Bericht: Schröder plant auch Großelternzeit

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Kristina Schröder will auch Oma und Opa für ihre Kinderbetreuung belohnen.

Berlin - Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) plant laut einem Medienbericht, neben der bestehenden Elternzeit auch eine ähnliche Regelung für Großeltern einzuführen.

Wenn Großeltern ihre Enkelkinder betreuen, sollen sie laut einem Gesetzentwurf des Familienministeriums einen Anspruch darauf haben, von ihrer Arbeit freigestellt zu werden, wie die „Passauer Neue Presse“ (Donnerstag) berichtet. Das Vorhaben hatte Schröder Anfang September angekündigt. Die Großeltern-Regelung soll sogar dann gelten, wenn die Eltern selbst in Elternzeit sind.

Der Rechtsanspruch bleibe nach den Plänen auf Mitarbeiter von Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten beschränkt. Einen finanziellen Ausgleich wie das Elterngeld soll es bei der Großelternzeit nicht geben. Der Entwurf sehe zudem eine Reform der Elternzeit vor. Demnach kann die Elternzeit noch flexibler als bislang auf verschiedene Altersstufen des Kindes aufgeteilt werden.

So funktioniert das Betreuungsgeld

Eltern sollen künftig ein Betreuungsgeld erhalten, wenn sie für ihre Kinder zwischen dem 13. und 36. Lebensmonat kein staatlich gefördertes Angebot in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter in Anspruch nehmen. © dpa
Die Kritiker sprechen von einer “Fernhalteprämie“ oder “Herdprämie“, die Koalition von “Wahlfreiheit“ bei der Kinderbetreuung. © dpa
Das Betreuungsgeld soll ab 1. Januar 2013 zunächst nur für Kinder im zweiten Lebensjahr mit 100 Euro monatlich starten. © dpa
Ab 2014 soll das Geld auch für Kinder im dritten Lebensjahr gezahlt und für alle auf 150 Euro monatlich erhöht werden. © dpa
Die neue Leistung wird nach dem Gesetzentwurf auch dann ausbezahlt, wenn beide Elternteile berufstätig sind und Großeltern, Verwandte, Freunde oder ein Au-pair-Mädchen das Kind betreuen. © dpa
Beantragt werden kann das Betreuungsgeld bei den Elterngeldkassen der Kommunen. Bei Hartz-IV- oder Sozialhilfe-Empfängern wird das Betreuungsgeld von der Gesamtleistung wieder abgezogen. © dapd
Nach dem überarbeiteten Gesetzentwurf sind für das Betreuungsgeld 2013 rund 300 Millionen Euro eingeplant. Ab 2014 werden Aufwendungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro, ab 2015 dann 1,2 Milliarden Euro erwartet. © dpa

Das Elternzeitgesetz gewährt Müttern und Vätern bislang bis zum vollendeten dritten Lebensjahr ihres Kindes einen Rechtsanspruch auf Elternzeit. Voraussetzungen dafür sind, dass die Eltern das Kind selbst betreuen und mit ihm in einem Haushalt leben.

dpa

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