„Sehr, sehr schlimm“

Sichtlich bewegter Söder besucht Hochwassergebiet - und kündigt Klima-Schritte an

Markus Söder und Olaf Scholz (r.) stehen vor Schutz und entwurzelten Bäumen
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Augenzeugen: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Vizekanzler Olaf Scholz (r.) machen sich ein Bild im Katastrophengebiet.

Der Kreis Berchtesgadener Land wurde von Unwettern schwer getroffen, Hochwasser ist die Folge. Markus Söder und Olaf Scholz sind vor Ort. Der Ticker.

  • Schwere Unwetter ziehen am Wochenende über den bayerischen Alpenrand.
  • Besonders hart getroffen ist die Region Berchtesgadener Land.
  • Ministerpräsident Markus Söder ist gemeinsam mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz in der Region und wandte sich an die Öffentlichkeit (Updates von 16.10 und 16.47 Uhr).
  • Alle News im Ticker.

Update vom 18. Juli, 20.35 Uhr: Bringt die Hochwasser-Katastrophe neuen Schwung in den Streit um Schutzmaßnahmen an der Donau? Die Fronten um den Bau von Flutpoldern an der Donau sind verhärtet. Am Montagabend will Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) in Kelheim mit Kommunalpolitikern und weiteren Interessenvertretern diskutieren. Der Minister hatte vergangene Woche eine vertiefte Studie zur Flutpolder-Problematik vorgestellt, nach der Polder an den fraglichen Standorten der wirksamste Hochwasserschutz sind. Glauber bezeichnete den Bau als alternativlos - sehr zum Ärger vieler Flutpolder-Gegner. 

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) machte sich am Sonntag ein Bild von der Lage in Neuhaus am Inn und Passau. Mit Blick auf die Schäden in ganz Deutschland forderte er nach einer Mitteilung seines Ministeriums einen nationalen Wiederaufbaufonds in Milliardenhöhe.

Hochwasser-Katastrophe - Söder verspricht: „Wir lassen niemanden allein“

Update vom 18. Juli, 17.07 Uhr: Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den vom Hochwasser betroffenen Menschen in Südostbayern Hilfe und Unterstützung zugesichert. „Wir lassen da niemanden allein, ganz sicher nicht“, sagte Söder in Schönau am Königssee. Unabhängig von in Aussicht gestellten Hilfen des Bundes werde man auch in Bayern überlegen, wie man helfen könne.

„Wir trauern um alle Opfer, wir beten mit den Angehörigen, wir wünschen allen, die noch betroffen sind, alles Gute“, sagte Söder. Zudem dankte er den Rettungskräften, die Übermenschliches leisteten. Mit Blick auf das Hochwasser im Westen Deutschlands sprach Söder von einer „absoluten Super-Katastrophe“. In Relation dazu sei die Situation in Bayern nun zwar „sehr, sehr schlimm“, wenn auch nicht ganz so dramatisch. Für die einzelnen Betroffenen sei es aber genau gleich schlimm. „Deswegen muss uns jedes Schicksal wertvoll sein.“

Update vom 18. Juli, 16.47 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat schnelle Hilfe des Bundes für die Flutopfer in Deutschland versprochen. Man orientiere sich bei den Soforthilfen an der letzten Flut, also an etwa 400 Millionen Euro, sagte er am Sonntag bei dem Besuch im Hochwassergebiet in Schönau am Königssee. „Wir sind bereit, unseren Anteil zu leisten.“

Insgesamt bewegten sich die Ausgaben für die verheerenden Schäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen allerdings im Milliarden-Bereich. Scholz betonte, angesichts des Klimawandels sei es besonders wichtig, dass Deutschland ein klimaneutrales Industrieland werde. Sonst würden die Menschen solche Katastrophen immer wieder treffen.

Söder besucht Hochwassergebiet - und kündigt Klima-Schritte an

Update vom 18. Juli, 16.10 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich nach einem Ortstermin im Berchtesgadener Land bewegt über die Eindrücke aus dem Hochwassergebiet geäußert. Eine erste Freude sei fast schon, wenn „an Leib und Leben“ nichts passiert ist, sagte Söder in Schönau. Bayern habe bereits einige Hochwasser-Ereignisse erlebt, die Erfahrungen sei aber immer „gleich schlimm und neu bewegend“: „Wasser ist gewaltig und Schlamm macht alles kaputt - das wird immer wieder unterschätzt.“

Markus Söder gibt im Hochwassergebiet Schönau ein Statement ab.

Söder kündigte zugleich entschlossene Schritte gegen den Klimawandel an. Es sei nötig, das Tempo „eher zu beschleunigen“. Ziel sei es Anpassungsmaßnahmen zu beschleunigen und „gleichzeitig den Schutz massiv voranzutreiben“. Am Ende werde sich zeigen, dass die Kosten des Nicht-Handels größer seien als die des Handelns. Der CSU-Chef kündigte eine Regierungserklärung zum Thema für die kommende Woche an.

Update vom 18. Juli, 15.43 Uhr: Markus Söder, Joachim Herrmann und Bundesfinanzminister Olaf Scholz sind in Berchtesgaden angekommen. Landrat und Einsatzleitung informieren die Politiker über die Lage vor Ort. Anschließend will man sich auch in Schönau am Königssee ein Bild der Lage machen. Hier steht auch ein Pressetermin an.

Update vom 18. Juli, 15.00 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) reist am Sonntag in das schwer von den Unwettern getroffene Berchtesgadener Land. Begleitet wird er von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) sowie Vizekanzler Olaf Scholz (SPD). Gemeinsam wollen sich die Politiker ab 15 Uhr ein Bild der Lage vor Ort machen. Um 15.50 Uhr werden die Politiker im Rahmen von Pressestatements über die Lage informieren.

Berchtesgadener Land schwer von Unwettern getroffen - Söder am Sonntag vor Ort

Hochwasser in Berchtesgaden - Markus Söder und Joachim Herrmann wollen sich bald vor Ort ein Bild der Lage machen.

Erstmeldung vom 18. Juli: Berchtesgaden - Heftiger Regen* sorgte in Südostbayern für Überflutungen. Besonders der Landkreis Berchtesgadener Land* wurde getroffen. Noch am Samstagabend wurde dort der Katastrophenfall ausgerufen. Nun wollen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder* und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU*) am Sonntagnachmittag ins Hochwassergebiet in Südostbayern fahren. Das verlautete am Vormittag aus Regierungskreisen in München. Die Politiker wollen sich der Region ein Bild von der Lage machen, heißt es. Zeit und Ort waren zunächst noch offen.

Hochwasser im Berchtesgadener Land: Zwei Menschen sterben

Der Kreis Berchtesgadener Land wurde schwer vom Hochwasser getroffen, zwei Menschen kamen ums Leben. Eine Person starb an einer natürlichen Ursache. Aber auch das könne mit dem Unwetter* zusammenhängen, sagte Landrat Bernhard Kern am Morgen. 130 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Sintflutartige Regenfälle hatten am Samstagabend den Fluss Ache über die Ufer treten und Hänge abrutschen lassen. Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau im äußersten Südosten Bayerns. (kam/dpa)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Hochwasser: Berchtesgadener Ache ist ein reißender Fluss

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