründer habe das Botschaftspersonal schlecht behandelt, eine „aggressive Kampagne gegen Ecuador gestartet“ und „juristische Drohungen gegen alle vorgebracht, die ihm halfen“.

Die Beendigung des Asyls sei eine souveräne Entscheidung gewesen - und nicht auf Druck eines anderen Landes erfolgt, sagte Moreno, wohl mit Blick auf Spekulationen über eine Einmischung der USA. „Wir treffen keine Entscheidungen, die auf externem Druck irgendeines anderen Landes beruhen“, sagte der Präsident Ecuadors.

Von Großbritannien habe Ecuador Garantien bezüglich einer möglichen Auslieferung an die USA erhalten. „Für uns ist das Recht auf Leben der höchste zu schützende Wert“, erklärte Moreno dem Guardian in Bezug auf die Assange möglicherweise in den Vereinigten Staaten drohende Todesstrafe. Großbritannien habe schriftlich zugesichert, dass Assange in kein Land ausgeliefert werde, in dem ihm Folter, Misshandlung oder die Bestrafung mit dem Tode drohe.

Video: Laut Moreno soll Julian Assange "Zentrum der Spionage" betrieben haben

Assange droht Auslieferung: Deutsche Abgeordnete wollen nach London fliegen

19.50 Uhr: Mit Blick auf die drohende Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an die USA wollen nun mehrere Bundestagsabgeordnete nach London reisen. Die Linke-Politikerinnen Heike Hänsel und Sevim Dagdelen wollen Assange im Londonder Gefängnis Belmarsh besuchen und eine Pressekonferenz geben, wie die Fraktion der Partei am Sonntag mitteilte.

Offenbar war eigentlich ein Besuch bei Assange in der Botschaft Ecuadors geplant. Ob die Politikerinnen in der Haftanstalt zu dem inhaftierten 47-Jährigen vorgelassen werden, scheint noch unklar: Man gehe „davon aus, dass die britischen Behörden, in deren Gefangenschaft sich Assange nun befindet, diesen Besuch nun ermöglichen“, heißt es.

Der kleinen Delegation soll auch die spanische Grünen-Abgeordnete Ana Miranda angehören.

12.51 Uhr: Teurer Klempner für einen exzentrischen Gast: Um die Toilette des jahrelang in der Botschaft Ecuadors in London festsitzenden Wikileaks-Gründer Julian Assange zu reparieren, wurde 2016 eigens ein Installateur aus dem spanischen Valencia eingeflogen. Die aus Spanien stammenden Sicherheitsleute des gebürtigen Australiers befürchteten nämlich, dass ein lokaler Klempner das Klo verwanzen könnte. Kosten des viertägigen Einsatzes: 4000 Euro.

Dies berichtete die spanische Tageszeitung „El País“ am Sonntag unter Berufung auf frühere Beschützer des am Donnerstag in London verhafteten Enthüllers. Demnach kümmerte sich jahrelang eine im südspanischen Cádiz ansässige Firma um die Sicherheit des Gastes. Sie wurde direkt von einem Geheimdienst in Quito bezahlt.

Ihren Schützling nannten die Spanier intern „den Gast“ oder auch „El Juli“, eine Verkürzung seines Vornamens, aber auch Name eines berühmten Toreros. Assange pflegte spät schlafen zu gehen und spät aufzustehen. Auch wenn er die Botschaft nicht verlassen konnte, empfing er jede Menge Besucher, darunter Lady Gaga, Yoko Ono und ihren Sohn Sean Lennon oder die Modedesignerin Vivienne Westwood, die ihm Essen brachte.

Die Spanier beobachteten demnach auch das exzentrische Benehmen Assanges. TV-Interviews gab er in Unterhosen, angezogen sei er nur vom Gürtel aufwärts gewesen, also dem auf dem Bildschirm sichtbaren Teil seines Körpers. Er habe sich gehen lassen und die Toilette nach Benutzung nicht gespült. Die Botschaftsmitarbeiter störte es auch, wenn er in einem kleinen Raum auf einer elektrischen Herdplatte kochte. Die lange Zeit in der Botschaft vertrieb er sich manchmal mit Skateboardfahren oder Ballspielen im Flur.

Der Einsatz des spanischen Teams endete 2017, als in Quito der linke Präsident Rafael Correa von dem gemäßigten Lenín Moreno abgelöst wurde. In der vorigen Woche entzog Ecuador Assange den diplomatischen Schutz, woraufhin er von der britischen Polizei festgenommen wurde. Ihm droht die Auslieferung in die USA.

