Bundespolizei will Verantwortung für Flugsicherheit

Frankfurt/Main - Nach der Sicherheitspanne am Münchner Flughafen fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die alleinige Verantwortung der Bundespolizei für die Flugsicherheit.

Alle Sicherheitsstrukturen müssten auf den Prüfstand, sagte der für die Bundespolizei zuständige GdP-Vorsitzende Josef Scheuring am Montag in Frankfurt am Main. Er rief dazu auf, die in den 90er Jahren vorgenommenen Privatisierungen des Flughafen-Sicherheitspersonals zurückzunehmen, um die aus GdP-Sicht herrschende “organisierte Unverantwortlichkeit“ zu beseitigen.

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Die in Deutschland übliche sehr differenzierte Zuständigkeit in den sensiblen Bereichen der Airports habe dazu geführt, “dass sich niemand mehr wirklich im Kern verantwortlich fühlt“, beklagte der Polizeigewerkschafter. “Das ist schlicht unakzeptabel“, fügte er hinzu. Die Luftsicherheit müsse aus einer Hand kommen. “Die Bundespolizei ist dafür das geeignete Unternehmen“, unterstrich er. Seiner Ansicht nach ist eine umfassende Reprivatisierung dringend geboten: Dazu müsse man nicht einmal mehr Beschäftigte einstellen. Er schlug vor, diese Aufgaben den bereits bei privaten Diensten zum Einsatz kommenden Sicherheitskräften zu übertragen. “Sie könnten zum Beispiel als Polizeiangestellte arbeiten.“ Es könne nicht sein, dass heutzutage Stundenlöhne zwischen 7,50 und 12,50 Euro gezahlt würden, sagte er mit Blick die aktuelle Situation der privat Beschäftigten.

Kritik an Personalknappheit

Auch die Situation der Beamten an den Flughäfen müsse sich schnellstmöglich verbessern. Der GdP-Funktionär forderte ein schlüssiges Konzept, um der seit Jahren bestehenden Personalknappheit an den Airports ein Ende zu bereiten. Die Schmerzgrenze der Kollegen sei inzwischen erreicht. Den Einsatz von Körperscannern sieht Scheuring skeptisch. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Technik, die allen Ansprüchen gerecht werde. “Wenn es sie überhaupt gibt.“

dapd

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