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Bürgermeister: Integrationsbeauftragte muss sich von Erdogan distanzieren

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Helmut Affelt (CDU), ehrenamtlicher Bürgermeister von Stadtoldendorf.
Helmut Affelt (CDU), ehrenamtlicher Bürgermeister von Stadtoldendorf. © CDU

Der Bürgermeister von Stadtoldendorf in Niedersachsen fühlt sich durch Erdogans Äußerungen „persönlich verletzt“. Die Integrationsbeauftragte der Stadt will er feuern, wenn sie seiner Forderung nicht nachkommt.

Stadtoldendorf - Der ehrenamtliche Bürgermeister von Stadtoldendorf in Niedersachsen hat der Integrationsbeauftragten der Stadt mit dem Rauswurf gedroht, wenn sie sich nicht vom türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan distanziert. Helmut Affelt habe die türkischstämmige Esin Özalp aufgerufen, sich zeitnah und öffentlich von Erdogan zu distanzieren, bestätigte der hauptamtliche Bürgermeister der Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf, Wolfgang Anders, am Mittwoch.

Forderung sorgt für Empörung

Die Forderung sorgte unter anderem bei der Integrationsbeauftragten des Landes, Doris Schröder-Köpf (SPD), für Empörung. Das Vorgehen des Bürgermeisters sei inakzeptabel, sagte sie dem NDR. Immer öfter werde von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in aggressivem Ton verlangt, sich von Erdogan zu distanzieren. Viele fühlten sich dadurch „beleidigt oder gekränkt, dass sie auch in der zweiten oder dritten Generation immer noch auf eine Herkunft aus einem anderen Land „reduziert“ werden“.

Affelt war für eine Rückfrage zunächst nicht zu erreichen. Im NDR begründete er seine Forderung damit, dass er sich durch Erdogans Äußerungen „persönlich verletzt“ fühle.

Zwar hat Affelt als Ortsbürgermeister nur eine repräsentative Funktion, er könnte als Vorsitzender des Stadtrates aber die Hebel zu einem Rauswurf der ehrenamtlich tätigen Integrationsbeauftragten in Bewegung setzen. Möglicherweise werde der Wunsch von Affelt in der nächsten Stadtratssitzung thematisiert, sagte Anders. Affelt ist CDU-Mitglied, Özalp gehört der SPD an.

dpa

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