Anklageschrift der USA gegen Julian Assange veröffentlicht

9.20 Uhr: Julian Assange sitzt seit Donnerstag im Wandsworth-Gefängnis in London. Das Londoner Gericht hat nun für den 2. Mai eine erste Anhörung angesetzt. Da die USA wollen, dass Großbritannien den Wikileaks-Gründer an sie ausliefert, müssen sie alle Anklagepunkte gegen ihn veröffentlichen. Die „Grand Jury“ eines Gerichts in Alexandria (US-Bundesstaat Virginia) hat dies nun getan. Darüber berichtet Spiegel Online. Wirklich Neues liefert die sechsseitige Anklageschrift mit dem Datum des 6. März 2018 jedoch nicht. 

Julian Assange wird die „Verschwörung zum Eindringen in Computer“ vorgeworfen. „Er war nicht autorisiert, klassifizierte Informationen der Vereinigten Staaten zu erhalten“, steht in der US-Anklage. Speziell wird auf die Verbindung zwischen dem Analyst Bradley Manning, der nach einer Geschlechtsumwandlung heute Chelsea Manning heißt, und Assange eingegangen. Manning hatte ihm Informationen über die Kriegsverbrechen der USA im Irak weitergeleitet. 2010 habe Manning mehrere fast vollständige Datenbanken heruntergeladen. Damit habe er dann die „Agenten von Wikileaks“ versorgt. Wikileaks hat die meisten der mehr als 740.000 Dokumente auf der Website veröffentlicht.

Um die Spuren der Downloads zu verwischen, habe sich Assange mit Manning darauf verständigt, „ihm dabei zu helfen, ein Passwort für Rechner des US-Verteidigungsministeriums zu knacken“. Das sei jedoch nicht gelungen.

Die US-Behörden beschuldigen Assange der „conspiracy“ (Verschwörung). Die Höchststrafe für die „Verschwörung zum Eindringen in Computer“ liegt bei fünf Jahren. Für den US-Journalisten Glenn Greenwald, der schon mit Edward Snowden zusammengearbeitet hat, sind die Vorwürfe der Anklage nichts Neues und „seit Jahren bekannt“. Für ihn sei die Anklage aber eine „ernste Bedrohung der Pressefreiheit“. 

Die Anwälte von Assange sind sich sicher, dass es nicht bei der kurzen Anklage bleibt. Sie rechnen damit, dass er und andere Mitarbeiter von Wikileaks auf Grundlage des Espionage Act angeklagt werden. Dabei handelt es sich um ein altes Gesetz aus dem Jahr 1917. Es sieht jahrzehntelange Haftstrafen und in besonders schweren Fällen auch die Todesstrafe vor.

Julian Assanges Vater fordert Rückführung seines Sohnes nach Australien

8.13 Uhr: Der Vater von Wikileaks-Gründer Julian Assange hat die australische Regierung aufgefordert, für eine Rückkehr seines Sohnes in sein Heimatland zu sorgen. Das australische Außenministerium und Premierminister Scott Morrison sollten "etwas tun", sagte John Shipton der australischen Zeitung "Sunday Herald Sun".

"Es kann ganz einfach zur Zufriedenheit aller gelöst werden", zeigte sich Shipton überzeugt. Es habe bereits Gespräche zwischen einem Senator und einem ranghohen Beamten des Außenministeriums über eine Auslieferung seines Sohnes nach Australien gegeben. Premierminister Morrison hatte allerdings am Freitag erklärt, Assange könne nicht mit einer "speziellen Behandlung" seitens seines Heimatlandes rechnen.

News vom 13. April: 70 britische Abgeordneten fordern Auslieferung von Assange nach Schweden

16.47 Uhr: Der in Ecuador festgenommene Vertraute von Wikileaks-Gründer Julian Assange bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Der 36-jährige Schwede soll nach Einschätzung der Ermittler Cyberangriffe auf Informationssysteme geplant haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Samstag in Quito mitteilte. Seine Bankkonten werden demnach vorerst eingefroren.

Der Verdächtigte war gefasst worden, als er gerade nach Japan ausreisen wollte. Er habe zahlreiche Datenträger bei sich gehabt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung seien weitere Tablets, USB-Sticks, Handys und Kreditkarten sichergestellt worden.

Der Verdächtige soll Assange mehrfach in seinem Exil in der ecuadorianischen Botschaft in London besucht haben. Am Donnerstag war der Enthüllungsaktivist nach fast siebenjährigem Asyl von der britischen Polizei festgenommen worden. Die USA fordern seine Auslieferung.

14.57 Uhr: Ein Gruppe von rund 70 britischen Abgeordneten hat an die Regierung in London appelliert, eine Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange an Schweden zu ermöglichen, falls Schweden dies verlange. Die Parlamentarier stünden an der Seite der Opfer von sexueller Gewalt, schrieb die Labour-Abgeordnete Stella Creasy auf Twitter. Die Unterzeichner des Briefes warnten, dass sich derzeit die Medienaufmerksamkeit ganz auf eine mögliche Auslieferung des gebürtigen Australiers an die USA richte.

