Auschwitz-Prozess: Gutachter hat Zweifel an Grönings Aussage

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Der Angeklagte Oskar Gröning spricht mit seinem Anwalt im Gerichtssaal in Lüneburg. Foto: Philipp Schulze/Archiv

Lüneburg (dpa) - Im Auschwitz-Prozess vor dem Landgericht Lüneburg hat ein Historiker erneut Zweifel an Aussagen des Angeklagten geäußert.

So hatte der frühere SS-Mann Oskar Gröning etwa angegeben, während der Zeit der Transporte aus Ungarn im Sommer 1944 nur höchstens dreimal vertretungsweise Dienst an der Rampe getan zu haben, um das zurückgelassene Gepäck der Verschleppten zu bewachen. Wahrscheinlicher sei zumindest ein wöchentlicher Einsatz während der etwa zweimonatigen Ungarn-Aktion, erklärte der historische Sachverständige Stefan Hördler am Mittwoch.

Als SS-Unterscharführer sei er vom Rampendienst ausgenommen worden, hatte Gröning zu Beginn des Verfahrens weiter berichtet. Auch das sei "absolut unwahrscheinlich", erklärte Hördler und zeigte Fotos eines Transports an der Rampe vom Mai 1944. Darauf waren mehrere Unterscharführer zu sehen, darunter einer mit Brille, der Gröning ähnelte.

Für eine angekündigte weitere Stellungnahme des 94-Jährigen war am Ende keine Zeit mehr. Diese wird nun für den 1. Juli erwartet. Gröning wird Beihilfe zum Mord in mindestens 300 000 Fällen vorgeworfen.

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