Nachbarn von Zeugin vor Gericht

Aussage des mysteriösen Zschäpe-Doubles

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Das Original: Beate Zschäpe

München – War Beate Zschäpe kurz vor einem NSU-Mord nahe des Tatorts? Eine Zeugin will sie gesehen haben. Doch es könnte auch eine Verwechslung gegeben haben. Am Dienstag sagte das angebliche Zschäpe-Double aus.

War Beate Zschäpe kurz vor einem der NSU-Morde in der Nähe des Tatorts? Die Zeugin Veronika von A. will sie vor dem Mord in Dortmund dort im Garten ihres damaligen Nachbarn gesehen haben – zusammen mit den mutmaßlichen Haupttätern Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Zwar gab es Zweifel an der Glaubwürdigkeit von A., als sie vergangene Woche aussagte, weil sich die Zeugin erst jetzt meldete. Doch das Gericht geht der Sache nach. Am Dienstag mussten deshalb der damalige Nachbar Thomas D. und seine Frau Desiree D. aussagen. Mit ihr könnte von A. Zschäpe verwechselt haben.

Thomas D., den die Zeugin stets „den Skin“ genannt hatte, erinnert äußerlich tatsächlich an einen Rechten. Der Schädel fast kahl rasiert, Stiernacken, schwarze Jacke, so sitzt er vor den Richtern. Zschäpe blättert demonstrativ unbeteiligt in Papieren. „Kennen Sie Frau Zschäpe, Herrn Mundlos und Herrn Böhnhardt?“, fragt der Vorsitzende Richter Manfred Götzl. „Nein“, antwortet D. Die Gruppe, die die Zeugin für das NSU-Trio hält, habe vermutlich aus seiner Frau, seinem Neffen und seinem Schwager bestanden. Der habe „ebenfalls sehr kurze Haare.“ Mit der rechten Szene habe er nichts zu tun. Götzl hakt nach, warum seine Kinder die germanischen Namen Odin und Thor tragen – ein in der rechten Szene verbreiteter Brauch. „Das sind für mich germanische Götter“, sagt D. „Ich finde da nix Verwerfliches dran.“

Nebenklageanwalt Yavuz Narin fragt noch einmal nach Verbindungen in die rechte Szene – auch nach D.s Neffen. Der eine habe „ein paar Ansichten und einen kurzen Haarschnitt“, sagt D., sei aber kein Rechter. Ob er wisse, dass ein anderer Neffe öffentlich die Freilassung des mutmaßlichen NSU-Unterstützers Ralf Wohlleben fordert? Nein, er habe noch nie von Wohlleben gehört. Da muss selbst Zschäpe lachen, schließlich sitzt Wohlleben genau hinter ihr.

Auch Desiree D. will mit der rechten Szene nichts zu tun haben. Am Ende der Befragung dreht sie sich um, blickt zu den Zuschauern: Sie sieht Zschäpe nur sehr entfernt ähnlich. Ihr Gesicht ist runder, die Haare heller, ihre Figur untersetzter. Eine Verwechslung? Eher unwahrscheinlich.

Philipp Vetter

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