Merkel-Nachfolge nach vier Amtszeiten

Bundestagswahl 2021: Wann und wie wird der nächste Bundeskanzler gewählt?

Nach vier Amtszeiten endet im Herbst 2021 die Ära von Bundeskanzlerin Angela Merkel
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Nach vier Amtszeiten endet im Herbst 2021 die Ära von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Im Zuge der Bundestagswahl 2021 wird auch die Nachfolge von Angela Merkel geregelt. Doch wann und wie wird der nächste Bundeskanzler gewählt?

München – Seit November 2005 stellt sich Angela Merkel als Bundeskanzlerin in die Dienste der Republik. Vier Amtszeiten und knapp 16 Jahre später steht Deutschlands einflussreichste Politikerin vor dem Rückzug (das waren die prägendsten Momente ihrer Kanzlerschaft). Bei der Bundestagswahl 2021 wird nicht nur das Parlament der Regierung neu zusammengesetzt, in der Folge wird auch festgelegt, wer künftig das Amt des Bundeskanzlers ausübt.

Dabei erfolgt die Bundeskanzlerwahl in Deutschland nicht durch die Bevölkerung. Vielmehr stimmen die frisch gewählten Volksvertreter - also die Bundestagsabgeordneten - darüber ab, wer als Bundeskanzler respektive Bundeskanzlerin künftig an der Spitze der Regierung steht. Um welche Kandidaten es sich dabei handelt, haben die Volksparteien zuletzt selbst beschlossen.

Bundestagswahl 2021: Kanzlerwahl und Spitzenanwärter

Demzufolge werden die Parteien bei der Bundestagswahl nicht nur aufgrund ihres Wahlprogramms sowie der politischen Haltung gewählt. Für die Wählerschaft ist auch wichtig, wer künftig als Bundeskanzler oder als Bundeskanzlerin agieren soll. Somit bestimmen die Parteien bereits Monate vor dem Urnengang ihren jeweiligen Kanzlerkandidaten, der auch vor dem Ereignis am 26. September 2021 durch die Lande und TV-Talkshows tourt, um die Werbetrommel zu rühren. Für die etablierten Parteien gehen folgende Politiker ins Rennen, die sich den Prognosen zufolge einen Dreikampf liefern:

Darüber hinaus haben große Parteien der deutschen Polit-Landschaft ihre Spitzenkandidaten benannt, die allerdings nur geringe Aussichten auf die Kanzlerschaft haben. Nichtsdestotrotz bestehen zumindest theoretische Chancen, dass sie nach der Bundestagswahl 2021 in den Genuss der Regierungsbildung kommen - im Rahmen einer Koalition:

  • FDP: Christian Lindner
    AfD: Tino Chrupalla und Alice Weidel
    Die Linke: Janine Wissler und Dietmar Bartsch

Bundestagswahl: Wann und wie wird der nächste Bundeskanzler gewählt?

Die Dauer der Regierungsbildung nach der Bundestagswahl 2021 wird vom Wahlergebnis abhängen. Erreicht keine Partei die absolute Mehrheit, führen mindestens zwei Parteien Sondierungsgespräche über die Bildung einer Koalition. Darüber verhandeln in der Regel jene Bündnisse, die ähnliche Ziele und Programme verfolgen. Erst nach deren Abschluss wählen die Abgeordneten (so viel verdienen sie derzeit) auf Vorschlag des Bundespräsidenten, der gemäß Statuten dafür zuständig ist, den Bundeskanzler.

Sollte kein Kandidat die absolute Mehrheit im Parlament erreichen, gibt es eine 14-tägige Frist, in der beliebig viele Wahlvorgänge durchgeführt werden. Nach Ablauf dieser zwei Wochen reicht die einfache Mehrheit für das Amt des Bundeskanzlers. Ist diese Prozedur bewältigt, erfolgt die personelle Besetzung der Ministerien. Ab dem Zeitpunkt, an dem der neue Amtsträger oder die Amtsträgerin vom Bundespräsidenten ernannt wird, beginnt übrigens die Amtszeit - mitsamt Ernennungsurkunde.

Merkel-Nachfolge: Worin besteht die Aufgabe des nächsten Bundeskanzlers?

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Deutschland die mächtigste Amtsträgerin. Zu den Aufgaben gehören das Vorschlagen der Ministerämter und damit die Bildung des Bundeskabinetts. Über dieses wird schließlich auch die Person der Merkel-Nachfolge den Vorsitz haben, gleichbedeutend mit der Leitung der Bundesregierung. Zwar sind die Aufgabenbereiche in verschiedene Ministerien untergliedert, mit jeweiligen Ressortchefs. Jedoch besitzt Deutschlands Bundeskanzler/in die Verantwortung.

Verwechselt wird oft die Position des Staatsoberhauptes. Das ist in Deutschland nämlich nicht der oder die Bundeskanzlerin, sondern der Bundespräsident (aktuell Frank-Walter Steinmeier). Der plant übrigens, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren.

Bundeskanzler: Legislaturperiode dauert vier Jahre - Doch es gibt eine Ausnahme

Der Bundeskanzler bzw. die Bundeskanzlerin fungiert als Spitze der deutschen Regierung und ist plangemäß ebenso lange - also vier Jahre - im Amt wie die bei der Bundestagswahl 2021 gewählten Abgeordneten. Schließlich endet die Amtszeit für gewöhnlich mit dem ersten Zusammentritt des Bundestages der darauffolgenden Wahlperiode. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, die Amtszeit zu verkürzen:

Die Parlamentarier sind dazu befugt, der entsprechenden Person während der Legislaturperiode das Misstrauen auszusprechen und sie daraufhin abzuwählen. Bei diesem „konstruktiven Misstrauensvotum“ soll direkt ein Nachfolger bestimmt werden. Kam das in der Historie der Bundesrepublik Deutschland schonmal vor? Durchaus: Im Herbst 1982 wurde Helmut Kohl auf diese Weise als Nachfolger von Helmut Schmidt ins Amt des Bundeskanzlers gehievt.

Alle Infos zur Bundestagswahl 2021 in München: Den Zuschnitt der Wahlkreise, die Parteien, Kandidaten und Ergebnisse, finden Sie hier*. Falls Sie noch unentschlossen sind, können Sie den Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl ausprobieren. (PF)

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