Festes Flug-Budget

Grüne fordern: Vielflieger sollen deutlich mehr zahlen

+
Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek will den Flugverkehr mit einem neuen System reduzieren. 

Der grüne Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek will den Flugverkehr reduzieren. Das soll mit einem neuen System funktionieren.

München – Die Grünen wollen den Flugverkehr reduzieren und dazu Vielflieger deutlich stärker zur Kasse bitten. „Die Lust-Vielfliegerei muss eingedämmt werden“, sagte der Münchner Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek, der in der Fraktion für Luft und Raumfahrt zuständig ist, dem Münchner Merkur (Freitagsausgabe). Er schlägt ein Modell vor, dass ab dem dritten internationalen Flugpaar (Hin- und Rückflug) die Preise um 30 bis 50 Prozent verteuern würde.

Jeder soll eigenes Flug-Budget bekommen

Janeceks Vorstoß geht seinen Angaben zufolge auf einen Vorschlag des Mobilitätsforschers Professor Andreas Knie zurück. Demnach hat jede Person ein festes Budget von drei Flugpaaren im Jahr, die sie normal kaufen kann. „Wer mehr fliegen will, muss die Flüge dann von anderen kaufen, die ihr Budget nicht ausschöpfen“, sagte Janecek. „Dadurch würde die Vielfliegerei teurer.“ Dadurch sollten auch Unternehmen und Behörden zum Umdenken gebracht werden, ob nicht vielleicht eine Videokonferenz sinnvoller sei. "Jeder hätte praktisch seinen privaten Emissionszertifikatehandel. Das heißt, jeder bekommt sein Budget gutgeschrieben. Und wer wenig fliegt, kann Anteile sogar verkaufen und Geld verdienen", sagte Janecek.

Lesen Sie auch: Reisestatistik: Die Grünen fliegen am häufigsten

Die Grünen sehen akuten Handlungsbedarf, weil Fliegen der einzige Bereich des Verkehrs sei, den man in den nächsten 30 Jahren nicht klimaneutral bekomme. Im Gegenzug soll die Mehrwertsteuer auf Bahnfahren gesenkt werden, um Züge gerade auf den Inlandsverbindungen attraktiver zu machen. Das Bündnis 90/Die Grünen sieht sich unterdessen wachsender Kritik besonders aus dem Lager der SPD konfrontiert.

Mike Schier

Mit einem anderen Vorschlag erregen die Grünen gerade Aufsehen. Denn die Landeschefin aus Niedersachsen fordert ein Luftballon-Verbot - aber nur unter gewissen Umständen. Ein anderes Verbot könnte die Berliner Bürger im Jahr 2030 treffen. Regine Günther, grüne Verkehrssenatorin, spricht sich für eine Verbannung von Verbrenner-Motoren in der Hauptstadt aus.

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg Monika Herrmann hat kürzlich erklärt, dass ihr die Berliner Parks „als Frau zu gefährlich“ seien. Dabei hatte sie davor Drogenhändler in Schutz genommen.

Erst kürzlich zog Renate Künast von den Grünen wegen Hasskommentaren vor Gericht. Doch die Zuständigen sahen trotz Aussagen wie „Stück Scheiße“ den Tatbestand nicht erfüllt.

Erneute Kritik gab es für die Grünen: Kürzlich musste sich Katharina Schulze selbst für einen Flug in die USA einiges an Kritik anhören. Doch die Grünen-Fraktionsvorsitzende reagiert prompt und vor allem selbstbewusst auf die negativen Reaktionen. 

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Halle: Vater des Täters mit bedrückenden Worten - neue Details über sein Leben
Halle: Vater des Täters mit bedrückenden Worten - neue Details über sein Leben
Zukunft von Sachsen: Grüne machen den Weg frei für nächste „Kenia-Koalition“
Zukunft von Sachsen: Grüne machen den Weg frei für nächste „Kenia-Koalition“
Hollywood-Star von Greta Thunberg inspiriert - dann wird Schauspielerin festgenommen
Hollywood-Star von Greta Thunberg inspiriert - dann wird Schauspielerin festgenommen
Donald Trump: US-Präsident erklärt Arnold Schwarzenegger für tot: „Ich war dabei“
Donald Trump: US-Präsident erklärt Arnold Schwarzenegger für tot: „Ich war dabei“

Kommentare