Rücksicht auf Muslime

Landtag überprüft Sargpflicht

München - Bestattungen ohne Sarg könnten künftig womöglich bald erlaubt sein: Der Landtag prüft eine Abschaffung der Sargpflicht bei Beerdigungen, um Muslimen entgegenzukommen.

Der Innenausschuss beschloss am Mittwoch auf Antrag der Grünen eine Anhörung zum Bestattungsrecht. Dabei geht es um die Frage, ob die Sargpflicht noch zeitgemäß ist. Es sollen unter anderem Vertreter der beiden großen Kirchen sowie der muslimischen und jüdischen Gemeinden geladen werden. Anschließend wollen sich die Fraktionen eine Meinung bilden, ob es Änderungsbedarf gibt.

Mehrere andere Bundesländer hätten die Sargpflicht aufgehoben oder zumindest Ausnahmen zugelassen, sagte die Grünen-Abgeordnete Ulrike Gote. Nur in fünf Bundesländern gelte die Sargpflicht noch uneingeschränkt.

Der Anlass der Diskussion: Muslime lassen sich in der Regel nicht im Sarg beisetzen, sondern in Tücher eingewickelt. „Wir sollten den Familien, die bei uns in der zweiten oder dritten Generation leben, in diesem Punkt entgegen kommen“, sagte Gote. „Es ist die letzte Stufe der Integration, wenn sich hier jemand bestatten lässt“, meinte die Freie-Wähler-Abgeordnete Eva Gottstein.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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