Berlusconi: Nichts von Prostituierter gewusst?

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Silvio Berlusconi.

Rom - Eine bezahlte Luxus-Prostituierte auf einer Party von Berlusconi -  dieser Zeitungsbericht brachte ihn in Bedrängnis. Nun entschuldigt sich der Mann, der Patrizia D'Addario und weiteren Frauen das Geld bezahlte.

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi soll nichts davon gewusst haben, dass Frauen für einen Besuch seiner Partys bezahlt worden sind. Das erklärte der italienische Geschäftsmann Giampaolo Tarantini. Er selbst habe den Frauen das Geld gegeben, aber nur, um ihnen die Anreise und andere Ausgaben zu ersetzen, sagte Tarantini. Er entschuldigte sich in einer Erklärung an die Nachrichtenagentur ANSA bei Berlusconi für den entstandenen Skandal. Patrizia D'Addario, die nach Aussagen von Bekannten als Luxus-Prostituierte arbeitet, hatte in einem Interview der oppositionsnahen Zeitung “Corriere de Sera“ erklärt, sie habe für ihre Anreise aus Bari und den Besuch der Party in Berlusconis römischen Residenz 1.000 Euro bekommen.

Bei der Party seien ihr und 20 anderen jungen Frauen ein Video von Berlusconis Treffen mit dem früheren US-Präsidenten George W. Bush und Fotos seiner Villen gezeigt worden. Berlusconi habe für sie gesungen und Witze erzählt. Sie könne das beweisen, weil sie das mit einem Aufnahmegerät aufgenommen habe. Berlusconi wies die Berichte als “Müll und Lügen“ zurück.

D'Addario und zwei weitere Frauen, die Berlusconis Partys besuchten und dafür Geld oder Geschenke haben sollen, sind inzwischen von der Polizei in Bari verhört worden. Berichten zufolge richten sich die Ermittlungen gegen Tarantini wegen angeblicher Unrechtmäßigkeiten in Zusammenhang mit seinem Pflegedienst-Unternehmen und wegen Anstiftung zur Prostitution. In seiner Erklärung wies Tarantini die Geschichten der drei Frauen als falsch zurück. Sie sollten nur dazu dienen, Berlusconi zu schaden.

Er habe die Frauen zu den Partys eingeladen, um bei Berlusconi , den er erst kurz vorher kennengelernt habe, einen guten Eindruck zu machen. Es tue ihm leid, dass er dem Ministerpräsidenten geschadet habe, ohne es zu wollen. Berlusconi ist in der Defensive, seit seine Frau seine Vorliebe, gut aussehende junge Frauen für die Europawahl aufzustellen, öffentlich zu einem Scheidungsgrund gemacht hat. Außerdem gab es Berichte, er habe ein Verhältnis mit einem inzwischen 18-jährigen Model. Berlusconi hat erklärt, es gebe nichts Anstößiges an der Beziehung.

ap

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