Bericht über Massenexekution in Syrien

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Jeden Tag sterben in Syriens blutigem Machtkamp Dutzende Menschen.

Damaskus/Istanbul - In Syriens blutigem Machtkampf soll es Berichten einer Organisation zufolge zu zahlreichen Tötungen gekommen sein.

In der Nacht zum Dienstag meldete die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter, in einem vorwiegend von Alawiten bewohnten Viertel der Stadt Homs habe ein Aktivist auf einem Platz 34 Leichen liegen sehen. Bei den Getöteten soll es sich um sunnitische Zivilisten handeln, die wenige Stunden zuvor von Angehörigen der Schabiha-Miliz aus den „Vierteln der Revolutionäre“ verschleppt worden waren.

Am Montag sollen landesweit 50 Menschen von Angehörigen der Sicherheitskräfte und der Milizen getötet worden sein, die meisten von ihnen in der Protesthochburg Homs. Am Dienstag starben nach Angaben von Aktivisten 23 Zivilisten. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete unterdessen, die Regierungstruppen hätten am Vortag in Homs drei „Terroristen“ getötet. Außerdem berichtete Sana, eine bewaffnete Bande habe in Homs das Feuer auf einen Bus mit Beamten der lokalen Landwirtschaftsbehörde eröffnet und zwei Menschen verletzt.

Die Aktivisten, die seit März versuchen, den Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad zu erzwingen, berichteten ihrerseits von 13 Verletzten beim Beschuss eines Dorfes im Bezirk Dschisr al-Schoghur nahe der türkischen Grenze. Drei der verletzten Zivilisten seien zur Behandlung in die Türkei gebracht worden, hieß es. Wegen der Medienblockade sind Berichte über Militäroperationen in Syrien nur schwer nachzuprüfen.

Die syrische Opposition bemüht sich seit Beginn der Proteste, eine Spaltung zwischen sunnitischen und alawitischen Muslimen zu vermeiden. Nach Einschätzung unabhängiger Beobachter vor Ort gibt es inzwischen jedoch große Spannungen zwischen den Religionsgruppen, da sich das Regime vor allem auf Alawiten im Sicherheitsapparat stützt.

Die einzigen noch verbliebenen Verbündeten des Assad-Regimes in der Region sind derzeit die Schiiten-Bewegung Hisbollah im Libanon, das schiitische Regime in Teheran und radikalen Schiiten-Parteien im Irak. Der radikale irakische Schiiten-Prediger Muktada al-Sadr erklärte am Montagabend in der Pilgerstadt Nadschaf; „Ich rufe alle auf, sich nicht in die Angelegenheiten Syriens einzumischen.“ Syrische Assad-Gegner werfen der Sadr-Bewegung vor, sie habe Milizionäre zur Unterstützung der Regierungstruppen nach Syrien geschickt. Die Sadr-Bewegung bestreitet dies.

Die Arabische Liga will am 15. Dezember, wenn die von ihr beschlossenen Wirtschaftssanktionen gegen das Regime in Kraft treten, erneut über die Lage in Syrien beraten. Das Regime hatte am Montag erklärt, es wolle nun doch die Forderung der Liga erfüllen und Beobachter ins Land lassen. Bei der Liga hieß es jedoch, die Führung in Damaskus habe ein Protokoll, das die Details dieser Beobachtermission regeln soll, bislang noch nicht unterschrieben.

dpa

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