Lesen Sie auch: Wagen von Botschafterin in London „vorsätzlich gerammt“? Polizei eröffnet Feuer

Wegen Julian Assange/Wikileaks: Trump spielt den Ahnungslosen

13.42 Uhr: Julian Assange fürchtet die Auslieferung in die USA. Seit neun Jahren jagen ihn die amerikanischen Behörden. So sehr er dem mächtigsten Land der Welt mit seinen Veröffentlichungen, zum Beispiel zu den Kriegsverbrechen im Irak, geschadet hat, so hat er auch dem US-Präsidenten Donald Trump bei dessen Wahlsieg geholfen. Auch wegen der Publikmachung von internen E-Mails der Demokraten und des Wahlkampfteams von Hillary Clinton, konnte sich Trump im Präsidentschaftswahlkampf durchsetzten. 

Nach der Verhaftung des Wikileaks-Gründers Assange befindet sich der Präsident in einer Zwickmühle. Deswegen gibt er auch den Ahnungslosen. „Ich weiß nichts über WikiLeaks“, sagte er kürzlich und behauptete, dass es keinerlei Rolle in seinem Leben spiele.

Während des Wahlkampfes 2016 sagte Trump noch: „Junge, ich liebe es, WikiLeaks zu lesen.“ Assange bekräftigte auch immer wieder, dass er die Mails nicht von russischen Hackern bekommen habe, so wie es ihm die US-Behörden vorwarfen.

Damals konnte er noch auf Trumps Schutz hoffen. Je länger der aber im Amt ist, desto mehr hält er sich bei dem Thema zurück. Sollten im Zuge der Ermittlungen doch Verbindungen zu Russland nachgewiesen werden, könnte das auch auf den US-Präsidenten zurückfallen. Was Trump tatsächlich über Assange und WikiLeaks denkt, bleibt unklar. Zu oft hat er seine Meinung geändert. Im Jahr 2010, als er gerade erst anfing mit der Politik zu kokettieren, sagte er in einem Interview über Assange: „Das ist schändlich. Ich denke, darauf sollte die Todesstrafe oder etwas Ähnliches stehen.“ 

Julian Assange im Horror-Gefängnis: Katastrophaler Gesundheitszustand - Mutter mit eindringlichem Appell

8.30 Uhr: Nach seiner Verhaftung wurde Julian Assange in das berüchtigte Wandsworth-Gefängnis im Süden Londons gebracht. Es gilt als „das überfüllteste Gefängnis Englands“. Das berichtet die Bild. Dort haben sich auch schon mehrere Insassen das Leben genommen. 

Das ist besonders besorgniserregend, weil sich der Wikileaks-Gründer nach fast sieben Jahren Isolation in der ecuadorianischen Botschaft in einem schlechten Gesundheits- und Geisteszustand befindet. Seine Mutter Christine (68) schrieb auf Twitter über die Probleme ihres Sohnes und richtete gleichzeitig einen Appell an die Polizei: „Bitte seid geduldig, sanft und nett zu ihm.“

Konkret schreibt sie, ihr Sohn sei acht Jahre ohne Anklage eingesperrt gewesen sei. Er sei sechs Jahre frischer Luft, Sonne und Sport beraubt worden. Drei Jahre war er krank, ohne medizinisch betreut worden zu sein. Und er musste ein Jahr Isolation und Folter ertragen.

Auch Dr. Sean Love, der Assange im letzten Jahr in der Botschaft von Ecuador untersuchen durfte, fällt ein katastrophales Urteil über seine Gesundheit. Er twitterte nach der Verhaftung, dass die Schäden irreparabel seien: „Die physischen und psychologischen Folgen von Assanges Gefangenschaft in der Botschaft sind nicht rückgängig zu machen.“

News vom 12 April: Julian Assanges teurer Aufenthalt: So viel kostete das Asyl in Ecuadors Botschaft

22.45 Uhr: Nach fast sieben Jahren hat die ecuadorianische Botschaft in London Julian Assange das Asyl entzogen - und den Wikileaks-Gründer so in die Hände der britischen Justiz gebracht. Möglicherweise haben auch die Kosten für das Botschafts-Asyl eine Rolle bei dieser Entscheidung gespielt: Wie die Bild-Zeitung online berichtet, war der Aufenthalt Assanges alles andere als billig. Sowohl für den Staat Ecuador, als auch für die britischen Behörden.

