Skandal in Regen

Dieser SPD-Landrat hat Schwarz gewählt

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Der Regener SPD-Landrat Michael Adam

Regen - Der Regener SPD-Landrat Michael Adam hat sich am Sonntag nach dem Gang zur Urne dazu bekannt, zum ersten Mal in seinem Leben CSU gewählt zu haben. Das sorgt für Unmut.

Er habe es getan, um die SPD wachzurütteln, sagte Adam dem Bayerischen Rundfunk, wie der Sender am Montag mitteilte. „Es ist natürlich auch das Spitzenpersonal der Bayern-SPD, wo ich mit dem Auftreten und der Performance im zurückliegenden Landtagswahlkampf nicht einverstanden bin“, wird der 28-Jährige zitiert. Es gehe darum, dass man den Wahlkampf nicht professionell geführt habe, wie man das hätte tun sollen im Vergleich zur Konkurrenz. „Das andere ist, dass ich mit diesem rot-grünen Projekt immer weniger anfangen kann“, begründete der SPD-Politiker seine Entscheidung weiter. Als Landrat erlebe er immer wieder, dass das etwa beim Straßenbau die Entwicklung blockiere.

Christian Flisek nennt Wahlverhalten von Adam "verwirrt"

Laut BR bezeichnete der SPD-Bezirksvorsitzende Christian Flisek aus Passau das Wahlverhalten seines Parteifreundes als „verwirrt“. Er verwies darauf, dass Adam sein Amt als Landrat auch durch die Unterstützung der SPD erlangt habe. Er werde jetzt das Gespräch mit ihm suchen.

Michael Adam hatte überregionale Bekanntheit erlangt, als er im Alter von nur 26 Jahren Bezirkschef der SPD in Niederbayern, 2008 jüngster Bürgermeister in Deutschland und mit 27 Jahren jüngster Altbürgermeister (Bodenmais) wurde. Er gab bundesweit Interviews, selbst die „heute-show“ nahm den Kommunalpolitiker schon auf den Arm. Im November 2012 schmiss er alle seine Ämter - bis auf das des Landrats - hin. Mit seiner Homosexualität geht Adam seit Jahren offen um. 2012 gab er seinem langjährigen Partner Tobias Eckert das "Ja-Wort".

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pie/dpa

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