SPD lässt Berg durchfallen

"Das war meine politische Hinrichtung"

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Axel Bergs politische Karriere ist beendet.

München - Das Comeback des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Axel Berg ist gescheitert. Der 53-Jährige ist enttäuscht und spricht vom Ende seiner politischen Karriere.

"Jetzt bin ich endgültig politisch tot.“ Mit einem für ihn niederschmetternden Abstimmungsergebnis hat die SPD im Münchner Norden das Comeback des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Axel Berg (53) verhindert. Da half ihm seine Beliebtheit im Wahlvolk nicht weiter.

Wochenlang war Berg durch die SPD-Ortsvereine im Münchner Norden getingelt, um Werbung für seine Kandidatur für die Bundestagwahl 2013 zu machen, doch es waren schließlich nur 28 von 78 SPD-Delegierten, die ihm Donnerstag Abend die Stimme gaben. Der Sieger heißt Florian Post, derzeit Bürochef des Stadtwerke-Vize Florian Bieberbach – und bislang ein Unbekannter für das Wahlvolk.

Bei Axel Berg ist die Enttäuschung bitter: „Das war meine politische Hinrichtung“, so Berg zur tz. „Mit so einem deutlichen Ergebnis hätte ich nicht gerechnet.“ Berg selbst hält das Ergebnis angesichts seiner Bekanntheit für falsch, „aber wenn es die Partei so will ...“

Berg hatte zwei Mal als einziger SPD-Politiker in Bayern das Direktmandat für den Bundestag geholt, 2009 musste er sich schließlich mit 1551 Stimmen Abstand dem CSU-Kontrahenten Johannes Singhammer geschlagen geben. Berg ist überzeugt: „Es ging nicht darum, Herrn Post zu wählen sondern darum, mich abzuwählen.“ Aber was soll die Partei gegen ihn haben? „Seine Beiträge auf den entsprechenden Parteiversammlungen waren ja wohl auch nicht sonderlich überzeugend“, schreibt ein Parteimitglied bei facebook über Bergs Vorstellungsrunden.

Der 31-jährige Gewinner der Abstimmung, Florian Post, engagiert sich brav in der Partei und soll stets eloquent gesprochen haben. Er freut sich: „Ich mir war bis zuletzt nicht sicher, ob ich gewinne. Diese Deutlichkeit hat mich dann doch völlig überrascht.“ Mit welchem Wahlergebnis er selbst nächstes Jahr rechnet? „Dicht an Singhammer, aber besser.“ Damit müsste er aber erst einmal mehr Stimmen holen als Axel Berg …

Johannes Welte

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