Barschel-Tod: Spurensuche geht weiter 

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Uwe Barschel am 18. September 1987 bei der "Ehrenwort"-Pressekonferenz.

Lübeck - Die Lübecker Staatsanwaltschaft hat erste Schritte unternommen, um mit neuen DNA-Untersuchungs-Methoden den Tod des früheren Kieler Regierungschefs Uwe Barschel zu untersuchen.

Derzeit würden unter anderem Schuhe, Socken, Barschels Anzug und ein Badvorleger zusammengesucht, die das Landeskriminalamt in Kiel überprüfen solle, sagte Oberstaatsanwalt Günter Möller am Mittwoch. Allerdings zeigte er sich skeptisch, dass dies zu neuen Erkenntnissen und neuen Ermittlungen führt.

Barschel war am 11. Oktober 1987 nach einem politischen Skandal und seinem Rücktritt tot in einer Badewanne eines Hotels in Genf entdeckt worden. Zwar gehen viele Fachleute von einem Selbstmord aus, aber die Todesumstände wurden nie zweifelsfrei geklärt.

Die DNA-Analyse ist für Ermittler bei der Aufklärung von Gewaltverbrechen eine der modernsten und schärfsten Waffen. Auch Jahrzehnte nach der Tat können die Experten aus winzigen Spuren mit Erbinformationen wie Blut, Sperma, Schuppen oder Haaren den genetischen Fingerabdruck eines Menschen erstellen und abgleichen. Die Erbgut-Informationen werden häufig über Spuren am Tat- oder Fundort gewonnen.

Seit 1998 arbeiten die deutschen Behörden mit einer zentralen DNA-Analyse-Datei. Mit Unterstützung der darin gespeicherten Daten konnten nach Informationen des Bundesinnenministeriums seither 709 Tötungsdelikte, 1381 Sexualstraftaten, 4127 Fälle von Raub oder Erpressung und 48.648 Diebstähle aufgeklärt worden.

dpa

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