Jahrelanges Warten auf Blick in Stasi-Akten

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Archiv der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes in Berlin

Berlin - Wer einen Blick in Papiere der DDR-Geheimpolizei seiner Vorfahren werfen will, muss sich auf eine jahrelange Wartezeit einstellen. Das bedauert die Stasi-Unterlagen-Behörde und will es ändern.

Die Anträge auf persönliche Einsicht stiegen im vergangenen Jahr um 9 Prozent auf 88 231, wie der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, am Dienstag bei der Vorstellung seines Tätigkeitsberichts in Berlin sagte. Das waren rund 7200 Anträge mehr als 2011. Der vorgesehene Personalabbau könne trotz interner Umbesetzungen nicht ausgeglichen werden. Dennoch: „Wir wollen die Wartezeiten reduzieren“, sagte er.

Rund zehn Prozent der Erst-Anträge kamen von Familienangehörigen Verstorbener. Mehr als 23 Jahre nach dem Mauerfall gebe es ein steigendes Interesse einer neuen Generation, die frische Fragen stelle, sagte Jahn. So wollten erwachsene Kinder wissen, warum Eltern mitgemacht oder sich angepasst hätten oder welche Lehren in dieser Vergangenheit steckten. „Es geht nicht allein um Akten, es geht um Menschen und ihre Schicksale“, sagte Jahn.

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Die Akten sind indes noch nicht vollständig erschlossen. Von 111 Kilometern laufender Papiere seien nun 93 Prozent zugänglich, heißt es in dem bereits elften Bericht der Bundesbehörde.

dpa

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