Heimatminister nimmt Muslime in die Pflicht

„Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ - Seehofer widerspricht der Kanzlerin

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Nicht immer einer Meinung, nun aber vereint am Kabinettstisch: Angela Merkel und Horst Seehofer.

Dieses Interview dürfte am Freitag im politischen Berlin noch für einige Reaktionen sorgen: Horst Seehofer äußerte sich über Muslime und den Islam in Deutschland. 

Berlin - In einem Interview mit der Bild-Zeitung nimmt der neue Heimatminister Horst Seehofer die in Deutschland lebenden Muslime in die Pflicht: „Muslime müssen mit uns leben, nicht neben oder gegen uns“. Seehofer will deshalb das Gespräch wieder intensivieren: „Wir müssen uns mit den Verbänden an einen Tisch setzen und den Dialog suchen.“

Die Frage der Bild, ob der Islam zu Deutschland gehöre, verneinte Seehofer. „Nein. Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt“, so der CSU-Vorsitzende. Dazu würden auch kirchliche Feiertage und christliche Rituale gehören. Es sei falsch, wenn man „aus falscher Rücksichtnahme“ gegenüber den in Deutschland lebenden Muslimen landestypische Traditionen und Gebräuche aufgebe.

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Mit seiner Islam-Aussage widerspricht Seehofer der Kanzlerin. Im Jahr 2015 hatte Angela Merkel erklärt: „Der Islam gehört zu Deutschland – und das ist so, dieser Meinung bin ich auch.“ Damit bekräftigte Merkel eine Einschätzung des Bundespräsidenten Christian Wulff, der bereits 2010 für sich feststellte: „Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“

Seehofer will bei der Wahl Söders dabei sein

Am Donnerstagabend wurde außerdem bekannt, dass der zurückgetretene Ministerpräsident nicht nur bei der Wahl seines Nachfolgers Markus Söder dabei sein will, sondern diesem auch offiziell die Amtsgeschäfte übergeben möchte. „Ich bin morgen im Landtag“, sagte Seehofer der Deutschen Presse-Agentur in München. Zudem werde es am Montag einen Termin zur Amtsübergabe in der Staatskanzlei geben, kündigte er an. Zuletzt hatte Landtagspräsidentin Barbara Stamm Seehofer dazu aufgefordert, zur Wahl Söders zu erscheinen.

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