Hauptstadt in der Wahl-Verlängerung

Bundestagswahl 2021: Chaos in Berlin wirkt nach - noch lange Schlangen nach Schließung der Wahllokale

In Berlin herrschen rund um die Bundestagswahl auch nach Schließung der Wahllokale noch chaotische Verhältnisse. Menschen warten noch immer auf ihre Stimmabgabe.

Update 18.43 Uhr: Berlin geht in die Verlängerung: Während erste Hochrechnungen Union und SPD bei der Bundestagswahl gleichauf sehen, ist die Stimmabgabe in der Hauptstadt noch nicht beendet. Offenbar warteten noch um 19 Uhr vor mehreren Wahllokalen zahlreiche Menschen darauf, ihr Kreuzchen machen zu können.

„Hier stehen noch mindestens 100 Leute. Bei anderen Wahllokalen ist es genau das Gleiche, höre ich von Kollegen“, sagte die Leiterin eines Wahllokals in Pankow der Bild. Dort waren bereits am Nachmittag die Wahlzettel ausgegangen. Erst kurz vor Schließung des Wahllokals traf Nachschub ein. Die ARD berichtete, dass auch in Berlin-Wilmersdorf noch Menschen auf ihre Stimmabgabe warten.

Wahl-Chaos in Berlin wirkt nach: Noch lange Schlangen nach Schließung der Wahllokale

Es gilt die Regel, dass jeder, der sich bis 18 Uhr angestellt hat, noch wählen darf.

Erstmeldung: Berlin - In der Hauptstadt ist einiges los an diesem Sonntag. Neben dem Super-Wahltag - zur Bundestagswahl werden auch noch ein neues Abgeordnetenhaus sowie zwölf Bezirksparlamente neu gewählt - findet zudem der Berlin-Marathon statt. Und dieser erschwert das ohnehin teilweise Chaos weiter.

Bundestagswahl 2021: Berliner Wahllokalen gehen Stimmzettel aus - Wahlzettel vertauscht

In mehreren Wahllokalen gingen in Berlin am Nachmittag Stimmzettel aus. Die Bundeswahlleitung bestätigte dies bei Twitter. Betroffen waren auch mehrere Stellen im Stadtteil Charlottenburg-Wilmersdorf. Fraglich war wegen des Marathons, ob rechtzeitig Ersatz beschafft werden konnte, berichtet der Tagesspiegel. Womöglich können zahlreiche Menschen ihre Stimme für ihre präferierte Partei gar nicht abgeben. In Friedrichshain mangelte es an Stimmzetteln für die Abgeordentenhaus-Wahl. Hierfür konnte laut Berliner Morgenpost jedoch rasch nachgeliefert werden.

Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gab es eine weitere Panne. Hier wurden offenbar die Wahlzettel für die Bundestagswahl 2021 vertauscht. In den Wahllokalen 404, 407 und 408 in der Spartacus Grundschule in Friedrichshain lagen nach Angaben aus dem Wahllokal für die Abgeordnetenhauswahl nur Stimmzettel aus Charlottenburg/Wilmersdorf vor. Deshalb kam es zu Verzögerungen und ungültigen Stimmabgaben. Bis die richtigen Wahlscheine beschafft wurden, mussten die betroffenen Wahllokale schließen.

Berlin: Bundestags-Wahllokal zu - Feuerwehr rückt an

Vor verschlossenen Türen standen Wählerinnen und Wähler um acht Uhr im Bezirk Mitte. Weil im Gebäude der Mensa Nord des Studierendenwerkes die elektrische Schließanlage streikte, musste die Feuerwehr anrücken. Erst gegen neun Uhr konnten Wahlhelfer in die beiden Wahllokale.

Vor zahlreichen Berliner Wahllokalen bildeten sich zudem lange Schlangen. Wahlberechtigte mussten mitunter länger als eine Stunde bis zum Kreuz in der Wahlkabine anstehen. Als Grund dafür wurde die Menge an Wahlen sowie die Corona-Hygienemaßnahmen genannt.

Bundestagswahl: Übte die Polizei in Berlin Druck auf Wahlhelfer aus?

Einen befremdlichen Vorgang meldete ein Wahlhelfer eines Lokals in Moabit. Bei Twitter schrieb er, dass die Polizei Druck auf Wahlhelfer ausübe, Schutzmaskenverweigerer ins Wahllokal zu lassen. Der Vorfall soll sich in der Bredowerstraße ereignet haben. Wie der Tagesspiegel schreibt, soll zwei Frauen mit einem Attest für die Befreiung von der Maskenpflicht der Zugang zunächst verweigert worden sein.

Sie sollten noch einmal kommen, wenn der Saal leer ist. Als sie dies ablehnten, soll der Wahlhelfer die Polizei gerufen haben. Die Beamten sollen gegenüber dem Wahlvorstand erklärt haben, das Wahlrecht der Frauen mit Zwang durchzusetzen. Eine Sprecherin dementierte später die Zwangsandrohung. Vielmehr habe man das Wahllokal leer werden und die Frauen dann wählen lassen. Für heftigen Wirbel sorgte auch die Stimmabgabe von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet. (mt)

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