Bundespräsident fordert mehr Engagement für Flüchtlinge

+
Bundespräsident Christian Wulff fordert von der EU mehr Engagement für Flüchtlinge.

Berlin - Aktuell sind weltweit mehr als 15 Millionen Menschen auf der Flucht. Anlässlich des Weltflüchtlingstages hat Bundespräsident Christian Wulff die EU zu mehr Engagement für Flüchtlinge aufgerufen.

“Für ein Europa, das in Frieden, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie lebt, muss es selbstverständlich sein, Solidarität gegenüber denen zu zeigen, die schutzbedürftig sind“, sagte Wulff am Montag anlässlich des Weltflüchtlingstages in Berlin. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind derzeit weltweit etwa 15 Millionen Menschen auf der Flucht. Auf einer Veranstaltung des Entwicklungsbündnisses “Gemeinsam für Afrika“ mahnte Wulff eine Reform der europäischen Visa-Vergabe an. Um vorübergehende Aufenthalte beispielsweise für Ausbildungsprojekte zu ermöglichen, seien flexiblere Regelungen nötig. So könne nicht zuletzt der Aufbau demokratischer Strukturen in Nordafrika unterstützt werden, sagte Wulff.

Auf einer Podiumsdiskussion kritisierte der Vizepräsident der Deutschen Welthungerhilfe, Klaus Töpfer, das in der vergangenen Woche vorgestellte Afrika-Konzept der Bundesregierung. Der frühere Umweltminister bedauerte, dass zivilgesellschaftliche Organisationen nicht in die Erarbeitung eingebunden worden seien. “Das würde ich politisch nicht als klugen Schachzug ansehen“, sagte Töpfer.

Die Sprecherin von “Gemeinsam für Afrika“, Susanne Anger, warf der EU Versagen im Umgang mit den sogenannten Bootsflüchtlingen vor. Der Tod von den seit Jahresbeginn 1.400 im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlingen hätte verhindert werden müssen. Anger sagte, diese Menschen hätten nach der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 Anspruch auf Hilfe gehabt.

Grünen-Chef Cem Özdemir forderte die EU auf, von großen Flüchtlingsströmen betroffene Staaten wie die Türkei und Tunesien zu unterstützen. Die EU solle vor Ort bei der Unterbringung und Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge helfen. Özdemir begrüßte, dass die Türkei ihre Grenzen nicht geschlossen habe, obwohl bereits 10.000 syrische Flüchtlinge ins Land gekommen seien.

dapd

Auch interessant

Meistgelesen

AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
Impeachment-Verfahren: Steht die Amtsenthebung Trumps bevor?
Impeachment-Verfahren: Steht die Amtsenthebung Trumps bevor?
SPD-Parteizentrale evakuiert - Polizei gibt Entwarnung
SPD-Parteizentrale evakuiert - Polizei gibt Entwarnung
Darum musste das Ordnungsamt bei Laschets Wahlparty einschreiten
Darum musste das Ordnungsamt bei Laschets Wahlparty einschreiten

Kommentare