Wahl am 26. September

Bundestagswahl 2021: Die Parteien im Überblick

Reichstag in Berlin-Mitte: Im September wird bei der BTW 2021 ein neuer Bundestag gewählt
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Reichstag in Berlin-Mitte: Im September wird bei der BTW 2021 ein neuer Bundestag gewählt.

Am 26. September findet die Bundestagswahl 2021 statt. Welche Parteien steuern in der kommenden Legislaturperiode von Berlin aus die deutsche Politik? Wir geben einen Überblick.

Berlin – Deutschland steht der nächste Urnengang bevor. Zum Stichtag 26. September wird der neue Bundestag gewählt. Ab der nächsten Legislaturperiode wird nicht nur die Verteilung der Parteien im deutschen Parlament neu ausgerichtet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach vier Amtszeiten infolge nicht mehr an Bord.

Wählende haben bei der Bundestagswahl eine Erst- und eine Zweitstimme zu vergeben:

  • Mit der Erststimme wird eine Kandidatin bzw. Kandidat aus dem eigenen Wahlkreis gewählt. Die Person mit den meisten Stimmen sitzt künftig (oder weiterhin) als Abgeordnete(r) im Bundestag. So sind alle Wahlkreise des Landes im deutschen Bundestag vertreten.
  • Mit der Zweitstimme erfolgt die Wahl einer Partei. Sie entscheidet, wie viele Sitze welche Partei insgesamt hat.

Bundestagswahl 2021: Parteien müssen Fünf-Prozent-Hürde meistern

Die Kandidaten der unterschiedlichen Parteien werden im Herbst 2021 in insgesamt 299 Wahlkreisen der Bundesrepublik ermittelt und kämpfen bei der Bundestagswahl um den Einzug ins Parlament. Neben etablierten Volksparteien treten bei der Bundestagswahl auch kleinere Fraktionen an, um mit ihrer Politik bei der Wählerschaft punkten zu können.

Welche Partei sich am Ende über den Einzug in den Bundestag freuen darf, entscheidet letztlich die Fünf-Prozent-Hürde: Um eine (weitere) Zersplitterung des Regierungsparlaments zu unterbinden, können nur Parteimitglieder im Reichstagsgebäude in Berlin-Mitte Einzug erhalten, deren politische Heimat mindestens fünf Prozent aller Wählerstimmen vereinnahmen kann.

Plenarsaal des Deutschen Bundestages im Reichstagsgebäude in Berlin-Mitte.

Parteien bei der Bundestagswahl 2021: Die großen Parteien („Volksparteien“) im Überblick

CSU/CDU: Die Christlich-Soziale Union aus Bayern mit Markus Söder und die Christlich Demokratische Union im Rest der Republik sind Schwesterparteien. Auf Bundesebene erfolgt die Verschmelzung zu einer Fraktion, demzufolge ist das Bündnis in Deutschland die stärkste politische Kraft. Während die Christsozialen ausschließlich für bayerische Bürger wählbar sind, kann abseits des Freistaates bei den Christdemokraten ein Häkchen gemacht werden. Kanzlerkandidat: Armin Laschet.

SPD: Die Sozialdemokraten waren einst die bestimmende Partei in Deutschland, haben jedoch einen fortlaufenden Abschwung hinter sich. Bei der Bundestagswahl 2021 läuft die SPD gar Gefahr, den Nimbus als politische Nummer zwei zu verlieren. Bei der vergangenen Wahl verzeichnete die Arbeiterpartei, die sich soziale Gerechtigkeit auf die Fahnen schreibt, das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte (20,5 Prozent). Kanzlerkandidat: Olaf Scholz.

Bündnis 90/Die Grünen: Bei der anstehenden Bundestagswahl im September hat die 1980 gegründete ökologische Partei die Chance, zum ersten Mal auf Bundesebene die zweitstärkste Fraktion zu werden. Das Amt der Merkel-Nachfolge könnte mit Annalena Baerbock erstmals eine Volksvertreterin der Grünen antreten. Zeit ihres Bestehens sieht sich die Partei als wichtiger Teil der Umweltbewegung, auch die Anti-Atomkraft-Bewegung spielt bei Bündnis 90/Die Grünen eine große Rolle. Kanzlerkandidatin Baerbock und Co. sehen sich im Vorfeld Attacken der gegnerischen Lager ausgesetzt, beispielsweise durch Plagiatsvorwürfe. Umfragen lassen vermuten, dass die Grünen in der nächsten Legislaturperiode im Rahmen einer Koalition in der Bundesregierung sein werden.