Den Angaben zufolge waren für die ersten fünf Jahre des Aufenthalts auf Seiten Ecuadors rund fünf Millionen US-Dollar an Geheimdienstkosten aufgelaufen. Davon seien eine „internationale Sicherheitsfirma“ sowie Undercover-Agenten bezahlt worden. Essen und Unterkunftskosten seien in diesem Betrag noch nicht eingerechnet. Zuletzt sollte Assange selbst für Verpflegung, Medizin und Kleidung bezahlen.

Streit gab es offenbar auch, weil Assange Überwachungsmaßnahmen der Botschaft torpedierte. Laut Bild wurde dem Wikileaks-Gründer im Februar erst vorgeworfen, eine Lampe vor einer Überwachungskamera abmontiert, wenig später ein „Radio vorsätzlich laut aufgedreht“ zu haben. 

Die Londoner Polizei habe bereits im März 2018 drastische Zahlen veröffentlicht: So habe die Beobachtung Assanges bis Oktober 2015 mit 13,2 Millionen Pfund zu Buche geschlagen.

Julian Assange in Haft: UN-Experte warnt vor Auslieferung an Trumps USA

Update vom 12. April, 18.24 Uhr: Ein UN-Folterexperte hat vor einer möglichen Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange an die USA gewarnt. "Ich mache mir Sorgen um einen fairen Prozess", sagte der UN-Sonderberichterstatter zu Folter, Nils Melzer, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. "Ich mache mir Sorgen, dass er den Haftmethoden der Vereinigten Staaten ausgesetzt sein könnte, die zum Teil sehr problematisch sind", fügte er hinzu.

Die USA hätten sich in den vergangenen zehn Jahren im Hinblick auf Foltermaßnahmen "leider nicht als sicheres Land erwiesen", sagte Melzer, der in der Vergangenheit bereits wegen des US-Gefangenenlagers Guantanamo und dem sogenannten Waterboarding, bei dem ein Ertrinken simuliert wird, Alarm geschlagen hatte.

„Handlanger, Spion“: Presse ohne Gnade für Assange

15.17 Uhr: Früher wurde Julien Assange noch von vielen Medien gefeiert und verehrt. Mittlerweile hat ein Großteil der internationalen Presse eine andere Meinung von dem Wikileaks-Gründer. Wir haben für Sie die Pressestimmen zu seiner Verhaftung zusammengefasst.

Zur Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange schreibt die „Washington Post“:

„Herr Assange ist kein Held der freien Presse. Ja, Wikileaks hat sich geheime Regierungsdokumente beschafft und diese veröffentlicht (...). Entgegen journalistischer Normen hat Herr Assange solche Dokumente aber manchmal auf unethischem Wege erlangt (...). Ebenfalls im Gegensatz zu echten Journalisten hat Wikileaks Material in der Öffentlichkeit abgeladen, ohne sich die Mühe zu machen, den Wahrheitsgehalt zu prüfen oder den darin erwähnten Personen die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern.“

Die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ schreibt zur Verhaftung von Wikileaks-Gründer Julian Assange in London:

„Weniger als sieben Jahre brauchte es, um Julian Assange von einem Rockstar (...) in einen mutmaßlichen russischen Spion zu verwandeln, in einen Mitarbeiter des russischen Staatsfernsehens, in ein Idol der amerikanischen Rechten nach der Versenkung der Kampagne von Hillary Clinton 2016 durch Hacker-Angriffe.“

Zur Verhaftung von Wikileaks-Gründer Julian Assange meint die Londoner „Times“ am Freitag:

„Anfangs konnte Wikileaks noch für sich beanspruchen, einen legitimen Journalismus im öffentlichen Interesse zu betreiben, indem es Whistleblowern die Möglichkeit gab, Korruption und andere Rechtsverletzungen aufzudecken. Doch Assange hat seitdem eine Grenze überschritten. Er wurde zum Handlanger von repressiven Regimen. Ohne Interesse an Pressefreiheit, dafür aber mit dem starken Wunsch, westliche Demokratien zu unterminieren.“

Tauziehen um eine Auslieferung von Assange beginnt

14.25 Uhr: Nach der spektakulären Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange in London beginnt das Tauziehen um eine Auslieferung des 47-jährigen Australiers an die USA. Rechtsexperten erklärten am Freitag, der Fall könnte über Jahre vor britischen Gerichten verhandelt werden und letztlich vor den Europäischen Gerichtshof gehen. Assanges Anwältin hatte angekündigt, dass ihr Mandant das Auslieferungsgesuch "anfechten und bekämpfen" werde; eine Anhörung dazu ist am 2. Mai geplant.

"Angesichts der Auslieferungsvereinbarungen zwischen Großbritannien und den USA wird es sehr schwer werden, diese Auslieferung anzufechten", sagte der Rechtsexperte Anthony Hanratty von der Kanzlei BDB Pitmans der britischen "Times". Er verwies zudem auf das "Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern".

