Aung San Suu Kyi: „Brauchen nationale Versöhnung“

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Die birmanische Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi erhält vom Regierenden Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit (SPD), einen goldenen Bären als Gastgeschenk.

Berlin - In der deutschen Öffentlichkeit erscheint Birma heute oft in positivem Licht - für Aung San Suu Kyi ist das Bild zu rosig. Das macht die Friedensnobelpreisträgerin zum Ende ihres Deutschlandbesuchs deutlich.

Die birmanische Freiheitskämpferin Aung San Suu Kyi sieht eine demokratische Zukunft ihrer Heimat noch an große Voraussetzungen geknüpft. „Wir brauchen eine nationale Aussöhnung“, sagte sie am Samstag in Berlin. So hatten zuletzt Berichte über Zusammenstöße zwischen Buddhisten und Muslimen in Birma Sorgen ausgelöst.

Zentral sei zudem die Änderung der Verfassung, in der das Militär weiter eine zu große Rolle spiele. „Diese Verfassung ist äußerst undemokratisch.“ Es werde sicher eine Verfassungsänderung geben, doch der Zeitpunkt hierfür sei offen.

Im kommenden Jahr soll in Birma gewählt werden. Nach derzeitiger Verfassung kann Suu Kyi nicht nächste Präsidentin des Landes werden, denn Bürger mit ausländischen Angehörigen dürfen bisher nicht gewählt werden. Suu Kyis Söhne sind britische und amerikanische Staatsbürger.

Wichtig sei auch eine moderne Bildungsinfrastruktur. Die Demokratisierung Birmas sieht sie als weiterhin gefährdet an. „Wir müssen noch hart arbeiten, dass der Prozess praktisch unumkehrbar wird.“

Etwa in der deutschen Öffentlichkeit herrsche ein zu positives Bild von der Entwicklung. Suu Kyi machte auch deutlich, dass sie die offizielle Bezeichnung ihres Landes, Myanmar, zunächst weiter ablehne, weil die Bevölkerung in die Umbenennung nicht einbezogen worden sei.

Nach Gesprächen mit Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hob sie hervor, dass beide die Positionen der demokratischen Kräfte Birmas gut verstanden hätten. Dies liege auch daran, dass beide unter einem einem autoritären Regime gelebt hätten, sagte sie mit Blick auf die DDR. Die 68-Jährige ist seit Mittwoch auf auf Deutschlandreise.

dpa

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