Fassungslosigkeit nach Attacke

Mann greift Grünen-Stand an: Politikerin verletzt - Direktkandidat überwältigt ihn - Baerbock geschockt

Einen Tag vor der Bundestagswahl hat ein Mann einen Wahlkampfstand der Grünen im sächsischen Plauen attackiert.

Der 50-Jährige habe den Stand mit Eiern beworfen und dabei die Kreisvorsitzende der Grünen am Kopf verletzt, wie die Partei und die Polizei am Samstag mitteilten. Eine 19-jährige Grünen-Mitarbeiterin trug demnach einen Bluterguss davon, benötigte aber keinen Arzt. Eine Sprecherin des Grünen-Landesverbands bestätigte, dass es sich um die Kreisvorsitzende Lea Sophie Gauglitz handelt.

Bundestagswahl 2021: Mann attackiert Grünen-Stand in Plauen

Ein Mann sei zu dem Stand auf dem Theaterplatz gegangen, habe „seinen Unmut geäußert“ und anschließend eine Mitarbeiterin mit einem Ei beworfen, sagte ein Polizeisprecher. Er habe zudem versucht, einen Politiker zu treten.

Beim Versuch, nach einem 55-Jährigen zu treten, sei er gestürzt und von den Anwesenden bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten worden. Der alkoholisierte Mann wurde in Gewahrsam genommen. „Unser anwesender Direktkandidat konnte den Täter überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei Sachsen festhalten“, schrieben die Grünen.

Bundestagswahl 2021: Baerbock reagiert schockiert auf Attacke in Plauen

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock nannte den Angriff in Plauen „schockierend“. Sie ergänzte: „Umso mehr gilt: wir müssen jeden Tag für unsere liberale Demokratie einstehen. Und ich danke all jenen, die das Tag für Tag tun.“

Die Landesvorsitzende der Grünen in Sachsen, Christin Furtenbacher, erklärte: „Wir haben in diesem Wahlkampf viele, oft sehr harte Angriffe bis hin zu Mordaufrufen zu erdulden gehabt. Der Überfall in Plauen zeigt leider nur zu deutlich, wie schnell aus Worten Taten werden können.“

Laut Angaben des Polizeisprechers hat der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion die Ermittlungen übernommen.

In den vergangenen Wochen hatten Plakate der rechtsextremen Splitterpartei "Der III. Weg" mit der Aufschrift "Hängt die Grünen" für Empörung gesorgt. Das Landgericht München I untersagte der Partei am Montag per einstweiliger Verfügung, die Plakate weiter zu nutzen. Die Entscheidung gilt bundesweit. Begründet wurde das Verbot unter anderem damit, dass der Slogan als Aufforderung zu einer Straftat zu verstehen ist. Alle News zur Bundestagwahl lesen Sie hier. (dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Grüne/Twitter

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