FDP: Die wirtschaftsliberalen Freien Demokraten gehören hierzulande zur politischen Institution und waren seit ihrer Gründung 1948 bis 2013 durchgehend im Bundestag vertreten. Mittlerweile gerät jedoch die Fünf-Prozent-Hürde zur Gefahr, 2013 verpasste die Partei das Ziel knapp (4,8 Prozent). Ziel der Politik unter Parteichef Christian Lindner ist es, den Bürgern durch gezielte Förderung und Schaffen neuer Freiräume Chancen zu Weiterentwicklung und Wohlstand zu ermöglichen. Zuletzt sorgte die Partei im Hinblick auf die Rundfunkgebühr für Aufsehen.

Die Linke: Die Parteigründung erfolgte im Juni 2007 durch die Fusion von PDS und WASG. Die linke, demokratisch-sozialistische Partei ist womöglich jene Volkspartei, von der man im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 am wenigsten hört. Vier Jahre zuvor konnten die Linken insgesamt 8,6 Prozent der Stimmen für sich vereinnahmen. Eine wesentliche Besonderheit der linken Parteistruktur: interne Zusammenschlüsse, die sich satzungsgemäß eine eigene programmatische Basis geben können. In diesem Zusammenhang gab es auch innerparteiliche Diskussionen um die Rolle von Sahra Wagenknecht aufgrund eines kritischen Buches.

AfD: Seit ihrer Parteigründung 2013 legte die jüngste der Volksparteien einen enormen Aufstieg hin und befindet sich seit 2017 auch im Deutschen Bundestag. Die Partei ist EU-skeptisch und gilt als rechtspopulistisch. Ein Vorhaben des Verfassungs­schutzes, die gesamte AfD als rechtsextremen Verdachts­fall einzustufen, ist zu Beginn des Jahres 2021 gescheitert. Parteichef ist Jörg Meuthen. Alexander Gauland ist einer der Gründer­väter der Partei. Dieser war vor seiner politischen Neuausrichtung mehrere Jahrzehnte CDU-Mitglied.

Bundestagswahl 2021: Kleine Parteien und die Sperrklausel

Neben den großen, etablierten Parteien kämpfen auch kleinere politische Interessensgruppen um den Einzug in den Deutschen Bundestag. Bislang haben 87 Vereinigungen Anzeige über eine Beteiligung beim Bundeswahlleiter gestellt. Parteien müssen eine solche Anzeige dann einreichen, wenn sie nicht im Bundestag oder einem Landtag seit der vergangenen Wahl ununterbrochen mit mindestens fünf Abgeordneten vertreten waren.

Bis zum 9. Juli prüft der Bundeswahlausschuss, welche Partei die notwendigen Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Wahl erfüllt. Für den Einzug in den Bundestag ist zudem eine Sperrklausel in Form der Fünf-Prozent-Hürde von Bedeutung (siehe oben). U. a. folgende Parteien werden bei der Bundestagswahl im Herbst 2021 Stand jetzt als Kleinparteien wählbar sein:

  • ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei)
  • DIE PARTEI
  • Piratenpartei Deutschland
  • Freie Wähler
  • NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands)
  • Deutsche Mitte
  • Tierschutzpartei
  • BGE (Bündnis Grundeinkommen)
  • Bayernpartei
  • V-Partei (Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer)
  • DiB (Demokratie in Bewegung)

Vor der Bundestagswahl im September 2021: Aktuelle Sitzverteilung der Parteien

Der aktuelle (19.) Bundestag besteht aus 709 Sitzen. Den Großteil der Sitzverteilung hat die Union inne, gefolgt von SPD sowie AfD:

CSU/CDUSPDAfDFDPDie LinkeBündnis 90/Die GrünenFraktionslos
245 Sitze152888069678

Übrigens: Bei der Bundestagswahl 2017 haben 76,2 Prozent von insgesamt 61.688.485 Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

50 Minister und Ministerinnen berief Bundeskanzlerin Angela Merkel übrigens seit Beginn ihrer Kanzlerschaft 2005 ins Amt. Manche machten anschließend Karriere, andere versuchten ihr Glück fernab der Politik. Falls Sie noch unentschlossen sind, dann können Sie den Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl ausprobieren. (PF)

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