In vergleichbaren früheren Fällen haben die Auslieferungsverfahren Jahre in Anspruch genommen. Zwei Auslieferungsgesuche der USA blieben jedoch erfolglos: Im vergangenen Jahr blockierten zwei britische Richter die Auslieferung des mutmaßlichen Hackers Lauri Love an die USA. Auch die Auslieferung des britischen Hackers Gary McKinnon, der in Militärcomputersysteme eingedrungen sein soll, wurde nach einem zehnjährigen Rechtsstreit gestoppt. In beiden Fällen spielte die gesundheitliche Verfassung der Hacker eine Rolle.

1 3.06 Uhr:Julian Assanges Anwalt will eine mögliche Auslieferung des Wikileaks-Gründers an die USA verhindern. Das berichtet „spiegel online“. In den USA droht ihm eine lange Haftstrafe oder im schlimmsten Fall die Todesstrafe. Sein Anwalt, Juan Branco, hat sich nun an Frankreich gewandt. Die französische Regierung soll Assange Schutz gewähren. Der Wikileaks-Gründer habe ein kleines Kind in Frankreich.

„Wir würden uns anhören, was er will, aber wir bieten niemandem politisches Asyl, der nicht nachfragt", sagte Frankreichs Staatssekretärin für europäische Angelegenheiten, Amelie de Montchalin, zurückhaltend.

Wikileaks-Gründer Assange: Droht ihm nun die Todesstrafe?

11.48 Uhr: Die USA wollen, dass Großbritannien Julien Assange an sie ausliefert. In den USA ist er wegen Verschwörung zur Attacke auf Regierungscomputer angeklagt. Im schlimmsten Fall könnte ihm dort die Todesstrafe drohen. 

Obwohl Ecuador ihm das diplomatische Asyl entzogen hat und somit die Verhaftung erst ermöglicht hatte, ließ sich Staatschef Moreno von der britischen Regierung schriftlich versichern, dass Assange nicht in ein Land ausgeliefert wird, in dem ihm Folter oder die Todesstrafe droht.

Half Assange Trump?

9.18 Uhr: Der in London inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange sollte sich nach Ansicht der früheren US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton für seine mutmaßlichen Straftaten vor Gericht verantworten. Die Enthüllungsplattform hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2016 E-Mails der demokratischen Partei veröffentlicht und damit der damaligen Kandidatin Clinton geschadet.

„Aus der Anklage, die öffentlich geworden ist, geht hervor..., dass es um die Unterstützung beim Hacken eines Militärcomputers geht, mit dem Ziel, Informationen der US-Regierung zu stehlen“, sagte Clinton bei einer Veranstaltung in New York am Donnerstag (Ortszeit).

„Ich werde warten und sehen, was mit den Anklagepunkten passiert und wie das Ganze weitergeht“, fügte sie hinzu. „Das Entscheidende ist, dass er sich für das, was er getan hat, verantworten muss, zumindest so, wie es die Anklage vorsieht.“

US-Geheimdienste gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass die im Präsidentschaftswahlkampf gestohlenen E-Mails von russischen Hackern heruntergeladen und Wikileaks zugespielt wurden, um Clinton zu schaden und Donald Trump zu helfen.

Australiens Premier: Keine Sonderbehandlung für Assange

6.51 Uhr: Australiens Premierminister Scott Morrison schließt eine Einmischung seiner Regierung in den Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange aus. Das sei „Sache der USA“ und habe „nichts mit uns zu tun“, sagte Morrison am Freitag laut lokalen Medien. Assange, ein gebürtiger Australier, war am Donnerstag in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen worden.

Assange erhalte keine Sonderbehandlung, ihm werde die übliche konsularische Unterstützung gewährt, sagte Morrison dem Sender ABC. „Wenn Australier ins Ausland reisen und mit dem Gesetz in Konflikt geraten, müssen sie sich dem Justizsystem des jeweiligen Landes stellen. Es spielt keine Rolle, welches Verbrechen sie angeblich begangen haben.“

Australiens Außenministerin Marise Payne sagte vor Reportern: „Der Auslieferungsprozess selbst findet zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien statt.“ Ihr Land sei aber „völlig gegen“ die Todesstrafe. Großbritannien habe sich von den USA die Zusicherung eingeholt, dass Assange im Falle einer Auslieferung dort nicht die Todesstrafe drohe, fügte sie hinzu.

