Offizielles Bild aus Camp David

User verspotten Obama wegen Waffen-Foto

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Das Foto im linken oberen Eck ist das offizielle, vom Weißen Haus herausgegebene Bild von US-Präsident Barack Obama beim Schießen in Camp David

Camp David - Auch Barack Obama greift ab und an zum Gewehr. Das Weiße Haus veröffentlichte ein entsprechendes Beweisfoto. Doch die Netzgemeinde zweifelt an der Echtheit des Bilds und verspottet den US-Präsidenten.

Mitten in der hitzigen Debatte über die Verschärfung des Waffenrechts hat das Weiße Haus am Samstag ein Foto veröffentlicht, auf dem US-Präsident Barack Obama mit einem Gewehr feuert. Das Bild zeigt Obama in Bluejeans und T-Shirt, wie er auf dem Präsidenten-Landsitz Camp David gerade aus einer Flinte feuert. „Obama schießt auf Tontauben am 4. August 2012 in Camp David“, twitterte Dan Pfeiffer, ein Mitarbeiter des Weißen Hauses.

Obama hatte kürzlich für Erstaunen gesorgt, als er bekannte, dass er auf dem Regierungs-Landsitz Camp David häufiger auf Tontauben schießt. Obama tritt derzeit energisch für schärfere Waffengesetze ein, betont aber auch immer wieder das von der US-Verfassung verbriefte Recht auf Waffentragen in den USA.

Das nun veröffentlichte Bild bringt dem US-Präsidenten jedoch vor allem Häme und Spott ein. Im Internet veröffentlichen zahlreiche User sogenannte Memes. Die Bilder zeigen Obama vor verschiedenen Hintergründen oder stellen ihm Comicfiguren zur Seite. Alle Fotomontagen dienen vor allem dazu, den Präsidenten lächerlich zu machen. So ist er auf einem Bild statt in Jeans und T-Shirt als Afroamerikaner mit Dreadlocks zu sehen. Statt eines Gewehrs hält er einen Joint in der Hand.

User verspotten Obama mit Memes

User verspotten Obama mit Fotomontagen

Unterdessen werden auch Vorwürfe laut, dass das Bild oder zumindest die Informationen dazu oder auch beides bearbeitet beziehungsweise geschönt sind. "Wenn er (Obama) Tontauben schießt, bin ich Daffy Duck", schreibt beispielsweise Michael Harlin in dem konservativen Blog "The American Thinker". Seine Argumente: Der Präsident zielt mit seinem Gewehr nicht in die Luft und außerdem sei es aufgrund der Körperhaltung offensichtlich, dass Obama noch nie zuvor mit einer Waffe geschossen hat.

Taktisch soll die Veröffentlichung des Fotos durch das Weiße Haus zum jetzigen Zeitpunkt die amerikanische Waffenlobby versöhnlich stimmen. Doch die ist fest davon überzeugt, dass das Bild in irgendeiner Weise gefaked, vor allem aber insziniert ist. Schon das angegebene Datum sei unglaubwürdig. Der 4. August, an dem das Foto angeblich entstanden ist, sei in den nationalen Medien umfassend dokumentiert worden, berichtet das amerikanische Nachrichtenportal nationalpost.com. Damals sei nie die Rede von einem Tontaubenschießen gewesen. Vielmehr wurde berichtet, dass Obama sich nach einer Runde Golf mit seiner Frau Michelle zum Essen getroffen hat. Den ganzen Tag über wurde er außerdem in einem weißen Polo-Shirt und grauer Hose fotografiert.

Obama wirbt für schärfere Waffengesetze

Ungeachtet der Spekulationen rund um das Foto startete der US-Präsident am Montag seine angekündigte öffentliche Kampagne für ein schärferes Waffenrecht. Angesichts heftiger Widerstände im Kongress sagte Obama bei einem Auftritt in Minneapolis: „Den Status quo zu ändern, ist nie leicht.“ Dies gelte auch für die Änderung des Waffenrechts, mit der unter anderem halbautomatische Sturmgewehre verboten werden sollen.

„Der einzige Weg, wie wir die Waffengewalt in diesem Land mindern können, ist, dass die Amerikaner beschließen, dass es ihnen wichtig ist, wenn Sie beschließen, dass es wichtig ist - Eltern und Lehrer, Polizisten und Priester, Jäger und Sportschützen“, sagte Obama. „Amerikaner mit ganz unterschiedlichem Hintergrund sollten aufstehen und sagen: "Diesmal wird es anders sein."“

Obama betonte, es gebe überparteiliche Unterstützung für die Überprüfung von Waffenkäufern und für Gesetze über den Waffenverkauf. Mit Blick auf das vorgeschlagene Verbot von Sturmgewehren sagte er nur, die Maßnahme verdiene eine Abstimmung im Kongress.

dpa/AP/mm

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