Bezirksparteitage der CSU: Eck folgt Glos und Ferber bleibt

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Nach 18 Jahren an der Spitze der CSU in Unterfranken macht Michael Glos Platz für Gerhard Eck.

Marktoberdorf/Waigoldshausen - 18 Jahre lang stand Michael Glos an der Spitze der CSU in Unterfranken. Nun machte der ehemalige Wirtschaftsminister Platz für seinen Nachfolger Gerhard Eck.

Führungswechsel bei der CSU in Unterfranken: Nach 18 Jahren an der Spitze hat der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Michael Glos den Posten am Samstag geräumt. Zum seinem Nachfolger wurde beim Bezirksparteitag in Waigolshausen bei Schweinfurt Innenstaatssekretär Gerhard Eck gewählt. Eck habe 160 von 177 Stimmen erhalten, sagte Bezirksgeschäftsführer Gerhard Schmitt der Nachrichtenagentur dpa in München. In Schwaben bleibt dagegen alles beim alten: Dort bestätigte der Bezirksparteitag in Marktoberdorf den Vorsitzenden Markus Ferber im Amt. Ferber sitzt seit 1994 für die CSU im europäischen Parlament und ist dort seit 1999 Vorsitzender der CSU-Europagruppe.

In Unterfranken sieht Glos sein Haus gut bestellt für den Führungswechsel. “Gerhard Eck ist ein guter Nachfolger“, hatte er vor dem Parteitag der Nachrichtenagentur dpa gesagt. Glos spielte als CSU-Landesgruppenchef von 1993 bis 2005 eine zentrale Rolle in der Union. “Ich stand in meiner Zeit als Landesgruppenchef oft zwischen Theo Waigel als Parteivorsitzendem in der Bundeshauptstadt und Edmund Stoiber in München.“ Von 2005 bis 2009 war Glos Bundeswirtschaftsminister. Seit seinem Rücktritt von diesem Posten trat er nur noch selten öffentlich in Erscheinung.

In Schwaben ist Ferber seit 2005 CSU-Chef. Vor zwei Jahren war er mit 98,1 Prozent in seinem Amt bestätigt worden. Diesmal erhielt der 46-jährige Europaabgeordnete aus Bobingen 93,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Von 163 Delegierten hatten 157 eine gültige Stimme abgegeben. 147 votierten für Ferber, der ohne Gegenkandidat angetreten war. Zu seinen Stellvertretern wurden Klaus Holetschek (Bad Wörishofen), Ursula Lax (Füssen), Gerd Müller (Kempten) und Alfred Sauter (Ichenhausen) gewählt.

Vor der Wahl hatte CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer die Delegierten auf die Energiewende eingestimmt und sie aufgefordert, den neuen Kurs der Partei in der Energiepolitik mitzutragen. “Eine Energiewende ist ohne die Kommune nicht zu schaffen“, sagte er. Gleichzeitig sicherte er den Parteimitgliedern Sorgfalt zu, was die Erhaltung des schönen Landschaftsbildes in Bayern betrifft. Seehofer betonte in Marktoberdorf, dass die Umsetzung der Energiewende eine parteiübergreifende Aufgabe sei. “Man kann nicht für den Atomausstieg sein und dann den Umstieg auf erneuerbare Energien boykottieren.“

dpa

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