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Münchner FDP-Kandidat für die Bundestagswahl: „Wir sind die entscheidende Kraft zur Erneuerung“

Daheim an der Münchner Freiheit: Daniel Föst (re.) kandidiert für die FDP, der Monaco Franze (li.) sieht’s gelassen
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Daheim an der Münchner Freiheit: Daniel Föst (re.) kandidiert für die FDP, der Monaco Franze (li.) sieht’s gelassen.

Der FDP-Landeschef aus München kandidiert für die Bundestagswahl. Daniel Föst erklärt: „Politik mache ich auch aus Verantwortung für die Generationen, die nach uns kommen.“

München - Daniel Föst ist an diesem verregneten Montagmorgen schon früh auf Achse. Vor dem Interview-Termin bringt er seine beiden Söhne in die Kita. Der Jüngere, vier Jahre alt, sei zum ersten Mal mit selbst dem Rad gefahren – und mächtig stolz gewesen, berichtet Föst. An seinem schwarzen Jackett heftet ein unscheinbarer FDP-Sticker. Die dunklen Haare sind noch regennass. „Meine Frau und meine beiden Söhne sind das Glück meines Lebens. Deshalb mache ich Politik – aus Verantwortung auch für die Generationen, die nach uns kommen“, lauten die ersten Zeilen im Steckbrief auf Fösts Homepage. Der Familienmensch als Trumpfkarte im Wahlkampf.

Bundestagswahl: Familienvater Daniel Föst (FDP) macht sich für Erneuerung stark

Daniel Föst ist ein bulliger Typ mit breitem Kreuz. Das Schwabing nahe der Münchner Freiheit ist seit gut fünf Jahren sein Lebensmittelpunkt. Und natürlich Berlin. Seit 2017 sitzt er für die FDP im Bundestag. Der 45-Jährige vertritt seine Fraktion als bau- und wohnungspolitischer Sprecher. Und er vertritt klassische, liberale Prinzipien: „Ich möchte, dass jeder zum Architekten seines eigenen Lebens werden kann.“ Was sich in seiner eigenen Biografie widerspiegelt. Der gebürtige Unterfranke arbeitete als Möbelpacker, studierte BWL in Passau bis zum Vordiplom, machte sich selbstständig, scheiterte zunächst „krachend“, um dann im zweiten Anlauf in München* erfolgreich zu sein.

  • Alter: 45
  • Beruf: Selbstständiger
  • Partei: FDP
  • Wahlkreis: München-Nord
  • Familienstand: verheiratet, zwei kinder

FDP-Mitglied ist Föst seit 2005, und machte Parteikarriere: Vorsitzender der Jungen Liberalen in München, Vorsitzender der Münchner FDP, und schließlich 2013 „unerwartet“ Generalsekretär der bayerischen FDP. „Ich war derjenige, der am wenigsten Nein gesagt hat“, schmunzelt Föst. Seit 2017 hat der Bundestagsabgeordnete den Landesvorsitz inne – und ist erneut bayerischer Spitzenkandidat seiner Partei. 2017 holte er übrigens im Wahlkreis München-Nord* mit 9,6 Prozent das beste Erststimmenergebnis für die FDP im Freistaat. Damals verzichteten die Liberalen auf eine Regierungsbeteiligung. Bei der anstehenden Bundestagswahl* seien die Voraussetzungen anders, findet Föst: „Wir sind die entscheidende Kraft zur Erneuerung.“ Die es mehr denn je braucht, wie der 45-Jährige meint.

Daniel Föst: FDP-Politiker erklärt, warum seine Partei derzeit Rückenwind hat

FDP-Mann Daniel Föst spürt politischen Rückenwind für seine Partei. Nie habe die FDP mehr Mitglieder in Bayern gehabt, nie habe es eine größere Wechselstimmung gegeben. Die wesentlichen Gründe dafür nach seiner Einschätzung: Deutschland hinke bei der Digitalisierung hinterher, die Verwaltungsstrukturen seien verkrustet, die Menschen über das Krisenmanagement der Corona-Pandemie verärgert und in Sorge um die Grundrechte. Na ja, und auch die historische Schwäche der CDU/CSU habe den Aufwind der eigenen Partei beschleunigt, sagt Föst. Vor einigen Monaten erklärte Föst, was er von der Corona-Politik der Bundesregierung halte:

Der FDP-Landeschef ist jemand, der sich nach der Wahl sowohl eine Deutschland-Koalition als auch eine Ampel vorstellen könnte. Programmatisch gebe es nach wie vor mit der Union die größte Schnittmenge, gesellschaftspolitisch sei man nah bei den Grünen, und die SPD habe immerhin einige „pragmatische, bodenständige Typen“. Zu denen zählt Föst auch den Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. Sein Problem mit der SPD: „Zu viele links verbohrte Politiker. Man weiß nicht recht, wer nach der Wahl das Sagen hat.“ Sein Problem mit den Grünen: „Zu viel Regulierung und zu viele Verbote.“ Föst sieht die Steuerpolitik als „rote Linie“ bei möglichen Koalitionsverhandlungen. Was die Wohnungsbaupolitik betrifft, empfiehlt er: „Wir müssen mehr, schneller und günstiger bauen.“ Wenn man ihn fragt, welche Position er sich in einer Bundesregierung mit FDP-Beteiligung vorstellen könne, antwortet Föst ohne zu zögern: „Staatssekretär im Bauministerium.“

Alle Infos zur Bundestagswahl 2021 in München: Den Zuschnitt der Wahlkreise, die Parteien, Kandidaten und Ergebnisse, finden Sie hier*. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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