Neuer Moderator

Nach Markwort: Angeblicher „Linksrutsch“ beim BR-Stammtisch - Kritik von Zuschauern

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Moderator Werner Kitz neben CSU-Politiker Weber.

Wechsel beim „Sonntags-Stammtisch“ des BR: Helmut Markwort ist raus, jetzt lief die erste Sendung mit seinem Nachfolger. So kam die Neubesetzung bei den Zuschauern an. 

Update vom 15. Januar 2019: Über 10 Jahre lang führte Focus-Gründer Helmut Markwort durch den Polit-Talk „BR-Stammtisch“. Am Sonntag moderierte zum ersten Mal sein Nachfolger Hans Werner Kilz. Mit seinen beiden neuen Stammgästen - Ski-Legende Christian Neureuther und Wissenschaftlerin Evelyn Ehrenberger - besprach der Journalist die Themen der Woche. Zu Gast waren Kabarettist Michael Altinger und Manfred Weber, CSU-Spitzenkandidat für die Europawahl. 

Das Nachrichtenportal Focus kritisierte, dass es durch den Wechsel der Moderatoren zu einem „Linksrutsch“ der Sendung gekommen sei. Neu-Moderator Kilz, der früher Chefredakteur des Spiegel und der Süddeutscher Zeitung war, also eher linksliberal eingestellten Blättern, ging am Ende der Sendung auf die politische Prägung seines Vorgängers ein: Helmut Markwort engagiere sich ja seit vielen Jahren für die FDP, „diese Gefahr besteht bei mir nicht“, sagte er klar. 

Wie aber kam die Neubesetzung bei den Zuschauern an? Das Echo im Netz ist durchwachsen. Die Kommentare reichen von „Leider nur langweilig, Schade“, über: „Warum muss eigentlich a Preiß neuerdings die Moderation übernehmen?“ Ein anderer kündigte an, den BR-Stammtisch nicht mehr einschalten zu wollen.

Auf Twitter gab es sogar den Vorschlag, den festen Gast Christian Neureuther zum neuen Moderator zu ernennen. 

Nach zehn Jahren Markwort: Er moderiert jetzt den BR-“Stammtisch“ - auch ein Sportstar diskutiert mit

Update vom 4. Januar: Jetzt ist klar, wer Nachfolger des frischgebackenen Landtags-Alterspräsidenten Helmut Markwort (FDP) als Oberhaupt des BR-“Sonntags-Stammtisch“ wird: Künftig wird der frühere Süddeutsche-Chefredakteur Hans Werner Kilz durch die Sendung führen. Das hat der Bayerische Rundfunk am Freitagabend mitgeteilt.

Verjüngt wird die Traditionssendung durch den Wechsel nur unwesentlich. Markwort, der von 2007 bis Anfang 2018 den „Stammtisch“ moderierte, ist 82 Jahre, Kilz 75 Jahre alt. Dafür verfügt auch der Neue über reichlich journalistische Erfahrung. Kilz war Chefredakteur von Spiegel und SZ, von 2011 bis 2017 arbeitete er im Investigativ-Team der Zeit. Bei Bedarf wird ihn Tilman Schöberl vertreten - der BR-Mann war zuletzt schon für Markwort eingesprungen.

Aber auch unter den Diskutanten wird kräftig getauscht. Bekannt war bereits der Abgang von Wolfgang Heckl und Dieter Hanitzsch (siehe unten) aus der Runde. Statt ihrer wird es künftig je zwei wechselnde „Co-Gastgeber“ geben. Einen der beiden Plätze belegen die Wissenschaftler Klaus Bogenberger - der die umstrittene Idee einer Seilbahn über den Frankfurter Ring in München entwickelte - und Evelyn Ehrenberger, die Präsidentin der Hochschule der Bayerischen Wissenschaft.

Auf dem anderen Platz kommen zwei Promis zum Zug: Abwechselnd werden Ex-Ski-Star Christian Neureuther und Volksmusikerin und Kabarettistin Monika Well im BR debattieren. Well ist vor allem mit ihrer Gruppe „Wellküren“ bekannt geworden.

Die erste Sendung des BR-“Stammtisch“ in neuer Besetzung soll nach Angaben des Senders am 13. Januar über die Bildschirme flimmern.

Erstmeldung: BR-“Sonntags-Stammtisch“: Zwei Gründungsmitglieder müssen gehen

München - Am übernächsten Sonntag, den 16. Dezember, sitzen Wolfgang Heckl (60), Chef des Deutschen Museums, und Karikaturist Dieter Hanitzsch (85) ab 11 Uhr zum letzten Mal in der Kulisse des Brunnerwirts aus der Serie Dahoam is Dahoam zusammen. Das bestätigte der BR am Mittwoch auf tz-Anfrage. Focus-Ex-Chef Helmut Markwort, der mittlerweile für die FDP im Landtag sitzt, hatte sich ja schon vorher aus der Runde verabschiedet.

An eine Einstellung des quotenstarken Formats ist nicht gedacht. Es werde „selbstverständlich weiterhin seinen Platz im Programm des BR-Fernsehens haben“. Auch am Konzept werde sich nichts ändern, künftig werde es nur eine „neue personelle Ausrichtung“ geben. Wer anstelle von Hanitzsch und Heckl am Stammtisch Platz nehmen wird und ob künftig eine Frau fest dabei sein wird, will der BR noch nicht verraten. Unklar ist auch, ob Tilman Schöberl, der für Markwort nachrückte, weitermachen darf. Fest steht, dass es am 13. Januar mit neuer Besetzung losgehen soll.

Hanitzsch kann die Gründe des Senders, die Stammtischrunde zu verjüngen, nachvollziehen. „Wir machen das seit 2007 Sonntag für Sonntag, das sind mehr als 400 Sendungen“, so der Mann mit der spitzen (Zeichen-)Feder zur tz. Allenfalls da­rüber, dass er und Heckl recht spät von der Entscheidung erfahren hätten, sei er verwundert. Er blicke dankbar auf die Jahre zurück, so Hanitzsch: „Ich habe auf diese Weise viele interessante Menschen kennengelernt.“

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rog

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