Vonseiten der Opposition kamen auch Gegenstimmen. So sagte der Chef der australischen Grünen Partei, Richard Di Natale, Australien müsse sicherstellen, dass Assange nicht ausgeliefert werde. „Diese Verhaftung ist ein dunkler Tag für die Pressefreiheit in der ganzen Welt“, erklärte er. Für Freitag waren in Sydney und Melbourne Kundgebungen zur Unterstützung von Assange geplant.

6.46 Uhr: In Ecuador haben Sicherheitskräfte eine Person aus dem Umfeld der Enthüllungsplattform Wikileaks festgenommen. Der Verdächtigte sei gefasst worden, als er gerade nach Japan ausreisen wollte, sagte Innenministerin María Paula Romo am Donnerstag.

Wikileaks-Gründer Assange in Haft - Ecuador mit extremen Vorwürfen: Kot an Wände geschmiert

Update 21.18 Uhr: Nach der Festnahme des Wikileaks-Gründers Julian Assange in London blieb bislang die Frage nicht ganz beantwortet, warum Ecuador dem 47-Jährigen nach sieben Jahren das Asyl entzog und so die Festnahme ermöglichte. Nun gibt es erste Hinweise.

Assange soll sich in seiner Zeit des Asyls in der Ecuadorianischen Botschaft stark daneben benommen haben. Das berichtet die Bild unter Berufung auf Aussagen von Ecuadors Innenminister Maria Paula Romo. Demnach habe Assange unter anderem in der Botschaft in London Fäkalien an die Wände geschmiert. Romo sprach von Respektlosigkeit, nachdem Ecuador Assange in der Botschaft als Gast aufgenommen hatte. Doch die Schmiererei soll nur eine schlimme Aktion des Wikileaks-Gründers gewesen sein. Romo kündigte an in den kommenden Stunden weitere Details zu Assanges Aufenthalt in der Botschaft nennen zu wollen. 

Dass Assange und die Ecuadorianischen Vertreter zuletzt nicht besonders gut verstanden, war längst kein Geheimnis mehr. So war bekannt geworden, dass dem Wikileaks-Gründer etwa das Internet gesperrt wurde und die Heizung abgeschalten worden war.

Wikileaks-Gründer Assange in Haft: Trump äußert sich

Update 20.04 Uhr: Nach der Festnahme des Wikileaks-Gründers Julian Assange hat US-Präsident Donald Trump erklärt, dass er mit der Enthüllungsplattform nicht vertraut sei. „Ich weiß nichts über Wikileaks. Das ist nicht meine Angelegenheit“, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus in Washington auf Fragen von Journalisten.

Julian Assange am Donnerstag auf dem Weg zum Westminster-Amtsgericht in London.

Er habe gehört, was mit Assange passiert sei, und es sei nun an US-Justizminister William Barr, eine Festlegung zu treffen. Auf Nachfragen erklärte Trump, er habe zu dem Fall keine Meinung. Während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 hatte der Republikaner Wikileaks gelobt und erklärt, er liebe die Organisation.

Update 18.21 Uhr: Die britische Premierministerin Theresa May verteidigte die Festnahme. "In Großbritannien steht niemand über dem Gesetz", erklärte May. Sie dankte Ecuador für die Zusammenarbeit sowie der Polizei für ihre "große Professionalität".

Außenminister Jeremy Hunt betonte, Assange sei "kein Held". Der Australier habe "sehr lange Zeit" versucht, sich der "Justiz zu entziehen". Dies sei "nicht akzeptabel".

Assange lässt Botschaft an Unterstützer übermitteln

Update 18.17 Uhr: Der in London festgenommene Wikileaks-Gründer Julian Assange will sich gegen die drohende Auslieferung in die USA wehren. Der 47-jährige Australier werde das US-Auslieferungsgesuch "anfechten und bekämpfen", sagte Assanges Anwältin Jennifer Robinson am Donnerstag in der britischen Hauptstadt. Assange ist in den USA wegen Verschwörung zur Attacke auf Regierungscomputer angeklagt.

Zudem habe ihr Assange aufgetragen, eine Botschaft an seine Unterstützer zu übermitteln, sagte Robinson. "Er sagte: 'Ich habe es euch gleich gesagt.'"

Update 17.26 Uhr: Der ranghohe US-Demokrat Mark Warner hat die Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange begrüßt. Er hoffe, dass die britische Justiz Assange rasch an die USA überstellen werde, damit er zur Rechenschaft gezogen werden könne, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Senat am Donnerstag. Assange habe lange Zeit hohe Ideale und moralische Überlegenheit zur Schau getragen, dann habe er sich aber an Russlands Bemühungen beteiligt, den Westen zu untergraben. Er sei auch an Versuchen beteiligt gewesen, die Sicherheit der USA zu gefährden.

Assange hat unterdessen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP mitteilen lassen, er wolle sich gegen das Auslieferungsgesuch der USA wehren.

