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Medienbericht

Bundesamt rechnet mit hunderttausenden Neuankömmlingen aus Syrien

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Frank-Jürgen Weise.

Nürnberg - Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) stellt sich auf die Ankunft hunderttausender weiterer Syrer ein, die als nachziehende Familienmitglieder nach Deutschland kommen können.

Diese Entwicklung werde sich allerdings über viele Monate hinziehen, heißt es in einer internen Prognose das Bamf, aus der die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochsausgabe) zitierte. Wenn Faktoren wie Alter, Kinderzahl und bereits mitgereiste Angehörige berücksichtigt würden, sei damit zu rechnen, dass im Durchschnitt für jeden anerkannten syrischen Flüchtling ein Angehöriger dazukommen werde - als Ehegatten, Kinder oder Eltern unbegleiteter Minderjähriger.

Die Bamf-Prognose stammt nach "SZ"-Angaben von Ende 2015. Laut Ankunftsstatistik des Bundesamts kamen 2015 etwa 428.000 Syrer nach Deutschland; in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres waren es noch einmal knapp 72.000. Entsprechend müsste mit bis zu 500.000 nachziehenden Neuankömmlingen gerechnet werden.

Seit Inkrafttreten des Asylpakets II erhalten zwar mehr syrische Flüchtlinge nur noch den so genannten subsidiären Schutz, außerdem wurde der Familiennachzug bei ihnen für zwei Jahre ausgesetzt. Das werde die Zahlen aber erst für die Zukunft etwas verringern, schreibt die "SZ".

Prognosen werden damit nach unten korrigiert

In den vergangenen Monaten hatte es Prognosen gegeben, die eine Verdrei- oder Vervierfachung der Flüchtlingszahlen durch den Familiennachzug vorausgesagt hatten. Dem widersprachen die Bamf-Experten in dem zitierten Papier. Gleichzeitig betonten sie aber, dass auf die Sozialkassen zusätzliche Aufgaben zukämen. Wegen der "erheblichen zeitlichen Verzögerung beim Familiennachzug" werde dies aber nur schrittweise eintreten.

Tatsächlich gibt es bei der Bewilligung der Nachzugs-Visa an den deutschen Vertretungen in der Türkei und in Beirut erhebliche Wartezeiten. Diese Botschaften sind für syrische Angehörige die wichtigsten. Die Bundesregierung hat die Kapazitäten dort massiv ausgebaut. Trotzdem müssen Antragsteller oft viele Monate auf einen Bescheid warten.

AFP

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