Kandidaten für München

Petr Bystron will für die AfD in den Bundestag - und gegen „illegale Migration“ vorgehen

Wechselte im Jahr 2013 von der FDP zur AfD: Petr Bystron.
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Wechselte im Jahr 2013 von der FDP zur AfD: Petr Bystron.

Zur AfD kam Petr Bystron wegen Bernd Lucke. Geblieben ist er wegen seiner politischen Ziele. Er will eine weitere Legislaturperiode im Bundestag dranhängen.

München - Petr Bystron hat eine Leidenschaft fürs Schreiben. Schülerzeitung, Lokalzeitung, jüngst hat er ein Buch veröffentlicht. Und Anfang 20 habe er gar noch Journalist werden wollen. Sein Weg verlief aber anders. Unternehmer Bystron, 48, ist Bundestagsabgeordneter der AfD und kandidiert für das Direktmandat im Münchner Norden*.

Petr Bystron musste aus der Tschechoslowakei fliehen

Bystron ist in Olmütz, in der ehemaligen Tschechoslowakei, aufgewachsen. Er habe fliehen müssen, weil er mit 14 einen Pfadfinderverein gegründet hatte. „Das war verboten. Ich hatte arge Probleme, ich hätte nicht studieren dürfen“, erzählt er. Zusammen mit seiner Mutter zog er nach Bayern, wo er politisches Asyl erhielt. „Ich bin ein politischer Flüchtling“, sagt Bystron.

Steckbrief

Name: Petr Bystron

Alter: 48

Beruf: Unternehmer/Bundestagsabgeordneter

Partei: AfD

Geboren: 30. November 1972 in Olmütz in der Tschechoslowakei

Familienstand: verheiratet

Kinder: zwei

Politisch interessiert war er da bereits, studierte politische Wissenschaft mit Schwerpunkt Ökonomie und internationale Beziehungen an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sowie an der Hochschule für Politik in München*. 2006 trat er in die FDP ein. „Das war die einzige freiheitliche Partei“, sagt er. „Als Tscheche zur CSU zu gehen, einer bayerischen Regionalpartei, das hat nicht gepasst.“

Bundestagswahl 2021/München-Nord: Petr Bystron hat es auch wegen Lucke zur AfD gezogen

Gepasst hat es mit der FDP dann aber auch nicht mehr. „2013 mit dem Auftritt von Lucke hat es Knack gemacht“, sagt Bystron. Er trat in die AfD ein, als einer von 17.500 Menschen, die „innerhalb weniger Tage eingetreten sind“. Damals habe sich die politische Bühne verändert, die Union sei nach links gerückt, die FDP sei pulverisiert gewesen. „Sie hat nicht geliefert, was sie den Menschen versprochen hat.“ Diese Lücke habe AfD-Gründer Bernd Lucke gefüllt. „Die Hälfte der Gründer kam aus CDU, CSU und FDP, die andere Hälfte waren Menschen, die bis dahin gar nicht politisch aktiv waren.“

2017 zog Bystron über die Landesliste in den Bundestag ein. Zuvor war er über ein halbes Jahr vom Bayerischen Verfassungsschutz gerichtlich bestätigt beobachtet worden, weil er Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen aufzeige. Auf die ersten vier Jahre im Parlament blickt er differenziert zurück. Die Ablehnung durch andere Parteien habe er als unangenehm empfunden. Angenehm sei jedoch die Erfahrung in der Opposition gewesen. „Man kann viel bewegen.“ Anträge der AfD würden zwar stets zunächst abgelehnt. „Oft kommen sie dann aber nach zwei Wochen von anderen Parteien – teils mit den gleichen Tippfehlern.“

Bundestagswahl 2021: Petr Bystron will sich gegen illegale Migration einsetzen

Dass Petr Bystron nach der Bundestagswahl* erneut in das Parlament einzieht, ist wahrscheinlich. Er hat Platz vier auf der Landesliste. Er will sich in der neuen Amtsperiode weiterhin für den Mittelstand einsetzen. Die AfD sei die einzige Partei, die sich für Arbeiter und die Mittelschicht einsetze, sagt er. Sein Thema bleibe „die illegale Migration in Deutschland vor allem über die Mittelmeerroute“. In jeder Flüchtlingswelle gebe es Menschen mit berechtigtem Asylanspruch. „Als ich damals nach Deutschland gekommen bin, war ich einer von vier Prozent, ein politischer Flüchtling.“ Die übrigen seien ökonomische Migranten. Und er sei von Böhmen nach Bayern ausgewandert. „Das ist ortsnahe Unterbringung, das fordern wir auch für die Afghanen.“ Wer das Land verlassen müsse, solle dies tun, aber eben in die Nachbarländer. „Da sind wir dann auch bereit, finanziell zu helfen.“

Alle Infos zur Bundestagswahl 2021 in München: Den Zuschnitt der Wahlkreise, die Parteien, Kandidaten und Ergebnisse, finden Sie hier*. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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