Assange festgenommen: Gericht fällt erstes Urteil - und weist Assanges Argumente als „lachhaft“ zurück

Update 16.18 Uhr: Ein britisches Gericht hat Wikileaks-Gründer Julian Assange am Donnerstag in London für schuldig befunden, gegen seine Kautionsauflagen verstoßen zu haben. Dafür droht ihm eine Haftstrafe von bis zu zwölf Monaten. Assanges Anwalt hatte argumentiert, der heute 47-Jährige habe sich den Behörden entziehen müssen, da ihn kein fairer Prozess erwarte und er an die USA ausgeliefert werden solle.

Der Richter am Westminster Magistrates' Court wies das als „lachhaft“ zurück. Ein Datum für das Urteil steht noch nicht fest, bis dahin soll Assange in Gewahrsam bleiben. Am 2. Mai soll es vor demselben Gericht um das Auslieferungsgesuch der USA gehen. Die US-Justiz wirft Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor. Die britische Regierung hat klargestellt, Assange werde nicht ausgeliefert, falls ihm die Todesstrafe drohen sollte.

Update 16.06 Uhr: Wikileaks-Gründer Julian Assange hat wenige Stunden nach seiner Festnahme in London vor einem Gericht auf nicht schuldig plädiert. Er wies damit am Donnerstag vor dem Westminster Magistrates' Court in London den Vorwurf zurück, er habe sich unrechtmäßig der Auslieferung nach Schweden entzogen. Wie die Nachrichtenagentur PA berichtete, wollte Assange nicht selbst aussagen, sein Anwalt wollte demnach die Begründung erläutern.

Update 15.49 Uhr: Wikileaks-Gründer Julian Assange ist wenige Stunden nach seiner Festnahme in Ecuadors Botschaft vor einem Gericht in London erschienen. Der Australier reckte den Daumen in die Höhe, als er am Donnerstagnachmittag den Gerichtssaal in der britischen Hauptstadt betrat.

Video: Euronews-Frankreich zeigt im Video, wie Assange vor der ecuadorianischen Botschaft abgeführt wird.

Wikileaks-Gründer Assange festgenommen: USA werfen ihm „Verschwörung“ vor - Wagenknecht fordert Asyl

London - Die britische Polizei hat Wikileaks-Gründer Julian Assange am Donnerstag in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen. Wie Scotland Yard mitteilte, wurde der 47-Jährige festgesetzt und in ein Londoner Kommissariat gebracht. Zuvor habe ihm Ecuador das Asyl entzogen.

Gegen Assange liegt nach Angaben der britischen Polizei auch ein Auslieferungsgesuch der USA vor. Das gab Scotland Yard am Donnerstagmittag wenige Stunden nach der Festnahme des Australiers in der Botschaft Ecuadors in London bekannt. Zuvor hatte die Polizei die Festnahme mit der Anordnung eines Londoner Gerichts von 2012 wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen begründet.

Die US-Justiz wirft Wikileaks-Gründer Julian Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor. Assange werde beschuldigt, Manning dabei geholfen zu haben, ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Justizministeriums zum US-Auslieferungsantrag an Großbritannien. Nach Angaben der US-Justiz drohen Assange bis zu fünf Jahre Haft.

Die britische Premierministerin Theresa May verteidigte die Festnahme Assanges. "In Großbritannien steht niemand über dem Gesetz", erklärte May am Donnerstag im Parlament in London und dankte Ecuador für die Zusammenarbeit sowie der Polizei für ihre "große Professionalität".

Assange in London festgenommen - Auch Prozess in Schweden könnte neu aufgerollt werden

Der Australier hatte seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London gelebt, um einer Festnahme zu entgehen. Zuvor hatte ihm die Regierung des lateinamerikanischen Landes das diplomatische Asyl entzogen. Assange wollte einer Auslieferung an Schweden und einem von ihm befürchteten Prozess in den USA entgehen.

Wikileaks hatte 2010 für eine Sensation gesorgt, als es hunderttausende geheime Dokumente aus der Kommunikation von US-Botschaften veröffentlichte. Assange rechnet deswegen damit, dass ihm in den USA ein Prozess wegen Geheimnisverrats und womöglich sogar die Todesstrafe drohen könnte.

Auch die Frau, die mit Vorwürfen von Vergewaltigung und sexueller Nötigung gegen Julian Assange die inzwischen eingestellten Ermittlungen gegen den Wikileaks-Gründer in Schweden ausgelöst hatte, will, dass der Fall nach seiner Festnahme neu aufgerollt wird. Ihre Anwältin teilte am Donnerstag mit, sie werde daran arbeiten, dass die Staatsanwaltschaft die vorläufigen Ermittlungen in Schweden wieder aufnehme. Ziel sei es, dass Assange an Schweden ausgeliefert und wegen Vergewaltigung strafrechtlich verfolgt werden könne, hieß es in einer E-Mail der Anwältin Elisabeth Massi Fritz an die Deutsche Presse-Agentur.

