Bundestag will mehr Zeit für Beratungen

Abstimmung über Athen-Hilfe am Freitag

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Der Bundestag will die Beschlüsse nicht einfach nur "abnicken".

Berlin - Die neuen Griechenland-Hilfen sind gerade etwas älter als ein Tag und sehr komplex. Der Bundestag will die Beschlüsse der Euro-Gruppe nicht nur „abnicken“ und sich Zeit lassen für die Beratungen.

Der Bundestag nimmt sich voraussichtlich einen Tag mehr Zeit für die Beratungen über die neuen Griechenland-Hilfen. Union und FDP verständigten sich nach Angaben aus Koalitionskreisen mit den Grünen informell auf eine Abstimmung an diesem Freitag. Die SPD hatte sich bis zum Mittag noch nicht festgelegt.

SPD und Grüne hatten zwar bereits grundsätzlich Zustimmung signalisiert, sich aber gegen eine Verabschiedung bereits an diesem Donnerstag gestellt. Die Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktionen wollten sich noch am späten Mittwochnachmittag über den endgültigen Fahrplan einigen. Ebenfalls am Nachmittag wollte der Haushaltsausschuss des Bundestages über das erweiterte Rettungspaket beraten, das die Euro-Gruppe in der Nacht zum Dienstag geschnürt hatte.

Mit den Maßnahmen soll eine Finanzierungslücke im Hilfsprogramm für Athen vorerst geschlossen und die Schuldenlast Griechenlands deutlich gesenkt werden. Dies ist Voraussetzung, damit die nächsten Hilfstranchen der Geldgeber freigeben werden können. Für den Bundeshaushalt ergeben sich 2013 Belastungen von 730 Millionen Euro.

Sieger und Verlierer der Griechenland-Wahl

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Geplant sind ein Schuldenrückkaufprogramm, Zinserleichterungen sowie längere Laufzeiten der Hilfskredite. Zudem sollen die Euro-Länder von 2013 an Gewinnanteile ihrer nationalen Notenbanken an Athen überweisen, die sich aus dem ersten Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) für griechische Schuldtitel ergeben.

Der Haushaltsausschuss wollte am Mittwochnachmittag über „Änderungen im bestehenden Anpassungsprogramm für Griechenland“ beraten. Sie sind Bedingung, damit die nächste Tranche in Höhe von 43,7 Milliarden Euro aus dem laufenden Rettungsprogramm ausgezahlt werden kann. Darüber will die Euro-Gruppe am 13. Dezember entscheiden - wenn Ergebnisse des Schuldenrückkaufprogramms vorliegen. Davor hat der Haushaltsausschuss des Bundestages Gelegenheit zur Stellungnahme.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte im „Deutschlandfunk“: „Ein ordentliches Verfahren heißt, dass zwischen der Beschlussempfehlung eines Ausschusses und dem Beschluss des Bundestages die üblichen 24 Stunden liegen.“ SPD-Fraktionsvize Joachim Poß betonte, der Bundestag sei kein „Abnickparlament“: „Wir sind der Auffassung, dass dem Parlament eine umfassende Beschäftigung mit den doch jetzt komplizierten Zusammenhängen auch dieses Rettungsmanövers möglich sein muss.“

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2013 wird der Bund erstmals direkt aus seinem Haushalt Geld an Athen überweisen, weil er Gewinne der Notenbanken auf ein Sperrkonto weiterleitet. Nach Angaben von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht es um 599 Millionen Euro. Das sind die Ertragsanteile der Bundesbank aus Zinsen und Bewertungsgewinnen mit griechischen Anleihen, denen Rückstellungen und Risikovorsorge gegenüberstehen.

Die Höhe des Bundesbank-Gewinns steht im Februar fest. Der Bund überweist dennoch den Anteil direkt an Athen. Weitere Mindereinnahmen von 130 Millionen Euro für den Bund ergeben sich, weil die Staatsbank KfW wegen der Zinsentlastung kein Plus aus Athen-Krediten erzielt.

Die Bundesbank verwies darauf, dass sie autonom über ihren Gewinn entscheidet. „Die Einnahmen aus Beständen griechischer Staatsanleihen durchlaufen wie andere Einnahmen die Gewinn- und Verlustrechnung der Bundesbank“, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann der „Welt“ (Mittwoch). „Über die Gewinnabführung an den Bund wird jeweils im Februar entschieden. Dabei ist auch eine angemessene Vorsorge für die Risiken in der Bilanz zu berücksichtigen.“

dpa

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