Nach der Festnahme: Wikileaks protestiert, Un-Vertreter will Assange in der Haft besuchen

Wikileaks bezeichnete den Entzug des diplomatischen Asyls für ihren Gründer als "illegal" und als Verletzung internationalen Rechts. In einer am Donnerstag unmittelbar nach der Verhaftung des 47-Jährigen bei Twitter veröffentlichten Erklärung hieß es, der ecuadorianische Botschafter habe die britische Polizei "eingeladen", Assange zu verhaften. 

Ein UN-Vertreter will den festgenommenen Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Haft besuchen. Der Sonderberichterstatter für das Recht auf Privatsphäre, Joe Cannataci, hatte ursprünglich für Ende April einen Besuch in der Botschaft von Ecuador geplant. Am Donnerstag erklärte Cannataci, er werde seine bereits gebuchten Flüge nicht stornieren. Assanges Festnahme bedeute lediglich, dass er ihn an einem anderen Ort besuchen werde - "auf einer Polizeiwache oder anderswo in Großbritannien, wo er möglicherweise inhaftiert wird".

Britische Polizei verhaftet Assange - Kreml erhebt heftigen Vorwurf

Moskau kritisierte die Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London mit scharfen Worten. "Die Hand der 'Demokratie' erwürgt die Freiheit", schrieb die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag auf Facebook.

Die Beziehung zwischen Assange und seinem Asylgeber hatte sich in den vergangenen Monaten verschlechtert. Die Enthüllungsplattform warnte vergangene Woche vor einer drohenden Ausweisung ihres Gründers aus der ecuadorianischen Botschaft. Grund war demnach die Veröffentlichung von Fotos, Videos und Privatgesprächen des ecuadorianischen Präsidenten Lenin Moreno. Im Oktober hatte Ecuador begonnen, Assanges Besuche und Kommunikationsmittel einzuschränken.

Video: Wikileaks-Gründer Assange festgenommen

Kritik an Assanges Festnahme auch aus Deutschland: Linke fordert Reaktion der Bundesregierung

Kritik gab es auch aus Deutschland. Die Festnahme Assanges sei „ein Verstoß gegen internationales Recht und zugleich ein schwerer Schlag gegen den unabhängigen Journalismus“, sagte die Vize-Fraktionsvorsitzende der Linke, Sevim Dagdelen. Fraktionschefin Sahra Wagenknecht forderte eine Reaktion der Bundesregierung: Diese müsse „alles dafür tun, zu verhindern, dass das EU-Mitglied Großbritannien Julian Assange an die USA ausliefert, wo ihm wegen der Enthüllung von US-Kriegsverbrechen eine lebenslängliche Haftstrafe oder sogar die Todesstrafe droht. Angela Merkel muss Julian Assange jetzt in Deutschland politisches Asyl anbieten.“

Assange: Ecuadors geduld am Ende

Ecuadors Präsident Lenín Moreno verteidigte den Entzug des diplomatischen Asyls für Assange. Sein Land habe dabei "in souveräner Weise" gehandelt, erklärte der Präsiden. Ecuador entzog Assange auch die Staatsbürgerschaft entzogen, wie Außenminister José Valencia mitteilte. Valencia erklärte, das Außenministerium habe den Schritt bereits am Mittwoch beschlossen. Als Grund sagte der Minister, es seien "mehrere Unregelmäßigkeiten" in Assanges Papieren entdeckt worden.

Ecuadors Ex-Präsident Rafael Correa warf seinem Nachfolger hingegen vor, "der größte Verräter in der Geschichte Lateinamerikas" zu sein. Morenos Entscheidung bedrohe das Leben von Assange und demütige Ecuador, schrieb er bei Twitter.

Julian Assange gilt als maßgeblicher Mitgründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, die Einblick in unethisches Verhalten von Regierungen und Unternehmen verspricht. Seinen Kritikern gilt der 47-jährige gebürtige Australier jedoch vielfach auch als selbstgefälliger Akteur, der mit der Veröffentlichung heikler Informationen sogar das Leben anderer Menschen aufs Spiel setze.

Banner zur Unterstützung von Julian Assange hängen an der Botschaft von Ecuador.

Lesen Sie auch: In der Kathedrale Notre-Dame in Paris ist am Montagabend ein Feuer ausgebrochen. Bisher scheint die Feuerwehr es nicht in den Griff zu bekommen - alle News hier im Ticker.

dpa/AFP/fn

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